Obwohl es kein Jugendparlament in Lindau gibt, stehen Jugendliche verschiedene andere Angebote zur Verfügung. Wie sie die Angebote wahrnehmen und was verbessert werden könnte, erzählen Schüler und Schülerinnen des Valentin-Heider-Gymnasiums in Lindau.
Möglichkeiten für Engagement werden zu wenig kommuniziert
Die Jugendwerft, das Jugendhaus xtra, ein Jugendbudget von 20.000 Euro – das ist ein großer Teil des Lindauer Jugendangebots. Hier können sie ihre Ideen einbringen, Projekte planen und zusammen sein. Zwar wurde das Jugendbudget in den vergangenen Jahren immer wieder für Projekte genutzt, jedoch sind die Angebote bei einigen Jugendlichen nicht bekannt.
Laut Alicia Hillwig, sie besucht die Stufe zwölf, liege das daran, dass zu wenig Kommunikation stattfindet. „Ich hätte das gar nicht mitbekommen, wenn es nicht in der Schule besprochen worden wäre“, erzählt sie.
Schülerin Clara Friedmann erzählt von ihren Ideen und dass sie nur nicht wisse „wie man sich einbringen kann“. Von den Jugendangeboten habe sie nur oberflächlich gehört. „Man kriegt ein bisschen was mit“, mehr aber auch nicht, sagt sie.
Bestehende Angebote sind nicht attraktiv genug
Woran das liegt, erklärt Viola Lay. Sie besucht auch die zehnte Klasse und sieht ihre Heimat eher als „Rentner-Stadt“ an. Es gebe zu wenig attraktive Angebote und keinen Ort, an dem sich junge Menschen abends treffen können, sagt sie. Zwar hat das Jugendhaus bis 20 Uhr, freitags sogar bis 21 Uhr geöffnet, sehr attraktiv scheint das Angebot aus ihrer Sicht aber nicht. „Man weiß einfach zu wenig darüber“, erklärt Viola.
Die Schüler erzählen außerdem, dass viele junge Menschen nicht genügend Motivation hätten, um von sich aus ein Projekt oder eine ihrer Ideen einzubringen. Für die Jugendlichen fehle das Wissen, welche Angebote bestehen und eine aktive Unterstützung. „Das ist einfach viel Arbeit, bis so eine Idee dann tatsächlich umgesetzt wird“, sagt Jakob Schantz. Die Hemmschwelle sei letztendlich zu groß.