Die neue Wasserburger Halbinsel hat viele Fans

Die Wasserburger Halbinsel
Fotos: Julia Baumann-Scheyer, GIF: ezgif

Verantwortliche, Planer und Gäste sind voll des Lobes. Auch Einheimischen und Touristen gefällt’s – manchen fehlt nur etwas Schatten. Erlebt mit uns die Einweihungsfeier der Wasserburger Halbinsel in Text, Bild und Video.

Für Bayerns Bauminister Christian Bernreiter gibt’s natürlich eine exklusive Führung. Bürgermeister Harald Voigt und Landschaftsarchitekt Timo Herrmann, der extra aus Berlin angereist ist, präsentieren ihm Sitzstufen, Ufermauer, neue Bänke und Stühle und die Staudenanlagen.

Bernreiter zeigt sich beeindruckt von der Schönheit Wasserburgs. In seiner Rede beglückwünscht er Gemeinderäte und Verwaltung „für den Mut, dass man so eine Maßnahme anpackt.“ Die neue Halbinsel sei einladend und habe „Signalwirkung“.

Vier Männer halten ein blau-weißes Band in die Höhe-
Zerschneiden bei der Eröffnung ein obligatorisches blau-weißes Band (von links): Landrat Elmar Stegmann (CSU), Bayerns Bauminister Christian Bernreiter (CSU), Bürgermeister Harald Voigt (CSU) und Landschaftsarchitekt Timo Herrmann vom Berliner Büro bbz Landschaftsarchitekten.
Foto: Julia Baumann-Scheyer

Doch nicht nur ihm gefällt das Ergebnis der groß angelegten Sanierung. Auch Gemeinderätinnen, Gemeinderäte und Mitarbeiter der Verwaltung, die sich viele Jahre mit der Sanierung beschäftigt haben, haben längst ihre Lieblingsplätze gefunden.

„Mein Lieblingsort ist der großzügige Platz zwischen Kiosk, Hafenmauer und Fischerbrunnen. Die salbeigrünen Stühle als neue Stadtmöbel laden ein, alleine oder in der Gruppe an verschiedenen Standorten, je nach Tageszeit und Sonnenstand, dort zu verweilen. Ein Gewinn für den Platz ist der neue Ausblick, ohne Geländer zwischen dem Fischersteg und dem Landungssteg auf den See.“ – Beate Meßmer

Eine Frau auf grünen Stühlen am Bodenseeufer.
Die dritte Bürgermeisterin Beate Meßmer an ihrem Lieblingsplatz.
Foto: privat
„Wenn ich mir einen Lieblingsplatz auf der neuen Halbinsel aussuchen dürfte, wäre es wahrscheinlich die Stelle mit den Stufen zwischen dem Landungssteg und der Mole. Ich finde diese Stelle besonders gelungen, weil sie eine schöne Verbindung zwischen Wasser und Land schafft und gleichzeitig einen gemütlichen Ort zum Verweilen bietet. Die Stufen laden dazu ein, sich zu entspannen und den Blick aufs Wasser zu genießen.
Was mir daran so gut gefällt, ist die harmonische Gestaltung, die sowohl Funktionalität als auch Ästhetik vereint. Es ist ein Ort, der zum Verweilen einlädt und die natürliche Schönheit der Umgebung unterstreicht.“ – Thomas Baumgartner
Die Sitzstufen gefallen dem zweiten Bürgermeister Thomas Baumgartner besonders gut.
Foto: Julia Baumann-Scheyer
„Einer der schönsten Aufenthaltspunkte auf der Halbinsel sind die neuen Stühle auf der Halbinsel, die man sich selbst in Wunschrichtung drehen kann. Die Aussicht auf See, Pfarrkirche St. Georg, Malhaus ist somit möglich und jede Ansicht ist ja nach Tageszeit und Witterung etwas ganz Besonderes.“ – Harald Voigt
Auch Bürgermeister Harald Voigt mag die Stühle, die man sich in "Wunschrichtung" drehen kann.
Foto: Julia Baumann-Scheyer

Bauamtsleiter Jens Müller mag den Platz hinter der Kirche, der etwas versteckt ist. „Hier kann man auch mal ganz in Ruhe sitzen und auf den See blicken“, sagt er. Der Platz hat eine neue, gemütliche Bank und eine neue Oberfläche bekommen. Außerdem gibt es dort nun einen Mülleimer und eine Laterne. 

Hier hält sich Bauamtsleiter Jens Müller gern auf.
Foto: Julia Baumann-Scheyer

Die Einweihungsfeier am Donnerstagvormittag ist festlich. Neben Bauminister Christian Bernreiter und den Planern aus Berlin sind auch Landrat Elmar Stegmann, Gemeinderäte, am Bau beteiligte Firmen und Apfelkönigin Emelie Witzigmann gekommen. Es gibt ein zünftiges Weißwurstfrühstück, der Musikverein Wasserburg und die Bläserschule spielen, die Sonne strahlt.

Architektenwettbewerb war schon 2014

Gut zehn Jahre ist der Architektenwettbewerb zur Halbinsel schon her. In der Zwischenzeit gab es einen Bürgerentscheid, verpasste Förderfristen und hitzige Diskussionen.

2023 wurden schließlich die Kanäle im Untergrund saniert. Eine Voraussetzung für den Start der eigentlichen Halbinsel. Direkt im Anschluss begann die Gestaltung der Oberflächen.

