Weil er mit einem Kollegen eine Beraterfirma gegründet hatte, musste Kay Koschka zuletzt viel Kritik einstecken. Jetzt verlässt er die Lindauer Verwaltung ganz – und wagt einen Neuanfang.
Kay Koschka verlässt die Lindauer Verwaltung zum Ende des Monats. Ab dem 1. April ist der 45-Jährige dann der neue Stadtbaumeister von Bad Saulgau.
Der Gemeinderat habe ihn vergangene Woche in nicht öffentlicher Sitzung gewählt, sagt Thomas Schäfers, Sprecher der Stadt Bad Saulgau. Bis dahin sei die Leitung der Bauverwaltung in der knapp 18.000-Einwohner-Stadt fast ein Jahr lang unbesetzt gewesen.
„Es ist nicht einfach, jemanden zu finden, der qualifiziert ist“, sagt Schäfers. Koschka bringe „genau die richtigen Qualifikationen und viel Berufserfahrung mit“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Bad Saulgau.
Auch Saulgaus Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller sei überzeugt: Mit Kay Koschka habe man einen Stadtbaumeister gefunden, der sehr gut zur Stadt und zum Rathausteam passe.
Im Bad Saulgauer Rathaus leitet Koschka als Stadtbaumeister künftig den Fachbereich „Planen und Bauen“, zu dem unter anderem die Bereiche Stadtplanung/Landschaftsplanung, Hochbau, Tiefbau/Verkehr/Gewässer/Umwelt und das technische Gebäudemanagement gehören.
Bauamtsleitung in Lindau Anfang des Jahres abgegeben
Bei der Lindauer Stadtverwaltung war Kay Koschka insgesamt rund zwölf Jahre lang angestellt. Vor ein paar Jahren hatte er die Leitung des Lindauer Bauamts übernommen – die er Anfang des Jahres allerdings abgab.
Nachdem er mit seinem Kollegen eine Beraterfirma für Bauthemen gegründet hatte, hatte es viel öffentliche Kritik gegeben. Koschka schied daraufhin aus dem Unternehmen aus und wechselte innerhalb der Lindauer Verwaltung vom Bauamt zu den Garten- und Tiefbaubetrieben (GTL). Die Leitung des Lindauer Bauamts übernahm vorübergehend Hilmar Ordelheide.
Für den Bewerbungsprozess in Bad Saulgau hat das offenbar keine große Rolle gespielt. „Wir haben uns die fachliche Qualifikation angeschaut“, sagt Thomas Schäfers.
Stadt Lindau und Koschka trennen sich „in gutem Einvernehmen“
Dass Koschka aus den Diensten der Stadt Lindau ausscheiden werde, habe man „in gutem Einvernehmen“ gemeinsam vereinbart, schreibt Bettina Wind, Sprecherin der Stadt Lindau.
Der 45-Jährige habe fast zwölf Jahre lang mit großem Engagement zur Entwicklung der Stadt beigetragen. „Wir bedanken uns für seine hervorragende Arbeit und wünschen ihm beruflich weiterhin viel Erfolg und privat alles Gute.“
Für die Leitung des Bauamts liefen aktuell Bewerbungsgespräche, so Wind weiter. „Die finale Entscheidung im Stadtrat erfolgt nach den Kommunalwahlen.“ Parallel prüft die Stadt auf Initiative des Stadtrats, ob die beiden Leitungsstellen von GTL und Bauamt zusammengelegt werden können.
Denn auch die Leitung der GTL könnte bald vakant sein: Pius Hummler kandidiert als Bürgermeister von Wasserburg. Eine Entscheidung über die Zusammenlegung der Stellen gebe es aber noch nicht.
Noch offen ist das Ergebnis der Ermittlungen, die die Staatsanwaltschaft seit Oktober im Bauamt gegen unbekannt führt.