Vier Fragen an Jasmin Sommerweiß:
Eine Oberbürgermeisterin vereint zwei Funktionen: Sie ist Chefin der Verwaltung und zugleich das politisch gewählte Stadtoberhaupt. Welche Funktion halten Sie für wichtiger – und warum?
„Beides gehört zusammen: Politik und Verwaltung sind untrennbar. Die Verwaltung liefert das Wissen, auf dem politische Entscheidungen aufbauen, und gemeinsam sorgen wir dafür, dass sie umgesetzt werden.“
Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die ein/eine OB mitbringen sollte – zum einen als Verwaltungschef(in), zum anderen als gewähltes Stadtoberhaupt?
„Die drei wichtigsten Eigenschaften sind für mich: Aufgeschlossenheit, um zuzuhören und Bedarfe zu erkennen; Gestaltungsfreude, um Chancen zu nutzen und Möglichkeiten zu schaffen; und Zielstrebigkeit, um Vorhaben konsequent umzusetzen.“
Was ist Ihnen persönlich wichtiger als der Job als OB?
„Mir sind meine Familie und meine Freunde wichtiger, denn sie geben mir Halt und Energie für alles, was ich angehe.“
Was ist Ihre liebste Freizeitbeschäftigung?
„Am liebsten bin ich draußen: beim Vespa fahren, Kaffee trinken, Spazieren oder im Reitstall.“
Schwerpunkte im Wahlkampf:
Wofür Jasmin Sommerweiß sich einsetzen möchte, stellt sie ausführlich auf ihrer Website dar. Kolumna hat die Ausführungen nachfolgend zusammengefasst.
Mit der CSU hat Jasmin Sommerweiß im vergangenen Jahr die Initiative „Zukunftsmacher“ gestartet, um zu erfahren, wie junge Menschen sich die Zukunft Lindaus vorstellen. Unter anderem gab es dazu drei Jugendgipfel. Zusammengetragen wurden Ideen, Vorschläge und Ziele in einem Positionspapier.
Den Ansatz der „Zukunftsmacher“, gemeinsam konkrete Pläne zu entwickeln, will Sommerweiß nun auf ganz Lindau übertragen. „Wir benötigen solche fundierten Strategien in allen Bereichen der Stadt. Nur so können wir Lindau zukunftsfähig weiterentwickeln, wirtschaftliche Perspektiven sichern und die Identifikation mit der eigenen Heimat festigen“, so die 33-Jährige.
Was auffällt in den Erläuterungen zu ihren Schwerpunktthemen: Es ist nie von „ich“ die Rede, sondern immer von „wir“. Einen besonders hohen Stellenwert hat das „Wir“ natürlich in Vereinen. Von daher ist es wohl auch kein Zufall, dass sie in der Themenliste von Sommerweiß ganz oben stehen: „Vereine sind das soziale Rückgrat unserer Stadt. Wir stärken ihre Strukturen und fördern aktiv das Vereinsleben: Feste Ansprechstelle, digitales Portal sowie langfristige Perspektiven für Vereinsheime & Sportstätten“, schreibt Jasmin Sommerweiß.
Zum Thema Wohnen und Mobilität verspricht die 33-Jährige: „Wir entwickeln ganzheitliche Konzepte an der Schnittstelle von Wohnen, Mobilität und Stadtentwicklung – für zukunftsfähige Strategien, lebenswerte Quartiere und intelligente Mobilitätslösungen.“
Unter dem Titel „Generationen & Jugend“ konstatiert Jasmin Sommerweiß, dass Lindau ein Ort sein müsse, an dem alle Generationen Perspektiven finden. „Wir stärken die Beteiligung junger Menschen, schaffen Raum für Familien und etablieren gemeinschaftliche Angebote für Austausch und Begegnung.“
Ihr Standpunkt zum Thema Wirtschaft und Innovation: „Hindernisse abbauen, Verfahren verlässlich machen und Platz zum Wachsen schaffen.“
Mit Blick auf enge finanzielle Spielräume gibt Sommerweiß die Devise aus, auf klare Prioritäten zu setzen – und den Grundsatz: Wirkung vor Volumen. „Wir heben Fördermittel klug und nutzen Partnerschaften. So kommen wir Stück für Stück voran“, so Sommerweiß.
Standpunkte zu Lindauer Themen:
In Video-Interviews, die in den nächsten Tagen auf dem Instagram-Kanal von Kolumna veröffentlicht werden, äußern sich die OB-Kandidatinnen und Kandidaten zu verschiedenen Themen. Die Aussagen von Jasmin Sommerweiß zu vier dieser Themen haben wir nachfolgend für euch zusammengefasst:
Verkehr: Jasmin Sommerweiß erinnert an das bereits aufgestellte Konzept, das nun umgesetzt werden müsse. Dazu zählten zum Beispiel das Parkhaus am Karl-Bever-Platz und Maßnahmen am Bahnhof Reutin.
Wohnen: Hier geht es für Jasmin Sommerweiß zunächst darum, eine klare Richtung festzulegen. Benötigt werde ein Überblick, für welche Zielgruppen konkret Wohnraum benötigt wird.
Zu einer möglichen Wohnbebauung auf der Hinteren Insel hat sich Sommerweiß beim Wahlforum von Kolumna geäußert. Weil sich ihre Sichtweise hier von den beiden anderen Kandidaten unterschieden hat, geben wir ihre Aussage hier noch einmal wieder. Damals gab Sommerweiß zu verstehen, dass sie sich auf der Parkplatzfläche eine Wohnbebauung mit viel Grün vorstellen könne.
Wirtschaft: Sommerweiß spricht sich zum einen dafür aus, den bereits ansässigen Betrieben mehr Wertschätzung entgegenzubringen. Zum anderen müssten Hindernisse beseitigt werden, um diesen Betrieben die Möglichkeit zu geben, in der Stadt zu wachsen.
Bildung: Der Plan, der zur Sanierung/Erweiterung der Schulen bereits aufgestellt sei, müsse nun angegangen, die Prioritäten dabei klar fokussiert werden.
Weitere Aussagen von Jasmin Sommerweiß zu verschiedenen Themen lassen sich in unserem Bericht zum Kolumna-Wahlforum nachlesen – und zwar hier