So bringen sich junge Menschen in Lindau ein

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Lindau
Fünf Schüler stehen nebeneinander
Schüler der Stufe 10 des VHG in Lindau. (von links nach rechts) Quintin Müller, Jakob Schantz, Viola Lay, Clara Friedmann, Ella Schön
Foto: Nele Kluge

In Lindau gibt es kein Jugendparlament. Dafür aber ein breites Jugendangebot. Wie wird das von Jugendlichen genutzt?

Obwohl es kein Jugendparlament in Lindau gibt, stehen Jugendliche verschiedene andere Angebote zur Verfügung. Wie sie die Angebote wahrnehmen und was verbessert werden könnte, erzählen Schüler und Schülerinnen des Valentin-Heider-Gymnasiums in Lindau.

 

Möglichkeiten für Engagement werden zu wenig kommuniziert

Die Jugendwerft, das Jugendhaus xtra, ein Jugendbudget von 20.000 Euro – das ist ein großer Teil des Lindauer Jugendangebots. Hier können sie ihre Ideen einbringen, Projekte planen und zusammen sein. Zwar wurde das Jugendbudget in den vergangenen Jahren immer wieder für Projekte genutzt, jedoch sind die Angebote bei einigen Jugendlichen nicht bekannt.

Laut Alicia Hillwig, sie besucht die Stufe zwölf, liege das daran, dass zu wenig Kommunikation stattfindet. „Ich hätte das gar nicht mitbekommen, wenn es nicht in der Schule besprochen worden wäre“, erzählt sie.

Schülerin Clara Friedmann erzählt von ihren Ideen und dass sie nur nicht wisse „wie man sich einbringen kann“. Von den Jugendangeboten habe sie nur oberflächlich gehört. „Man kriegt ein bisschen was mit“, mehr aber auch nicht, sagt sie.

Bestehende Angebote sind nicht attraktiv genug

Woran das liegt, erklärt Viola Lay. Sie besucht auch die zehnte Klasse und sieht ihre Heimat eher als „Rentner-Stadt“ an. Es gebe zu wenig attraktive Angebote und keinen Ort, an dem sich junge Menschen abends treffen können, sagt sie. Zwar hat das Jugendhaus bis 20 Uhr, freitags sogar bis 21 Uhr geöffnet, sehr attraktiv scheint das Angebot aus ihrer Sicht aber nicht. „Man weiß einfach zu wenig darüber“, erklärt Viola.

Die Schüler erzählen außerdem, dass viele junge Menschen nicht genügend Motivation hätten, um von sich aus ein Projekt oder eine ihrer Ideen einzubringen. Für die Jugendlichen fehle das Wissen, welche Angebote bestehen und eine aktive Unterstützung. „Das ist einfach viel Arbeit, bis so eine Idee dann tatsächlich umgesetzt wird“, sagt Jakob Schantz. Die Hemmschwelle sei letztendlich zu groß.

Vier Jugendliche stehen nebeneinander
Schüler der Stufe 12 am VHG. (von links nach rechts) Niklas Stark, Alicia Hillwig, Martina Fuchs, Susanne Heller
Foto: Nele Kluge

Schreckt zu viel Verbindlichkeit ab?

Neben zu viel Arbeit könnte laut den älteren Schülerinnen auch die hohe Verbindlichkeit eines Engagements dazu führen, dass wenige Schüler die Angebote wahrnehmen.

Susanne Heller denkt, dass es deswegen schwierig sein könnte „Leute zu finden, die sich engagieren wollen“.

Die Schüler und Schülerinnen der Stufe zwölf finden allerdings auch, dass eine möglichst frühe Einbindung, besser sei. Je älter die Jugendlichen sind, desto mehr Hobbies und Verpflichtungen haben sie schon, sagt Martina Fuchs.

Außerdem hält Clara eine Verbindung der Schulen mit einem Jugendparlament für eine gute Möglichkeit, mehr Leute abzuholen. Sie sagt, „so könnten mehr junge Menschen davon erfahren und sich einbringen“.

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