Im Cavazzen-ABC widmen wir uns jeden Tag einem Buchstaben. Diesmal geht’s um die NS-Zeit. Die kam bislang nicht im Stadtmuseum vor. Das ist jetzt zum Glück anders.
Lindau war 1931 die erste bayerische Kommune mit einem NSDAP-Oberbürgermeister. Sein Name war Ludwig Georg Siebert. Bei der Reichstagswahl im April 1932 bekam die NSDAP in Lindau eines ihrer landesweit besten Ergebnisse.
Das sind nur wenige von vielen Fakten und Schicksale aus der NS-Zeit in Lindau, die Besucherinnen und Besucher seit der Wiedereröffnung im Cavazzen erfahren. Zuvor spielte die NS-Diktatur im Cavazzen keine Rolle.
In mehreren Räumen im zweiten Stock wird jetzt zum Beispiel das schreckliche Schicksal der jüdischen Familie Spiegel oder die Geschichte des Trommlerjungen erzählt – von dem nur noch Reste der Figur des früheren Kinderfestbrunnens erhalten sind. Damit werden wichtige Teile der Geschichte endlich sichtbar.
In Lindau wehen schon früh die Hakenkreuzfahnen
Besucherinnen und Besucher erfahren auch, dass nur einen Tag nach Machtübernahme der Nazis in Bayern, die SS und die SA an den Lindauer Verwaltungsgebäuden die Hakenkreuzfahne hissten – und bald wehte sie auch an allen Häusern, Schulen, am Hafen und vom Heck der Kursschiffe, heißt es dort.
Lindau profitierte vom NS-Regime: Die Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“ brachte viele Gäste in die Stadt. Das NS-Regime inszenierte die Ferieninsel und ihre idyllische Umgebung als Idealbild des guten Lebens im „Dritten Reich“.
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