Die Mauer bröckelte, Steine fielen heraus: Eineinhalb Wochen lang wurde die kleine Insel Hoy saniert. Mittlerweile ist sie wieder stabil.
Das Stromaggregat brummte, der Bagger schaufelte Erde: Eineinhalb Wochen lang haben Mitarbeiter der Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau (GTL) mit Bagger und Beton die Insel Hoy saniert – dafür rief die Stadt zu Spenden auf.
Dass es der Insel Hoy nicht gut geht, war nichts Neues. Seit Jahren bröckelte das Mauerwerk. Ein Lindauer wundert sich, warum die Stadt die kleine Insel nicht schon früher saniert hat – als es vielleicht noch günstiger und kein Spendenaufruf notwendig gewesen wäre.
Schon 2022 hat sich der Kolumna-Leser, der seinen Namen hier nicht lesen möchte, über ein Meldeportal an die Verwaltung gewandt, wie er sagt. Er hat sich Sorgen um die kleine Insel gemacht und den „desolaten Zustand“ gemeldet. Er hatte Bedenken, dass die Insel weiter einstürzt, wenn man länger wartet. Die Meldung liegt Kolumna vor.
Damals habe man ihm versprochen, etwas zu unternehmen – und die Insel 2023 zu sanieren und stabilisieren, erzählt der Mann im Gespräch mit Kolumna.
Das klang für mich wunderbar.
Hier könnt ihr euch Fotos von den Bauarbeiten in diesem Jahr anschauen:
Wieso wurde die Insel nicht schon früher saniert?
2019 habe die Stadt Lindau die Insel Hoy bereits umfangreich saniert, schreibt Bettina Wind, Sprecherin der Stadt, allerdings auf Nachfrage. Kleinere Schäden am Mauerwerk seien immer wieder zwischendurch repariert worden.
Eine umfangreiche Sanierung im Jahr 2023 war von Seiten der Stadt Lindau weder geplant noch als notwendig erachtet, so Wind weiter. Dazu, dass der Lindauer sich bei der Verwaltung gemeldet und man ihm etwas versprochen hatte, äußert sie sich nicht.
Jetzt habe man den niedrigen Pegelstand genutzt, um die Sicherungsmaßnahmen durchzuführen.
Wieso wurde zu Spenden aufgerufen?
Der Kolumna-Leser und auch andere wundern sich, warum für Projekte wie die Insel Hoy ein Spendenaufruf gemacht wird – obwohl die Arbeiten doch im Haushalt der Stadt angesetzt werden könnten.
Darf die Stadt für solche Projekte überhaupt Spenden annehmen?
Die Stadt darf Spenden annehmen, wenn sie der Allgemeinheit zugutekommen, schreibt Sprecherin Wind. Das seien Projekte für Kunst und Kultur, Sport, Jugendhilfe, Klimaschutz und Denkmäler. Festgehalten ist das in der Abgabenordnung.
„Eine Spende für die Insel Hoy ist der Förderung der Heimatpflege, Heimatkunde und der Ortsverschönerung zuzuordnen“, schreibt Wind. Und wer hat ein Auge auf solche Spenden? Die Spenden werden regelmäßig dem Finanzausschuss zur Genehmigung vorgelegt, so Wind.
Mittlerweile haben die Arbeiter die alte Mauer abgetragen und eine neue aufgebaut, die in Beton gegossen wurde.
Die Stadt rechnet für die Arbeiten mit Ausgaben von 25.000 Euro. Eine vollumfängliche Sanierung sei wegen der hohen Kosten erst einmal nicht möglich, so die Verwaltung. Das würde zwischen 50.000 und 75.000 Euro kosten.
2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
„Do drausa isch a Insel!“ – „Hoy!“
Die GTL versucht nun wirklich, aus dem wenigen Geld, das sie zur Verfügung hat, das Beste zu machen für Spiel- und Grünflächen, Straßen und Plätze. Da hat ein Liebhaberobjekt wie die Insel Hoy eben nicht immer die oberste Priorität, zumal sie normalerweise nur sehr schwer zu erreichen ist.
Da sind so oberschlaue Kommentare manchmal schon etwas ermüdend