Der Fan-Konvoi startet von Lindau aus. Papa Mario und Mama Andrea, Oma, Opa, Tante, Onkel, Freundinnen und Freunde fahren nach St. Gallen, um Janina Minge und die deutsche Frauen-Nationalmannschaft anzufeuern. „Alle natürlich mit Trikot – Nummer 6“, erzählt Mario Minge. „Alle sind stolz, die sie kennen.“
Zwei Tage nach dem Start der EM haben die Fußballerinnen am Freitag, 4. Juli, ihr erstes EM-Gruppenspiel gegen Polen. Anpfiff ist um 21 Uhr. Dass Familie und Freunde live dabei sind, ist Ehrensache. „Wir drücken die Daumen, dass es gut läuft.“
Bevor sie wegen des Fußballs ins Sportinternat wechselte, besuchte Janina Minge das Bodensee-Gymnasium. „Sie ist hier in Lindau verwurzelt“, sagt Papa Mario Minge. Darum habe seine Tochter hier noch immer viele Freundinnen und Freunde, die Mädchenmannschaft des TSV Schlachters gehört zu ihren größten Fans. Auch von den Polizeikolleginnen und -kollegen, mit denen Janina Minge in der Ausbildung war, kämen viele zu den Spielen.
Als Kind kickte Janina Minge erst bei der TSG Lindau-Zech, bevor sie zum VfB Friedrichshafen, dann zum FC Wangen und schließlich in den Nationalkader der U 15 wechselte. Fast zehn Jahre lang spielte sie für den Bundesligisten SC Freiburg, zur Saison 2024/2025 ging es dann ins Team des VfL Wolfsburg.
Das Spiel gegen Polen werde das Wichtigste, um „in den Flow reinzukommen“, wird Bundestrainer Christian Wück bei Sportschau.de zitiert. Demnach hatte es die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in der Vergangenheit nicht immer einfach gegen die Polinnen.
„Wir sind hier angetreten, um diesen Titel zu gewinnen“, sagt Wück bei der Sportschau weiter. „Ich glaube schon, dass es in uns drin ist.“ Auch Vize-Kapitänin Janina Minge wird auf dem Onlineportal zitiert. Sie erklärt dort, dass „natürlich ein gewisser Druck da“ sei. „Uns ist aber bewusst, wie gut wir sind. Und wir versuchen, uns möglichst wenig einen Kopf zu machen.“
Darum war in den vergangenen Tagen auch ein wenig Zerstreuung angesagt. Am Mittwoch feierte die Nationalmannschaft nicht nur den Start der EM, sondern auch den 26. Geburtstag von Kapitänin Giulia Gwinn. Die kommt übrigens auch aus der Region, sie ist aus Ailingen bei Friedrichshafen.