Im Cavazzen-ABC widmen wir uns jeden Tag einem Thema. Heute geht es um die Kosten. Sie sind während des Projekts ganz schön gestiegen.
Die Stadt rechnet beim Cavazzen-Projekt mit Gesamtkosten von 33 bis 34 Millionen Euro. Das bedeutet: Seit der Bauantrag für das Projekt im Februar 2019 eingereicht wurde, sind die Kosten um rund neun Millionen Euro gestiegen. Damals rechnete die Stadt noch mit 24,5 Millionen Euro.
Die ganz exakten Kosten stehen noch nicht fest, denn die Schlussrechnung liegt noch nicht vor. Das sei bei einem Projekt dieser Größenordnung normal, sagt Bettina Wind, Sprecherin der Stadt, auf Nachfrage von Kolumna. „Es haben rund 50 Gewerke daran gearbeitet und ihre Rechnungen teilweise noch nicht gestellt.“
Das Projekt Cavazzen ist in drei Teile untergliedert: Die Sanierung des Gebäudes, die musealen Strukturen (also alles, was zur Ausstattung des Museums gehört) und das Depot, das extra gebaut wurde, um Ausstellungsstücke zu lagern.
2019, als der Bauantrag für den Cavazzen eingereicht wurde, plante die Stadt mit folgenden Kosten: rund 17,8 Millionen Euro für die Sanierung des Gebäudes und gut 4,6 Millionen Euro für die musealen Strukturen. Das Depot war damals schon gebaut, es kostete 2,1 Millionen Euro.
Kosten für Gebäudesanierung sind um rund acht Millionen Euro gestiegen
Die Sanierung des Gebäudes hat die Stadt nun fast 26 Millionen Euro gekostet und ist damit rund acht Millionen Euro teurer geworden als vor sechs Jahren veranschlagt.
Laut Stadtverwaltung haben unter anderem Materialengpässe, Inflation und Hygienebestimmungen während der Corona-Pandemie zu Buche geschlagen. Die Kostenentwicklung beim Cavazzen liegt leicht unter der allgemeinen Baupreissteigerung.
Für den Denkmalschutz sowie Arbeiten an Gründung und Dachstatik und das Anpassen der Technik sei zudem mehr Aufwand nötig gewesen als geplant.
Wenn euch die genaue Kostenaufstellung interessiert, dann könnt ihr sie hier nachlesen. Im Cavazzen-Ausschuss im Oktober wurden die Kostenentwicklung dargestellt, laut Stadt-Sprecherin Wind haben sich die Zahlen seitdem nicht nennenswert verändert.
Die Kosten für die musealen Strukturen sind demnach um rund 1,3 auf insgesamt sechs Millionen Euro angestiegen. Als Gründe nennt die Stadt allgemeine Kostensteigerungen.
Förderungen sind nicht mit gestiegen
Das Problem: Die Summe der Förderungen hat sich nicht in gleichem Maße erhöht. Laut Lindaus ehemaligem Oberbürgermeister Gerhard Ecker rechnete die Verwaltung noch 2017 mit gut 17 Millionen Euro Förderung. Jetzt sind es gut 20 Millionen Euro.
„Die Stadt ist sehr froh, dass es überhaupt eine Nachförderung gab“, schreibt Stadt-Sprecherin Bettina Wind auf Nachfrage. „Das ist bei Mehrkosten für Projekte nicht der Normalfall.“
Das Landesamt für Denkmalschutz habe der Stadt noch eine Nachförderung für den denkmalpflegerischen Mehraufwand in Aussicht gestellt. „Die können wir allerdings erst beantragen, wenn das Projekt final abgerechnet ist“, so Wind. „Wir gehen hier von einer zusätzlichen sechs bis siebenstelligen Summe aus.“
Auch der Zeitplan hat sich übrigens verschoben. Noch 2018 ging man von einem Nutzungsbeginn 2022 aus. „Allerdings hat die Stadt schon bei der Antragsstellung vermutet, dass die Zeitangabe sehr optimistisch ist“, so Wind.
Dass dieser Zeitplan nicht eingehalten werden konnte, habe die gleichen Gründe wie die Kostensteigerung: Die verschiedenen Krisen der vergangenen Jahre.
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