Sanierung der Alten Schule ist eng getaktet – Gemeinde hofft auf Förderung

Erste Bauarbeiten sind schon gestartet. Bald geht es an der Alten Schule richtig los mit den Arbeiten.
Foto: Christian Flemming

Viel darf nicht schiefgehen: Bis März 2027 sollen die Alte Schule Bösenreutin saniert und der Anbau fertig sein. Nur mit diesem engen Zeitplan bekommt die Gemeinde eine Förderung – ohne die sieht es schlecht aus für das Millionenprojekt.

Im Raum der Obstbaumschule in Schlachters wurde es am Donnerstagabend voll. Architektur, Landschaftsplanung, Sanitär und Elektrotechnik: Die Planer aller Gewerke sind gekommen, um ihre Pläne für die Alte Schule vorzustellen. Dabei wurde klar: „Wir haben wenig Puffer, es wurde alles gnadenlos durchkalkuliert“, wie Thorsten Wiest von Lehmann Consult es formulierte. Sein Unternehmen hat die Planung für das Projekt übernommen.

Bis Ende März 2027 soll die Alte Schule behutsam saniert werden, außerdem entsteht ein Anbau. Damit soll das Gebäude, das auch jetzt schon von Bösenreutiner Vereinen genutzt wird, ein Bürger- und Vereinshaus werden. Wenn alles glattläuft, dauern die Bauarbeiten nur etwas mehr als ein Jahr.

Im Bestandsgebäude wird sich nicht allzu viel ändern. Die Küche werde Richtung Veranstaltungsraum verlegt, das WC für Menschen mit Behinderung komme dorthin, wo auch die anderen Toiletten sind, erklärt der Planer. Die Eingangssituation sei dann besser sortiert. Mit einer Rampe könnte dann jeder barrierefrei in das Gebäude kommen. Außerdem wird ein Aufzug eingebaut. Ansonsten kommen neue Lampen, Heizungen und teilweise ein neuer Boden in das Gebäude.

Weil das Bestandsgebäude aus statischen Gründen künftig nur noch eingeschränkt genutzt werden kann, entfällt der bisherige Saal im Obergeschoss. Er steht künftig nur noch für eine kleinteilige Nutzung zur Verfügung. Ersatz soll im neuen Anbau geschaffen werden: In dessen Erdgeschoss ist ein großer Gemeindesaal geplant. Anfänglich sei eine mobile Trennwand geplant gewesen, sagte Architekt Felix Wurm. Aber die sei von den Vereinen jetzt doch nicht mehr gewünscht. Anbau und Sanierung der Alten Schule laufen parallel.

 

Bald kann es losgehen mit der Sanierung des Bösenreutiner Schulgebäudes. Erste Arbeiten haben schon begonnen.
Viele Menschen sitzen am Tisch
Ab und zu findet in der Alten Schule ein Stammtisch statt. Der Saal im Obergeschoss kann künftig für große Veranstaltungen nicht mehr genutzt werden. Foto: Janine Stumpf

 

Erste Arbeiten haben vor einigen Wochen schon begonnen. Gerade wird ein neuer Parkplatz für die Feuerwehr gebaut, die sich neben der Alten Schule befindet. Sobald dieser fertig ist, wird dort die Baustelle eingerichtet. Spätestens im Februar sollen dann die Bauarbeiten an der Alten Schule starten. Und im März 2027 soll alles fertig sein.

Zeitplan ist bewusst eng getaktet

„Eigentlich würde ich mehr Puffer einplanen“, gab Planer Thorsten Wiest zu. Allerdings muss der Zeitplan aus einem bestimmten Grund so eng getaktet sein. Denn noch gibt es keine Förderung für das Projekt – die braucht die Gemeinde aber, um sich die Sanierung und den Anbau leisten zu können.

„Wir müssen dem Fördergeber entgegenkommen“, sagte Wiest im Gemeinderat. Das Projekt sei schon neun Monate in Verzug. Würde sich die Fertigstellung noch weiter nach hinten ziehen, sei die Regierung von Schwaben nicht mehr bereit, es zu fördern.

„Was, wenn die Gemeinde die Förderung der Regierung von Schwaben nicht bekommt?“, wollte Gemeinderat Sebastian Seigerschmidt (Unabhängige Liste) wissen. „Davon gehen wir nicht aus“, sagte Planer Wiest. Der Terminplan sei belastbar und die Planer sowie Bürgermeister Jörg Agthe seien in enger Abstimmung mit dem Fördermittelgeber.

Wieso wird der Dachstuhl nicht saniert?

Trotzdem: „Wir haben gnadenlos durchkalkuliert“, sagte der Planer. Wenn sich zum Beispiel herausstelle, dass im Dach etwas kaputt sei, müsse man sich überlegen, wie man am besten vorgeht.

Monika Miller, die als Zuhörerin in den Gemeinderat gekommen war, wollte wissen, wieso der Dachstuhl nicht ausgebaut und saniert wird. „Ich dachte, das war am Anfang der Grund, warum die Alte Schule saniert wird“, sagte sie. Architekt Wurm versicherte ihr, dass der Dachstuhl sicher sei. Zwei Statiker hätten ihn untersucht, Kleinigkeiten könnten repariert werden.

Gemeinderat Jürgen Hartmann (Unabhängige Liste) wies nochmal darauf hin, dass die Alte Schule lediglich „behutsam saniert wird“. Das Gebäude stehe hinterher nicht da wie neu, sagte er. Bernhard Krepold (Freie Bürgerschaft) sagte daraufhin, dass es sich bei dieser Lösung für die Alte Schule um ein Kompromissergebnis handelt.

Ein altes Gebäude.
Die Alte Schule in Bösenreutin soll saniert werden – außerdem wird ein Anbau entstehen.

 

Nach langem Ringen, hitzigen Diskussionen im Gemeinderat und vielen Besprechungen in der Arbeitsgruppe für die Alte Schule ist im Sommer vor zwei Jahren der Beschluss gefallen. Drei Varianten für ein Bürger– und Vereinshaus standen im Raum: eine Sanierung der Alten Schule mit einem neuen Anbau in Richtung Friedhof, ein Abriss und Neubau an bestehender Stelle oder ein Neubau an anderer Stelle. Am Ende entschied man sich für eine behutsame Sanierung mit Anbau.

Wie hoch sind die Kosten?

Sebastian Seigerschmidt wollte am Donnerstagabend noch wissen, wie viel der ganze Umbau und die Sanierung kosten werde. „Uns liegen noch nicht alle Kosten vor“, sagte Planer Wiest. Richtig sagen könne man das zudem erst, wenn klar ist, ob es eine Förderung gibt.

Bürgermeister Agthe zeigte sich diesbezüglich zuversichtlich. Die Regierung von Schwaben habe signalisiert, dass sie auch beim Anbau 80 Prozent der Kosten übernehmen würde. Planer Thorsten Wiest gab zu: „Ein Risiko, dass es nicht klappt, bleibt.“

 

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