Nähe zu Rechtsaußen? Metal-Sängerin Elli Berlin weist Vorwürfe zurück

Kolumna, Top-Thema
Den geplanten Auftritt von Elli Berlin hat der Club Vaudeville Anfang Mai kurzfristig abgesagt.
Foto: Christian Flemming/Screenshot Facebook Collage: Kolumna

Knapp zwei Wochen nach der kurzfristigen Absage eines geplanten Konzerts im Club Vaudeville haben Metal-Sängerin Elli Berlin und ihre Band auf ihrer Facebook-Seite ein weiteres Statement veröffentlicht – in dem sie eine mögliche Nähe zu rechtsextremem Gedankengut zurückweisen.

Anfang Mai hätte Elli Berlin mit ihrer Band eigentlich im Club Vaudeville auftreten sollen. Im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen die Metal-Sängerin und zwei Musiker ihrer Band, die wenige Tage zuvor aufgekommen waren, hatte der Club das Konzert aber kurzfristig abgesagt – wie zuvor schon zwei Clubs in Berlin und München. Es geht um die Zusammenarbeit mit umstrittenen Musikern aus und jenseits der sogenannten Grauzone am Rand des politisch rechtsextremen Spektrums. Ihre damals angekündigte Stellungnahme dazu haben die Sängerin und ihre Band nun auf Facebook veröffentlicht.

Bei den umstrittenen Musikern handelt es sich zum einen um die Band Krawallbrüder, die von Kritikern dieser Grauzone zugeordnet wird. Vor zwei Jahren hatte Elli Berlin zusammen mit der Oi-Band aus dem Saarland das Lied „Töte was du liebst“ aufgenommen. Zum anderen sind Musiker der Band von Elli Berlin in der Vergangenheit mit dem Künstler Krähe aufgetreten, dem eine Nähe zum Reichsbürgermilieu nachgesagt wird.

Keine konkreten Antworten vor Auftritt in Lindau

Nach der Konzertabsage in Berlin hatten Elli Berlin und ihre Band in einer Stellungnahme zwar allgemein zum Ausdruck gebracht, dass sie „jegliche Form von Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung ausdrücklich verurteilen“. Konkret zu den Verbindungen mit Krähe und den Krawallbrüdern hatten sie sich im Vorfeld des geplanten Auftritts in Lindau aber auch auf konkrete Nachfragen vom Club Vaudeville nicht geäußert.

Was letztlich dazu führte, dass die Club-Verantwortlichen das Konzert kurzfristig absagten, weil die Zweifel an der Haltung der Musiker nicht komplett beseitigt wurden. Den Kolumna-Artikel dazu findet ihr hier.

Elli Berlin spricht von „falschen Anschuldigungen“

In ihrer neuen Stellungnahme berichten Elli Berlin und die Musiker nun zunächst sehr ausführlich davon, dass eine „anonyme Person mit wechselnder Identität“ Freunde, Geschäftspartner, Pressevertreter und Veranstalter angeschrieben und dabei „schlecht recherchierte“ und „falsche Anschuldigungen“ erhoben habe.

„Für uns war es erschreckend zu erfahren, dass von manchen Leuten/Geschäftspartnern diesem anonymen Kriminellen auf Anhieb geglaubt wurde und die Cancel Culture at its best zur Entfaltung brachte“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Bandmitglieder distanzieren sich von Musiker Krähe

Gemeinsame Auftritte mit dem Musiker Krähe werden darin zwar bestätigt, von dessen Haltung distanziert sich die Band aber. Krähe habe nach Covid „wohl seine Weltsicht geändert und Meinungen vertreten, welche in keinster Weise der Denkweise der beiden Musiker von Elli Berlin entsprechen“, heißt es in der Stellungnahme. Die beiden Musiker hätten das „Gespräch gesucht, um eine Umkehr zu erreichen“. Nachdem dies ergebnislos verlaufen sei, hätten sie die Band von Krähe verlassen. Das Einzige, was man ihnen eventuell vorwerfen könne, sei, zu lange mit der Entscheidung gewartet zu haben.

Vor Corona sei der Künstler Krähe ein respektierter Musiker gewesen, der zum Beispiel als Support für renommierte Künstler wie Peter Maffay oder Johannes Oerding gehandelt wurde. Zur Kooperation mit der Band Krawallbrüder äußert sich Elli Berlin in der Stellungnahme nicht.

Sie und ihre Musiker bitten darum, nach ihren Taten und ihrem Handeln beurteilt zu werden – „nicht nach anonymen und kriminellen Beschuldigungen“. Und sie weisen darauf hin, dass ihre Community aus Menschen unterschiedlichster Herkunft, Hautfarben, Lebensrealitäten und sexueller Orientierungen bestehe. „Und genau diese Menschen fühlen sich bei uns sicher, willkommen und respektiert.“

Der Vorstand des Club Vaudeville hat die neue Stellungnahme von Elli Berlin zur Kenntnis genommen, möchte sich öffentlich aber nicht dazu äußern.

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