Fasnet, Konfetti und gute Laune: Hergensweiler außer Rand und Band

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Alle Fotos: Susi Donner

Das Dorf hat an diesem Wochenende gezeigt, wie Fasnet richtig geht: bunt, laut, fröhlich – und ein bisschen verrückt. 41 Zünfte, mehrere Kapellen, tanzende Hexen und ein Dorf, das vor Musik, Farben und Frohsinn nur so strahlte.

Bereits am Freitagabend startete das närrische Treiben mit einer Premiere: Das Narrenbaumstellen der Weißnarrenzunft Hergensweiler wurde erstmals als eigenständiges Fest gefeiert. Elf Narrengruppen, zwei Lumpenkapellen, viele Zaungäste und eine Abordnung des Gemeinderates waren dabei.

Zunftmeisterin Verena Stocker zeigte sich sichtlich gerührt über den großen Zuspruch: „So können wir Narren noch länger regieren – was sicher vernünftig ist“, scherzte sie. Anschließend zog der närrische Tross, angeführt von der Lumpenkapelle Westallgäu, ins Festzelt weiter, wo die Party offiziell begann.

Zuvor musste sich Bürgermeister Wolfgang Strohmaier schon geschlagen geben: Der Rathausschlüssel wechselte frühzeitig in die Hände der Narren, die von nun an in den kommenden Wochen bis Aschermittwoch regieren. Einen Rathaussturm gibt es in diesem Jahr dann nicht mehr.

41 Zünfte und Musikgruppen beim Dämmersprung

Am Samstagmittag verwandelte sich das Dorf dann endgültig in eine Fasnethochburg. Beim Dämmersprung bei Kaiserwetter sprangen, hüpften und tanzten 41 Zünfte und Musikgruppen durch den dicht gesäumten Umzugsweg. Bunt und lustig, schaurig und schön – ein Fest für Augen und Ohren. Das Publikum, selbst fantasievoll verkleidet, hielt mit Begeisterung Schritt, sodass es kaum einen Moment zum Durchatmen gab.

Hier könnt ihr euch durch die Fotos klicken:

Die Narrenrufe wurden von großen und kleinen Zaungästen eifrig beantwortet – und erstaunlich schnell gelernt: Von „Butze-Dätz“ über „Ratzemaus – Oho“ bis „D’r Drache guckt – D’r Bursche guckt“. Als Belohnung regnete es Süßigkeiten in die mitgebrachten Stofftaschen.

Musikalisch sorgten die Kapellen dafür, dass niemand stillstehen konnte: die Adelegg-Schalmeien aus Isny, die Hexenmusik Schönau, Lumpenkapellen aus Zollenreute, dem Westallgäu und Taldorf, der Trommlerzug Lindau-Aeschach, der Fanfarenzug Lindau und einige weitere.

Besonders auffällig war die Nähe der Narren zum Publikum: Hästräger suchten immer wieder den Kontakt, verteilten Umarmungen – und rieben großzügig Konfetti in Haare und Jacken. Getanzt wurde überall – und auch die berühmten Hexenpyramiden durften nicht fehlen. Zunftmeisterin Verena Stocker erklärte augenzwinkernd, dass es sich geometrisch betrachtet natürlich nicht um echte Pyramiden handelt – der Begeisterung tat das keinen Abbruch.

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