Bürgermeister Voigt hatte zuvor noch einmal auf das jährliche Defizit von 1,65 Millionen Euro bei den Wasserburger Kitas hingewiesen. Einnahmen von knapp 1,1 Millionen Euro stünden hier Ausgaben von gut 2,7 Millionen Euro gegenüber. „Man kann schon sagen, Wasserburg lässt sich die Kinderbetreuung etwas kosten.“
Er könne sich noch gut an Gespräche mit Elternvertretern in der Vergangenheit erinnern, bei denen längere Öffnungszeiten und mehr Personal gewünscht waren. Darauf sei die Gemeinde eingegangen, die Kinderbetreuung habe einen „enormen Qualitätsschub“ erlangt. Eltern und Erzieherinnen seien zufrieden, es gebe kaum noch Fluktuation beim Personal. „Aber im Rahmen der Gleichbehandlung müssen wir uns fragen, ob alle Angebote grundsätzlich bei davonlaufenden Kosten auch gehalten werden können“, so Voigt.
Die beiden Mütter argumentieren anders. „Bis zu 30 Prozent Gebührensteigerung sind abzulehnen“, sagt Julia Lobert. Wasserburg liege jetzt schon im Vergleich zu anderen Gemeinden in der Region im Spitzenfeld. „Mit 30 Prozent Erhöhung wären wir dann mit Abstand Spitzenreiter.“
Sie verweist auch darauf, dass die Kita-Gebühren in Wasserburg in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen sind. Bereits 2022 hatte die Gemeinde vor allem bei den Kindergartenkindern eine massive Erhöhung der Gebühren geplant. Auch damals regte sich Widerstand, die Gemeinderäte beschlossen dann, die Erhöhung auf 2022 und 2023 zu verteilen. Vergangenes Jahr wurden die Gebühren dann erneut angehoben.
Am Mittwoch soll es Gespräche geben
„Die Kinderbildung und -betreuung muss leistbar sein und beiden Eltern ermöglichen, erwerbstätig zu sein“, sagt Soukup. Sie widerspricht der Aussage von Bürgermeister Voigt, der im Finanzausschuss behauptet hatte, die meisten Kinder in Wasserburg würden zwischen drei und fünf Stunden betreut. „Zwei Drittel der Kinder werden zwischen sechs und sieben Stunden betreut, 40 Prozent sogar länger“, sagt sie.
Eine Reduktion der Betreuungszeit gehe in der Regel zu Lasten der Frau.
Da frage ich mich, in welchem Jahr sind wir?
Zudem fließe die Einkommenssteuer von erwerbstätigen Frauen in den Haushalt der Gemeinde.
Die Diskussionen des Finanzausschuss über kürzere Betreuungszeiten und Personalabbau führten bereits zu Unsicherheiten unter den Erzieherinnen. Dabei könne die Gemeinde froh sein, dass die Kitas gut besetzt seien.