Trotz Regenschauern und kühler Temperaturen hat Lindau am Freitagabend bewiesen, wie schön ein Sommerabend sein kann – auch wenn die Sonne fehlt. Die lange Kultur- und Einkaufsnacht auf der Insel hat mit Leichtigkeit und Lebensfreude das Wetter vergessen gemacht – die großen Menschenmengen blieben aber aus.
Zwischen Stadtmuseum Cavazzen, Kunstforum Hundertwasser und offenem Atelier der Lindauer Künstlerinnen und Künstler wurde Kunst in all ihren Facetten geboten: Lesungen, Ausstellungen, Vorträge – und im Orthaus sogar einen kurzen Ausflug ins Mittelalter, den rund 300 Gäste begeistert mitgingen.
Hier könnt ihr euch durch viele Fotos klicken:
Die Einzelhändler hatten ihre Läden liebevoll hergerichtet – mit Lichtern, Blumen, Sekt oder Prosecco. Oft standen die Inhaber selbst an der Tür, begrüßten ihre Gäste, plauderten und präsentierten ihre Produkte wie kleine Kostbarkeiten.
Auf dem Marktplatz sorgte die Band „Dicke Fische“ für Gänsehaut, Tanzlaune und das wohl meistgehörte Zitat des Abends: „Komm, lass uns tanzen…“. Sänger Anjel Ferry sang mit voller Leidenschaft. „Grandios ist untertrieben“, sagten Konny Wiese und Nina Kopenhagen aus Lindau strahlend – und rundherum wurde getanzt, geschunkelt, gelacht.
Der große Andrang blieb an diesem Abend aus – die Atmosphäre war aber dennoch besonders. Da waren zum Beispiel die strahlenden Gesichter der drei jungen Frauen aus der Schweiz – Marjoleine, Naisse und Melissa – die einfach im Regen tanzten. Oder Marie Leonie Abt und Viola Schäfler, elf Jahre jung, die auf eigene Faust selbst gesammelte und bemalte Steine verkauften. Einer davon wanderte übrigens direkt in die Tasche der Oberbürgermeisterin.
Auch auswärtige Gäste zeigten sich begeistert: Dirk Eichstädt aus Isny und Petra Weiß aus Wangen schirmten sich trocken, aber nicht ihre Begeisterung: „Lindau ist immer schön – zum Stöbern, Staunen und Genießen.“ Sascha Müller zum Hagen aus Hamburg tanzte mit Tochter Sophie über den Platz, während DJ Reto vom Kollektiv „baltik puls“ und DJ Tim Leone für den richtigen Takt sorgten.
Die leuchtenden Herz- und Blumen-Air-Lights wurden zum Selfie-Hit. Die vielen Programmpunkte, drinnen wie draußen, zeigten: Diese Nacht hat ihren Zweck erfüllt. Spätestens ab 21 Uhr wurde es dann sogar noch von oben trocken.




