Jetzt stellt sich aber heraus: Für die Caritas ist das Vorhaben viel zu teuer. Das Projekt im Heuriedweg sprenge „die Investitionskraft der Caritas bei Weitem“, schreibt Katharina Pschibul, Geschäftsführerin des Caritasverbands für den Landkreis Lindau, in einer Pressemitteilung am Dienstag.
Geplanter Neubau übersteigt die Möglichkeiten der Caritas weit
Die Caritas hat mit einem günstigen Hallenbau geplant, sagt Katharina Pschibul. Der Gestaltungsbeirat der Stadt Lindau habe angeregt, eine Wohnungsbebauung zu prüfen. Den Gedanken habe man bei der Caritas zwar gut gefunden. Allerdings sprenge das den finanziellen Rahmen. Denn der geplante Neubau mit Wohnungen sei zwei- bis dreifach so teuer wie das, was die Caritas stemmen könne. Deshalb entschied man sich dagegen.
Zu der Entscheidung sei die Caritas in einer Sitzung des Caritas-Vorstands und des Caritasrates am 5. Juni gekommen – und die fand nach dem Bauausschuss statt. In einer Sitzung davor haben dem Gremium noch die Zahlen und Fakten gefehlt, sagt Katharina Pschibul. „Das war eine unglückliche Überschneidung.“
Ausschussmitglieder kritisieren das Projekt
Im Bauausschuss wurde das Projekt länger diskutiert. Manche Mitglieder sprachen sich nur wegen der Caritas dafür aus. Christiane Norff (ÖDP) wog ab. „Mir widerstrebt dieser Neubau, aber ich stimme zu, weil die Caritas das unbedingt braucht.“ Am Ende stimmte der Ausschuss mehrheitlich für den Neubau.
Muss jetzt erneut über das Vorhaben im Ausschuss abgestimmt werden? Es bleibe abzuwarten, was weitere Gespräche mit Projektentwickler, Vorhabenträger und der Caritas ergeben, schreibt die Stadt-Sprecherin Bettina Wind auf Nachfrage.
Bei den ersten Gesprächen zu dem Projekt seien Vertreter der Caritas in der Stadtverwaltung mit dabei gewesen, so Wind. „Seitdem haben wir keine Mitteilung bekommen, dass die Caritas ausgestiegen sei.“ Allerdings sei die Stadt selbst nicht Vorhabenträger. „Bei uns ging der Bauantrag ein, der im Bau- und Umweltausschuss zu behandeln war.“
Anwohner reicht Beschwerde bei der Regierung von Schwaben ein
Im Voraus gab es ohnehin Kritik an dem Neubau im Heuriedweg. Anwohnerinnen und Anwohner prangern an, dass sich der Verkehr mit dem Bauprojekt massiv verstärken würde und die Straße dafür nicht ausgelegt sei.
Außerdem würde der Neubau in einen der fünf Landschaftsfinger ragen. Das Gebäude, in das Elektro Herz einziehen könnte, kratzt den Landschaftsfinger an. Das, das für die Caritas vorgesehen war, würde laut Plänen komplett im Landschaftsfinger liegen.