Ute Dittmar aus Wasserburg führt seit 18 Jahren Regie bei der Kressbronner Theatergruppe Mixed Pickles. Derzeit probt sie mit dem Ensemble für das neue Stück, das bald Premiere feiert und turbulent zu werden verspricht.
Noch wenige Tage bis zur Premiere: Langsam wird es ernst, steigt der Puls und Regisseurin Ute Dittmar muss bei der Probe ein wenig Dampf machen: „Das muss dramatischer und drastischer rüberkommen“, fordert sie die Schauspielerinnen und Schauspieler auf, „noch einen Zahn zuzulegen.“
Sonntagnachmittag ist immer Probentag bei den Mixed Pickles, der Theatergruppe in Kressbronn. Bis zur Premiere der Komödie „Richtfest“ am Freitag, 20. März, ist zwar noch Zeit. Aber erfahrungsgemäß kommt die Premiere doch schneller als man denkt.
Regisseurin Ute Dittmar wohnt und lebt in Wasserburg. Sie hat eine klare Vorstellung, wie das neue Stück inszeniert werden muss.
Die Mixed Pickles sind noch mitten in der Probe
Die Regisseurin meint es ernst mit ihrer Truppe. Ute Dittmar wohnt und lebt in Wasserburg und arbeitet als Regisseurin und Schauspielerin. Seit 18 Jahren fordert sie die „Mixed Pickles“ zu immer neuen Höchstleistungen heraus. „Unser Anspruch ans Theaterspielen und die Auswahl unserer Stücke liegen schon hoch“, erzählt Ute Dittmar, während sich das Ensemble für die Probe auf der Bühne in der Aula der Nonnenbachschule regelrecht warm läuft, warm redet und locker macht.
Sie wolle sich deshalb nicht unbedingt mit den klassischen Bauerntheatern vergleichen, die im weiten Umkreis in der Bodenseeregion bekannt sind. Auf die Auswahl der Stücke in Kressbronn werde großen Wert gelegt: An Aufführungen wie „Der Besuch der alten Dame“ von Dürrenmatt oder auch „Einer flog über das Kuckucksnest“ wagten sich die „Mixed Pickles“ trotzdem heran und fanden Anklang beim Publikum.
Theater in der Aula
Seit 36 Jahren sorgen sie jetzt für anspruchsvolles Theater. In der Aula der Nonnenbachschule in Kressbronn, wo die Schulbänke und Klappsitze treppenartig angeordnet sind und einen besonderen Charme verströmen, soll diesmal die Komödie „Das Richtfest“ aufgeführt werden. Insgesamt siebenmal: vom 20. bis 22., am 25. und vom 27. bis 29. März. In der Regel ist die Aula schnell ausverkauft.
Die „Richtfest“-Handlung verspricht viele Turbulenzen. „Gemeinsam ein Haus zu bauen, ist wie eine Diät: am Anfang ist man motiviert und am Ende braucht man einen Drink.“ So witzig kündigen die Mixed Pickles ihr Stück an und zeigen schon in den Proben, dass es drunter und drüber geht, bis hin zu einem regelrechten Chaos auf der Bühne.
Und die Handlung spielt fast wie im Alltag: Vier Ehepaare wollen gemeinsam ein Haus bauen und als WG zusammenleben. Kredite, Geld, Neid, Missgunst – alles kommt zusammen. Zu viel wollen sie bei ihrer Probe natürlich nicht preisgeben.
Jeder muss sich in seine Rolle finden
Die nächsten drei Wochen ist der Sonntagmorgen noch für die Probe reserviert. Souffleuse Sabine sitzt mit dem Drehbuch in der ersten Reihe und muss den Akteuren immer wieder auf die Sprünge helfen. Und die Regisseurin Ute Dittmar schaut dem Treiben kritisch zu, greift ein. „Jede und jeder muss sich erst in seine Rolle einfinden, Mut haben, sich selbstbewusst zu zeigen und auch mal ausflippen.“ Interessant die Aussage der Regisseurin: „Die Akteure sollen sich nicht selbst spielen, das wäre zu einfach.“ Also rein in die verzwickte und auch komplizierte Rolle.
Vor Wochen hatte Ute Dittmar den acht Akteurinnen und Akteuren, die im Stück jeweils ein vertrautes Ehepaar spielen, eine Hausaufgabe gegeben: Bei einem privaten „Date“, außerhalb der Probe, mussten sich die Paare treffen, sich näher kommen und eine gewisse Vertrautheit aufbauen und so den Ehealltag einüben.
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