Zum 50. Geburtstag hat Karl Schober von seinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Stadtrat ein besonderes Geschenk bekommen: das Ortsschild von Schoberrreitnau. Archivfoto: Christian Flemming
Als Würdigung für den herausragenden Einsatz des verstorbenen Ausnahmepolitikers soll der Platz vor dem Freizeitzentrum nach Karl Schober benannt werden. Seiner Familie bedeutet das viel.
Er war ein verlässlicher Brückenbauer. Einer, der sich für seine Heimatstadt Lindau, vor allem aber für Oberreitnau eingesetzt hat wie kein anderer – und dabei immer respektvoll und meist gut gelaunt war. In Oberreitnau soll nun ein Platz nach Karl Schober benannt werden.
Die Stadt möchte damit das langjährige kommunalpolitische Engagement und den herausragenden Einsatz ihres verstorbenen Ehrenbürgers honorieren, wie sie in einer Pressemitteilung schreibt.
Der Hauptausschuss muss die Idee am Dienstag kommende Woche zwar noch absegnen. Doch das ist wohl reine Formsache – vor allem für die Stadtratskolleginnen und -kollegen, die mit ihm noch zusammengearbeitet haben.
„Karl Schober aus Oberreitnau engagierte sich über Jahrzehnte hinweg für die Belange der Bürgerschaft und prägte das kommunalpolitische Geschehen in Lindau maßgeblich mit“, begründet die Verwaltung ihren Vorschlag. 20 Jahre lang saß Schober für die CSU im Lindauer Stadtrat, 16 davon war er zweiter Bürgermeister.
Der große Vermittler
Dabei hat es immer wieder geschafft, auch bei den strittigsten Themen zwischen den Fraktionen zu vermitteln. Weil er zwar für seine Ziele kämpfte, dabei aber immer auch das Gespräch mit denen suchte, die über Themen und Projekte anders dachten als er.
In Oberreitnau kannte ihn jeder. Nicht nur, weil der gelernte Fliesenleger jahrelang Wirt im Grünen Baum war. Er war auch Ehrenamtler durch und durch und Mitglied in nahezu jedem Oberreitnauer Verein. Der Lebemann war einfach gern unter Menschen.
Karl Schober. Archivfoto: Christian Flemming
Als leuchtendes Vorbild für Streitkultur, Rückgrat und Bürgernähe über Parteigrenzen und Stadtteile hinweg beschrieb Lindaus ehemaliger Oberbürgermeister Gerhard Ecker seinen Stellvertreter, als Karl Schober im Januar 2020 zum Ehrenbürger ernannt wurde.
Ecker lobte auch, dass Schober immer bereit gewesen sei, schwierige und undankbare Aufgaben zu übernehmen. Exemplarisch nannte er die Verhandlungen mit der Bahn, rund um den Neubau der Therme und sein Engagement für die Gartenschau.
Nur wenige Monate später, am 4. Juni 2020, erlag Schober seiner schweren ALS-Erkrankung, er wurde nur 63 Jahre alt. Hunderte Weggefährten trauerten um einen Freund. „Karl Schober hat sich jede denkbare Auszeichnung unserer Stadt verdient“, sagte Ecker bei der Trauerfeier.
Genau der richtige Ort
Mit dem Platz vor dem Freizeitzentrum habe die Stadt genau den richtigen Ort ausgesucht, um an ihren Mann zu erinnern, findet Claudia Schober – denn dort kommen viele Oberreitnauerinnen und Oberreitnauer regelmäßig vorbei. „Wir sind richtig stolz.“
Die Nachricht habe die Familie zwar zunächst etwas aufgewühlt, aber auch Sohn Lukas, Tochter Daniela und Karl Schobers Schwester Margit freuen sich. „Wir sind einfach auch dankbar, dass er in so vielen Köpfen nicht vergessen ist“, sagt Tochter Daniela.
Und Margit Schober ist sich sicher: Ihr Bruder hätte alles getan, um das sanierungsbedürftige Freizi samt Bad zu retten. „Er war einfach ein Mensch, der alles konnte und alles gelöst hat“, sagt sie. „So einen gibt es nicht nochmal.“
Feierlich umbenannt und eingeweiht werden soll der neue „Karl-Schober-Platz“ am 18. Juli, wenn die Stadt auch das Jubiläum der Eingemeindung von Reitnau feiert: Sie jährt sich 2026 zum 50. Mal. Schwimmbad und Freizeitzentrum waren damals das Brautgeschenk.
Auch die Stadtverwaltung findet, dass der Platz vor dem Freizi besonders dafür geeignet ist, Karl Schober zu ehren. Schließlich wurde er von vielen scherzhaft „König von Schoberreitnau“ genannt.
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