Das Parkleitsystem in Lindau ist veraltet. Für welche Lösung sich der Hauptausschuss entschieden hat und wie viel die neuen Anzeigen kosten, lest ihr hier.
Blechlawinen auf die Insel und Autofahrer, die ewig nach einem Parkplatz suchen – in Lindau ist das an Sommertagen ein Dauerproblem. Schilder und Hinweise schaffen es nicht, den Verkehr richtig zu lenken. Große LED-Schilder und genauere Angaben sollen das jetzt ändern. Das wird aber teuer.
Was ist das Problem?
Das Parkleitsystem in Lindau ist veraltet. Um genau zu sein ist es aus dem Jahr 2009. Parkstand-Anzeigen seien technisch veraltet und seitens des Herstellers abgekündigt, heißt es seitens der Verwaltung.
An vielen Stellen werden Autofahrende zu spät über die Möglichkeiten zum Parken informiert. Außerdem ist der Parkplatz am Bahnhof Reutin nicht ausgeschildert.
Welche Lösungen gibt es?
Schon seit längerem soll das Problem gelöst werden. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf.
Weil die Stadt sparen muss, stand neben einer großen, umfassenden Lösung auch eine kleine im Raum. Die Frage: Sollen nur zwingend notwendige Erweiterungen gemacht oder auch weiträumig neue Schilder angebracht werden?
Der Hauptausschuss hat am Mittwoch für die große Lösung gestimmt. Das heißt: Das Parkleitsystem soll auf die moderne und stromsparende LED-Technik umgerüstet werden, mit Tafeln an den Ortseingängen und Anzeigen für den Parkplatz am Reutiner Bahnhof.
Das bedeutet:
1. Die bereits bestehenden Schilder werden erneuert
2. Es kommen neue LED-Schilder dazu (auf der Karte in grün markiert)
3. Die während der Schulferien zur Verfügung stehenden Schulparkplätze sollen in das System integriert werden.
4. Sieben Standorte weiter außerhalb werden mit digitalen LED-Anzeigen ausgestattet (in pink auf der Karte).
Wie sollen die Schilder aussehen?
Geplant sind große LED-Trägerplatten. Parkplätze könnten in Farbe ausgewiesen werden, hier ein Beispiel der Zufahrt ab Autobahn:
Was sagen die Mitglieder des Hauptausschusses dazu?
„Was wir haben, ist antiquiert“, sagte Ulrich Jöckel (FDP). Man müsse die Leute, die nach Lindau kommen, begrüßen und auf die Parkplätze hinweisen – zum Beispiel auch auf die Therme. Auch eine Information zu den Preisen solle auf den Schildern abgebildet werden.
„Vor drei Jahren hätte ich noch zugestimmt“, brachte Andreas Reich (Freie Wähler) ein. Jetzt habe er Bauchschmerzen. Seiner Meinung nach habe die Stadt verpasst, das System anzupassen. Jetzt habe man eine alte Infrastruktur. Man habe im Sommer sehr viel Verkehr, den man nicht los wird. Es gebe auf der Insel zu wenige Parkplätze und die Insel werde überfahren. „Ich denke, wir sollten das Geld sparen und es in die Infrastruktur stecken.“ Er stimmte gegen die große Lösung.
Mit dem neuen Konzept könne man Besucherinnen und Besucher deutlich besser lenken und ihnen direkt alternative Parkmöglichkeiten vorschlagen. Damit könne man verhindern, dass sie auf die Insel fahren, verteidigte Marion Maucher die große Lösung.
Bisher gibt es zur Hochsaison nur ein statisches Schild direkt vor der Insel, das auf volle Parkplätze hinweist. Viele Autofahrende ignorieren das und fahren dennoch über die Seebrücke.
Matthias Kaiser (Bunte Liste) befürchtet, dass wenn die Stadt jetzt investiert, das Konzept in ein paar Jahren schon wieder überholt ist. Er führt ein Beispiel aus Augsburg an, wo man – noch bevor man in die Stadt fährt – über das Smartphone „sämtliche Baustellen“ und mehr angezeigt bekomme. Auch Kaiser stimmte dagegen.
„Wir wollen eine Smart-City-Strategie auf die Beine stellen“, sagte Jaime Jose Valdes Valverde dazu, Mobilitätsbeauftragter der Stadt. Er sammele bereits Daten dazu.