Bunte Eier und eine starke Gemeinschaft zu Ostern: Wie die Hasenfamilie an den Oberreitnauer Marienplatz kommt

Top-Thema
Lindau
Viele Helferinnen und Helfer sorgen dafür, dass in Oberreitnau ein besonderer Osterbrunnen entsteht. Foto Susi Donner

Im ganzen unteren Landkreis Lindau gehören festlich geschmückte Osterbrunnen inzwischen zur liebgewonnenen Tradition. Ob in kleinen Ortsteilen oder auf zentralen Dorfplätzen – vielerorts engagieren sich Vereine, Schulen, Kindergärten und Ehrenamtliche, um die Brunnen in farbenfrohe Osterblicke zu verwandeln. Zu den besonders Eindrucksvollen gehört der Osterbrunnen am Marienplatz in Oberreitnau.

Seit 2012 schmücken ihn rund zehn bis zwölf engagierte Frauen und Männer des katholischen Frauenbundes Oberreitnau – unterstützt von vielen weiteren Menschen. Was auf den ersten Blick farbenfroh, fröhlich und leicht wirkt, ist in Wahrheit das Ergebnis vieler Stunden geduldiger Handarbeit.

Rund 1500 Hühner- und Gänseeier gehören inzwischen zum Fundus. Jedes einzelne Ei wird ausgeblasen, mit Essig gereinigt, geschliffen, grundiert und schließlich fantasievoll bemalt.

Auf Zahnstocher gesteckt und mit feinen Schnüren befestigt, finden die bunten Eier ihren Platz zwischen Girlanden, Kugeln und kunstvoll gebundenen Kränzen. „Es sind viele Arbeitsschritte“, sagt Uschi Schilz, eine der jahrelangen Helferinnen. „Ich selbst bin nicht so sehr die kunstvolle Malerin, aber die Vorarbeiten mache ich sehr gerne.“ 

Jedes Jahr werden es ein paar mehr. „Wir pflegen die vorhandenen Eier, aber es kommen immer wieder neue dazu, weil wir einfach so viel Freude daran haben.“ Zudem fordern Wind und Wetter ihren Tribut: Beschädigte Stücke müssen ersetzt, vieles repariert werden. Die grünen Buchs-Kugeln feiern in diesem Jahr ein kleines Comeback.

Die Oberreitnauer Hasenfamilie lockt jedes Jahr viele Besucherinnen und Besucher an.

 

Manche der Helferinnen und Helfer in Oberreitnau sind wahre Künstlerinnen.

 

Die Gruppe selbst bleibt nicht stehen – sie wächst und verjüngt sich. Neue Helferinnen und Helfer stoßen dazu, Generationen kommen miteinander ins Gespräch. Besonders wichtig sei den Beteiligten, Kinder einzubeziehen: „Schon von Anfang an durften Schulkinder mitgestalten, in diesem Jahr kamen sogar Eier aus dem Kindergarten hinzu. So entsteht nicht nur Dekoration, sondern auch Verbundenheit“, sagt Bock. „Die Kinder sollen spüren, dass es ihr Brunnen ist. Dann wächst auch die Wertschätzung.“

Ein besonderer Blickfang ist die Strohhasenfamilie, die den Brunnen seit vielen Jahren begleitet. Allen voran Hasenmama Rosel, das älteste Mitglied, gefolgt von Papa Paul Josef, der es sich heuer auf dem „Mitfahr-Bänkle“ gemütlich macht. Komplettiert wird die Familie von Hasenmädchen Bärbel und Hasenjunge Fränzle. Immer wieder werden die Figuren liebevoll ausgebessert und neu gestopft.

Das Schmücken selbst ist längst zu einem festen Ritual geworden: „Wir machen es uns schön – mit Kaffee, Kuchen und auch mal einem Gläschen Sekt. Wir sind eine richtige Gemeinschaft geworden“, beschreibt Michaela Bock die besondere Atmosphäre.

Bereits vor Palmsonntag war der Brunnen fertiggestellt. Bleiben wird er bis Ende April – dann wird er vorsorglich abgebaut, um möglichen Streichen in der Mainacht zuvorzukommen. Bis dahin aber zieht er viele Besucher an: Spaziergänger, Radfahrerinnen und Einheimische, die immer wieder vorbeischauen.

Doch nicht nur in Oberreitnau lohnt sich der Blick: Im gesamten Landkreis entstehen zur Osterzeit vielerorts geschmückte Brunnen – mal durch Schulen und Kindergärten, mal durch Vereine oder engagierte Bürgerinnen und Bürger. Sie alle eint die Freude daran, anderen eine besondere Osterzeit zu bereiten.

Schaut euch auch die anderen Osterbrunnen an:

Teile diesen Artikel mit deinen Freund*innen

Dir brennt ein Thema auf der Seele? Wir kümmern uns!

Bei Kolumna wollen wir uns um die Themen kümmern, die dir wichtig sind. Schicke uns deine Anregungen oder Recherche-Hinweise über unseren Briefkasten, den wir extra dafür eingerichtet haben.

Das könnte dich auch interessieren