Streiche, Maibaumstellen und andere Aktionen – am 1. Mai war in und um Lindau was los. Während es in Sigmarszell politisch wurde, haben sich Unbekannte in Hergensweiler einen schlechten Witz erlaubt. Was sonst noch so los war, lest ihr hier.
Auf Sigmarszell ist Verlass, wenn es um Maischerze geht. In den Teilorten des Dorfs ist immer mit einem politischen oder politisch-gesellschaftlichen Thema zu rechnen.
In diesem Jahr wurde Theresia Gsell thematisiert. Der Gemeinderätin, die sich sehr für den Dorfplatz in Sigmarszell-Kirchdorf eingesetzt hatte, wurde im Kirchdorf nun ein Denkmal gesetzt.
Der gerade noch im Bau befindliche neue Platz vor der Kirche wurde nämlich schon benannt: Theresia von Gsell-Platz stand dort am 1. Mai auf einem Schild. Ganz dem Vorbild des Therese-von-Bayern-Platzes in Lindau nachempfunden.
Und die Urheber haben keine halben Sachen gemacht. Das Schild wie auch der Halter sind wertig gemacht. Mit viel Mühe wurde der alte Schriftzug nachempfunden, der zum Pfarrhaus und der Kirche besser passt als eine moderne Schrift.
Und in den Boden brauchten sie auch nicht zu bohren. Man munkelt, die Baufirma habe da vorgesorgt und schon ein Rohr für das Schild installiert.
Wahlplakate mit Theresia Gsell
Andere, ebenso Unbekannte, haben in Sigmarszell bereits den Wahlkampf eröffnet. Denn in Niederstaufen und in Schlachters vor dem Rathaus prangen Wahlplakate Theresia Gsell darauf, die Parolen dort lauten etwa: „Mit mir zurück vor 1972“ in Niederstaufen, oder „Agthe für Weißensberg“ vor dem Rathaus.
Wobei mit ersterem Spruch vor allem die Zeit vor der Gemeindereform gemeint sein dürfte, als Niederstaufen noch nicht nach Sigmarszell eingemeindet war.
Es existieren auch Sprüche wie „Was der Herrgott durch die Leiblach getrennt hat, sollte man nicht zusammenführen“.
Es gibt Gerüchte, dass nach einer Trennung von Niederstaufen und Sigmarszell Theresia Gsell gleich die erste Niederstaufener Bürgermeisterin werden könnte. Dann wäre der Slogan vor dem Rathaus „Agthe für Weißensberg“ eigentlich hinfällig, er könnte in seinem Rathaus bleiben.
Manche Sigmarszeller Bürger sind überzeugt, dass Theresia Gsell diese Scherze gut abkönne, „die hat gesunden Humor“, meinten sie.
Makabrer Scherz in Hergensweiler
In Hergensweiler bewiesen Unbekannte deutlich schlechteren beziehungsweise gar keinen Humor. Unbekannte haben dort einen Dachs am Maibaum aufgehängt.
„In der Freinacht erlaubte sich eine unbekannte Täterschaft eine abstoßende Aktion am Maibaum im Ort Hergensweiler“, schreibt die Polizei am Donnerstag. An dem am Vortag aufgestellten Maibaum sei ein Dachs aufgehängt worden. Dies sei der Polizeiinspektion Lindenberg im Laufe des Vormittags mitgeteilt worden.
Mehrere Personen hätten das Tier gesehen, bevor die Feuerwehr das tote Tier entfernte, schreibt die Polizei.
Die Polizeiinspektion Lindenberg habe die Ermittlungen wegen des Verdachts der Jagdwilderei und Verstoßes nach dem Tierschutzgesetz aufgenommen. Ob das Tier bereits tot war, als es an dem Baum aufgehängt wurde, sei auch Gegenstand der Ermittlungen.
Die Polizei bittet Zeugen, die sachdienliche Hinweise (auch „Hörensagen“ und Erzählungen) geben können, sich unter der Telefonnummer 08381 92010 an die Polizeiinspektion Lindenberg zu wenden.
Holzpenisse tauchen auf
In Lindau und Hergensweiler – und auch in anderen Orten außerhalb des Lindauer Landkreises – tauchten Holzpenisse an verschiedenen Orten auf. Auf dem Kreisel am Eingang der Lindauer Insel neben dem Casino stand der Penis am Donnerstagmorgen. Auf dem Kreisverkehr in Hergensweiler, auf dem auch das Schild „Tor zum Allgäu“ steht, wurde er in der Nacht auf Donnerstag gesichtet.
Anderswo wird der Maibaum geklaut
Die Maibäumler aus Niederstaufen haben den alten Brauch des Maibaum-Klaus gepflegt. Sie haben es geschafft, den Achbergern ihren Maibaum zu klauen. Mehr dazu erzählt Daniel Zajonz vom Maibaumverein aus Niederstaufen:
Der Bodolzer Baum geht in Rente
Wie in vielen anderen Dörfern wurde auch in Bodolz und Wasserburg der Maibaum gestellt.
In Bodolz wird seit 2023 der gleiche Baum aufgestellt – über die Jahre hat er an Größe verloren. Von ursprünglich 30 Metern sind im Laufe der Jahre noch rund 20 Meter übrig geblieben. Dieses Jahr wurde der Baum noch einmal aufgerichtet. Im nächsten Jahr wird die Bodolzer Feuerwehr einen neuen Baum besorgen.