Das Oberreitnauer Freibad bleibt nächstes Jahr geschlossen

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Lindau
Ein Freibad mit gefülltem Becken.
Das Oberreitnauer Freibad muss saniert werden.
Foto: Christian Flemming

Das Landratsamt habe schon im Sommer angekündigt, die Betriebserlaubnis zu entziehen, schreibt die Stadt. Betreiber Andreas Schauer wird die Sanierung des Bads übernehmen – und die soll schon kommendes Jahr beginnen.

Das Freibad in Oberreitnau wird zum Saisonstart 2026 nicht öffnen. Diese Entscheidung haben die Stadtverwaltung und Betreiber Andreas Schauer nach entsprechender Maßgabe des Gesundheitsamtes getroffen, wie die Stadt am Donnerstagvormittag schreibt. Der Stadtrat habe dem Vorgehen am Mittwochabend in nicht öffentlicher Sitzung zugestimmt.

Grund für die Schließung sind „erhebliche technische Mängel, die auf das Alter der Anlage sowie einen Sanierungsstau zurückzuführen“ sind, schreibt die Stadt. Das Bad sei „wie ein Herzpatient mit offenem Bypass“, sagte Andreas Schauer schon vor ein paar Monaten im Gespräch mit Kolumna. Im aktuellen Zustand sei es nicht mehr erhaltungsfähig.

Die Technik ist veraltet und entspricht nicht mehr den Vorschriften, das Becken ist undicht. Der Saisonstart in diesem Jahr musste verschoben werden, weil kurz vor der Eröffnung eine Pumpe den Geist aufgab. Während der Saison war das Bad immer wieder wegen Wartungsarbeiten geschlossen.

 

Portrait von einem Mann in einem Bad
Thermenbetreiber Andreas Schauer.

 

Bereits im Sommer habe das Landratsamt Lindau angekündigt, die Betriebserlaubnis zu entziehen, schreibt die Stadt. „Nur durch kurzfristige Maßnahmen des Betreibers in enger Abstimmung mit der Stadt konnte dies für die Badesaison 2025 noch verhindert werden.“

„Wir hätten nächstes Jahr vermutlich öfter schließen müssen, als wir offen gehabt hätten“, sagt Schauer im Gespräch mit Kolumna. Das wäre für alle Beteiligten unbefriedigend gewesen. Stattdessen wollen die Verantwortlichen nun schon nächstes Jahr mit der Sanierung beginnen.

Grünfläche und Spielplatz bleiben offen

Schauer hatte dem Bauausschuss bereits verschiedene Sanierungsmöglichkeiten vorgestellt. In einer nicht öffentlichen Sitzung im Juli hatte sich der Stadtrat dann für den Erhalt des Freibads ausgesprochen und beschlossen, Sanierung und Betrieb öffentlich auszuschreiben. „Bis zum Abschluss des Verfahrens hat sich ein Interessent gemeldet: der bisherige Betreiber, die Schauer & Co. Management GmbH“, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt.

Der Stadtrat will mit Schauer jetzt einen neuen Betreibervertrag abschließen, der auch die Sanierung beinhaltet. Praktisch könnte es so aussehen, dass Schauer die Sanierung inklusive Planung und Finanzierung übernimmt und die Stadt dann jährlich einen fixen Betrag bezahlt. Das Modell wäre ähnlich wie beim Lindauer Sport- und Freibad, das Schauer im Zuge mit dem Thermenneubau mitgebaut hat.

Die Vertragsverhandlungen sollen „unverzüglich“ beginnen, damit die Sanierung möglichst schnell starten und das Bad wieder öffnen kann, schreibt die Stadt. „Ein konkreter Zeitpunkt für die Wiedereröffnung steht derzeit noch nicht fest.“ Andreas Schauer glaubt, dass das Bad vielleicht schon 2027 wieder öffnen könnte.

Das Gelände soll im Frühjahr trotzdem zugänglich sein. „Die Grünfläche, der Spielplatz und der Bolzplatz stehen weiterhin zur Verfügung“, schreibt die Stadt. Er wolle auch Duschen und vielleicht ein paar Schläuche zum Abkühlen zur Verfügung stellen, sagt Schauer.

Das Schwimmbecken wird aus Sicherheitsgründen durch einen Bauzaun abgesperrt. In diesem Winter bleibt das Freibad wie gewohnt geschlossen.

Welche Sanierungsvariante wird’s?

Vor einem Jahr hatte Schauer im Bauausschuss fünf verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie das Oberreitnauer Bad wieder auf Vordermann gebracht werden könnte. Eine Bestandssanierung wäre zwar am günstigsten, allerdings auch nicht nachhaltig, weil die Technik im Bad komplett veraltet ist. Angedacht waren auch eine Generalsanierung, ein Neubau, ein Naturbad oder ein Mix aus Naturbad und konventionellem Babybecken.

„Wir sind noch in der Variantenprüfung“, sagt Schauer. Zuletzt war vor allem die Variante Naturbad mit konventionellem Kleinkindbecken im Gespräch gewesen, mit der könnte sich auch der Förderverein des Freibads anfreunden.

„Ein Naturbad ist von den Herstellungskosten und im Betrieb zwar günstiger“, sagt Schauer. Doch er habe in den vergangenen Monaten noch einmal intensiv über das Thema nachgedacht. „Sonnenmilch ist zum Beispiel Gift für ein Naturbecken“, sagt er. Er fürchtet, dass ein Naturbad an mehreren heißen Tagen hintereinander überlastet wäre und dann wieder vorübergehend geschlossen werden müsste. Das spreche eher für ein konventionelles Becken mit neuer Technik.

Was für ihn schon festzustehen scheint: Er will das Freibad vom Gebäude des Freizeitzentrums „komplett entkoppeln“, wie er sagt. „Die Idee wäre, ein neues Funktionsgebäude mit Umkleiden und Duschen fürs Bad zu bauen.“

Dass das „Freizi“ trotzdem erhalten bleibt, steht schon fest, das hat der Bauausschuss vergangenes Jahr einstimmig beschlossen. Möglich wäre das vielleicht über Förderprogramme.

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