Ganz ohne KI: Was macht sie aus, die Magie des Live-Auftritts?

Der Filmemacher Michael Scheyer (links) bei den Dreharbeiten für den Film „The Magic of Live“. Foto: privat

Mit seinem neuesten Dokumentarfilm „The Magic of Live“ bewirbt sich der Bodolzer Filmemacher Michael Scheyer bei den Biberacher Filmfestspielen im Herbst. Die teuren Musiklizenzen für den No-Budget-Film finanziert er über ein Crowdfunding.

Wer Musik produzieren will, muss in Zeiten von KI (Künstlicher Intelligenz) nicht mehr unbedingt ein Instrument beherrschen. Die Technologie stellt die Branche vor große Herausforderungen. Was KI aber niemals ersetzen wird: das Erlebnis, als Künstlerin oder Künstler live auf der Bühne zu stehen – und als Zuschauer im Publikum.

Mit seinem neuen Dokumentarfilm „The Magic of Live“ macht Michael Scheyer, Filmemacher aus Bodolz, genau das zum Thema: „Menschen machen Musik, haben Lampenfieber und Herzklopfen vor dem Auftritt, und das Publikum darf mitklatschen und mitfeiern.“

Und das ist wohl auch ganz im Sinne der Band Opus, die schon 1984 ihren Hit „Live is Life“ mit großem Erfolg auf die Bühne brachte.

Bühnenauftritt live gefeiert   

Künstlich produzierte Musik auf digitalen Kanälen ist heute möglich. Filmemacher Michael Scheyer beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit KI und den Hintergründen.

Für seine neue Doku stellte er die Biberacher Musikschule Tritonal in den Mittelpunkt und drehte bei deren Auftritt kurz vor Weihnachten bei der Christmas-Session in Biberach. Das Publikum feiert die Kinder und Jugendlichen bei ihrem Bühnenauftritt, und Michael Scheyer war live dabei mit seiner Filmkamera.

Im Gespräch mit Wissenschaftlern, Musikprofis und Branchenkennern geht er der Frage auf den Grund, was Livemusik mit unserer Psyche macht – und was das genau ist, „The Magic of Live“. 

Als Multimediaredakteur wurde Michael Scheyer bei der Schwäbischen Zeitung ausgebildet und produziert seit vielen Jahren Dokus, unter anderem über den Bergsteiger Thomas Lämmle, der den Kilimandscharo mit Krücken bezwang. Hauptberuflich leitet Scheyer die Memminger Lokalredaktion der Allgäuer Zeitung.

Mit einem Kurzfilm über Künstliche Intelligenz („Was ist echt?“) war er im Herbst bei den Filmtagen Oberschwaben erfolgreich. Sein jüngstes Werk „The Magic of Live“, „das fast fertig ist“, wie er berichtet, will er bei den Biberacher Filmfestspielen (28. Oktober bis 1. November) einreichen. 

Lizenzen für Musikstücke werden über ein Crowdfunding finanziert

„The Magic of Live“ ist ein No-Budget-Projekt. Scheyer finanziert den Film, der vielen Musikerinnen und Musikern aus der Region eine Kinobühne bietet, aus eigener Tasche.

Einen Großteil der Kosten machen die Musiklizenzen für die Stücke aus, die die Kinder und Jugendlichen bei der Christmas-Session spielen. Die 3500 Euro finanziert der 46-Jährige über ein Crowdfunding, bei dem es ab einem bestimmten Betrag als Gegenleistung zum Beispiel Karten für die Premiere gibt.

Und egal, wie erfolgreich er mit seiner Bewerbung in Biberach sein sollte, sein Filmwerk will er im Herbst dort trotzdem im Kino zeigen. Eine Kinotour sei bereits in Planung, dann komme der Film auf jeden Fall auch nach Lindau ins Parktheater.

Alle Details zum Crowdfunding findet ihr hier.

 

Transparenzhinweis: Michael Scheyer ist der Mann von Kolumna-Gründerin Julia Baumann-Scheyer.

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