Die Arbeiten wurden in zwei Abschnitte aufgeteilt. Der erste Teil ist nun fertig, der zweite Teil muss verschoben werden, weil der Gemeinde das nötige Geld fehlt.

„Der Abschluss des ersten Bauabschnitts ist ein Meilenstein, das Ergebnis spricht für sich“, sagt Bauminister Bernreiter in seiner Rede. Er lobte das „grüne Ufer“, die Barrierefreiheit, die Aufenthaltsqualität und die Klimafreundlichkeit der Halbinsel.

Welche Klimamaßnahmen wurden im ersten Bauabschnitt umgesetzt? Das haben wir Planer Timo Herrmann im Video-Interview gefragt. 

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Neben den Ersatzpflanzungen seien noch sechs Bäume zusätzlich gepflanzt worden, sagt Timo Herrmann. Die müssen noch wachsen, ebenso wie die Staudenbeete, deren mineralische Mulchung aus Kieselsteinen in der Vergangenheit schon für Aufregung im Ort gesorgt hatte.

Das hat sich bald erledigt, verspricht der Landschaftsplaner. Mit der Zeit würde die Bepflanzung die Steine unsichtbar machen.

Neue Ufermauer und breitere Promenade

Die alte Ufermauer, eine Sandsteinmauer aus der Zeit um 1900, wurde saniert und mit Naturstein aus dem Bayerischen Wald verblendet.

Nachhaltiges Material war uns sehr wichtig,

sagt Herrmann.

Außerdem hat die neue Ufermauer nun einen „Knick“ weniger. Dadurch wurde „dem Bodensee etwas Fläche genommen“, erklärt der Architekt, „und die Promenade vergrößert“.

Die ist jetzt mit kleinen Steinen gepflastert und lade zum Flanieren ein. Das Geländer mit Handlauf aus Holz ist gleichzeitig Schutz für Kinder. Und auf der ganzen Halbinsel stehen verschiedene Sitzgelegenheiten verteilt.

Hier gibt es die frisch sanierte Halbinsel in Bildern:

Für Bürgermeister Harald Voigt ist die Wasserburger Halbinsel „ein Vorzeigeort in Bayern und darüber hinaus“, wie er sagt. „Nicht zuletzt hat unser Ministerpräsident die Kirche St. Georg und den Hafen immer als Hintergrundbild während der Corona-Zeit für seine Pressekonferenz genommen.“

Wasserburg habe in seiner Geschichte viel erlebt. „Wir befinden uns auf sehr historischem Boden.“ Eine zeitgemäße und moderne Infrastruktur sei notwendig, „um Bewährtes zu erhalten“.

Auch Landrat Elmar Stegmann findet: „Was hier geschaffen wurde, verdient Respekt.“ Die neue Halbinsel sei „ein Ort, der einlädt zum Verweilen, ein echtes Stück Lebensqualität“.

Bürgermeister Voigt bedankt sich bei den Anliegern und Nachbarn, die während der Bauarbeiten „größtes Verständnis für den Lärm und den Baustellenverkehr“ aufbringen mussten. „Auch die Umsatzeinbußen möchte ich nicht unerwähnt lassen.“

Es sei eine schwierige Zeit gewesen. „Aber ich glaube, in der Gesamtheit kann sich das Ergebnis sehen lassen.“

Was sagen Wasserburger und Touristinnen zur neuen Halbinsel? Sie gefällt ihnen gut, aber manchen fehlt Schatten. Aber seht selbst (einfach auf „Play“ drücken): 

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Der erste Teil der Halbinselsanierung hat gut sieben Millionen Euro gekostet – zusätzlich zu den rund dreieinhalb Millionen, die die Gemeinde für die Kanalsanierung aufbringen musste. 3,75 Millionen Euro bekommt Wasserburg dafür aus der Städtebauförderung, deren Mittel zu drei Vierteln im ländlichen Raum landen, wie Bauminister Bernreiter erklärt.

Landschaftsarchitekt Timo Herrmann ist „sehr zufrieden“ damit, wie die Baufirmen seine Pläne umgesetzt haben. „Wir befinden uns auf der Halbinsel auf einem Baudenkmal und gleichzeitig im Landschaftsschutzgebiet“, erklärt er. „Das ist natürlich ein großer Widerspruch.“ Auch deshalb sei die Zahl der neu gepflanzten Bäume nicht so hoch. Damit sie zu echten Schattenspendern werden, müssen die jungen Weiden an der Promenade noch etwas größer werden.

Der zweite Bauabschnitt ist aktuell mit Kosten von rund 5,5 Millionen Euro veranschlagt. Die Bauarbeiten dafür sollen mit Verzögerung nun 2028 beginnen.

Landschaftsplaner Timo Herrmann erklärt, was im zweiten Teil der Sanierung genau passieren soll (bitte den Playbutton drücken). 

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Auch hier sind bereits Mittel aus der Städtebauförderung von 2,85 Millionen Euro bewilligt. Die Förderplakette hat Bauminister Christian Bernreiter schonmal mitgebracht, für beide Bauabschnitte. Landrat Elmar Stegmann findet: „Das Geld ist in Wasserburg gut angelegt.“

Insgesamt 6,6 Millionen Euro bekommt Wasserburg über die Städtebauförderung. Bauminister Christian Bernreiter (links, CSU) hat die Plakette dabei und übergibt sie Bürgermeister Harald Voigt.
Foto: Julia Baumann-Scheyer

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