Einige Gemeinderäte in Hergensweiler hören auf – das haben sie bereits beim Kinderfest im Sommer thematisiert. Viel Nachwuchs meldete sich bei der Nominierungsveranstaltung im November aber trotzdem nicht.
Die erste Nominierungsveranstaltung der Gemeinschaftsliste Hergensweiler war nicht sonderlich erfolgreich. Die Liste konnte mit zwölf Kandidatinnen und Kandidaten gerade so gefüllt werden. Am Freitag, 9. Januar, findet deswegen eine zweite Veranstaltung statt.
In Hergensweiler wird sich die Wahl im März nicht so richtig nach einer Wahl anfühlen. Denn es gibt nur einen Bürgermeisterkandidaten – und auch nur eine Liste: die Gemeinschaftsliste Hergensweiler.
Stand jetzt haben Wählerinnen und Wähler auch auf dieser Liste keine große Auswahl. Weil das Interesse bei der Aufstellungsversammlung Ende November nicht sonderlich groß war, ist sie mit den zwölf Kandidatinnen und Kandidaten nur knapp voll geworden. (Wer bisher auf der Liste steht, lest ihr im Kasten unten.)
Zur Veranstaltung gekommen waren nur etwa 100 Wahlberechtigte. „Es waren weniger Menschen da als bei den Veranstaltungen 2014 und 2020“, gibt Bürgermeister Wolfgang Strohmaier zu, der auch für diese Wahl wieder von der Gemeinschaftsliste aufgestellt wurde.
Vor den anderen beiden Kommunalwahlen seien immer um die 300 Menschen zur Aufstellungsversammlung gekommen. Das habe auch daran gelegen, vermutet Strohmaier, dass es damals drei beziehungsweise zwei Bürgermeisterkandidaten gab. „Das war für die Leute interessant.“ Dieses Mal wird nur Wolfgang Strohmaier auf dem Wahlzettel stehen.
Wolfgang Strohmaier möchte für eine dritte Amtszeit als Bürgermeister von Hergensweiler antreten. Hier zeigt er Pläne für das aktuell größte Projekt der Gemeinde: der Neubau der Kita. Foto: Ronja Straub
Nimmt das Interesse an der Kommunalpolitik in der Gemeinde ab?
Ungünstig für die Nominierungsveranstaltung Ende November sei gewesen, dass an dem Abend auch andere Events von Vereinen stattgefunden haben.
Strohmaier sieht noch einen weiteren Grund für das geringe Interesse:
Wir sorgen für spektakulär wenige Schlagzeilen
, sagt der Bürgermeister.
Der Gemeinderat arbeite ruhig und konzentriert. „Das heißt nicht, dass immer alle einer Meinung sind.“ Aber man sei konstruktiv. „In der Bevölkerung herrscht eine relative Zufriedenheit“, glaubt Strohmaier.
Bei der Nominierungsveranstaltung seien auffallend wenig jüngere Menschen gewesen, sagen Gäste des Abends. Informiert wurde über den Abend im Amtsblatt. Dort sei mehrmals auf die Veranstaltung hingewiesen worden.
Das reicht nach Strohmaiers Meinung aus. „Bisher hat das immer gut funktioniert“, sagt er. Jeder habe Zugang zum Amtsblatt, man könne es sich auch online durchlesen oder als Newsletter bestellen.
Auch vor den vergangenen Wahlen sei es nicht einfach gewesen, Kandidatinnen und Kandidaten für die Listen zu finden, sagt Strohmaier, der seit 2014 Oberhaupt der Gemeinde ist. „Auch damals mussten wir schon Leute suchen“, so der Bürgermeister. „Das ist ein hartes Geschäft.“
Zweite Aufstellungsversammlung am Freitag
Aber man wolle eine größere Auswahl bieten. „Damit die Wahl auch Wahl genannt werden kann“, sagt Strohmaier. Deshalb findet am Freitag, 9. Januar, um 19 Uhr in der Leiblachhalle eine zweite Aufstellungsversammlung statt. Im besten Fall stünden dann anstatt zwölf 24 Kandidaten auf der Liste.
Werbung werde auch diesmal hauptsächlich im Amtsblatt gemacht – und auch die Presse sei informiert worden. Vor der ersten Veranstaltung hat jedenfalls Kolumna keine Information dazu bekommen.
Strohmaier schaltet diesmal eine „großflächigere Anzeige“ im Amtsblatt, das Anfang Januar zum ersten Mal seit Weihnachten wieder erscheint. Die Anzeige habe er aus eigener Tasche gezahlt, so der Bürgermeister. „Ich hoffe, dass die Leute kommen.“
Kandidaten und Kandidatinnen der Gemeinschaftsliste Hergensweiler:
Martin Heimpel
Michael Bihler
Sibylle Englmann
Christiane Schneider
Frank Wawrzyniak
Stefan Kurras
Sebastian Sutter
Roman Schega
Ralf Ehrle
Holger Kosmund
Mitja Padur
Wolfgang Harscher
Die Liste soll noch erweitert werden.
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