Seiner Ansicht nach hängt das mit der politisch-wirtschaftlichen Situation in Europa zusammen. „Die Politik in Europa geht Richtung Verbrenner-Verbot.“ Doch die Innovation, mit der sich die Obrist-Gruppe in ihrem Lindauer „Tech Center“ beschäftigt, hängt mit einem Verbrenner-Motor zusammen. „Aber eben mit einem guten.“
Die Obrist-Gruppe hat das sogenannte „aFuel“ entwickelt. Das ist ein synthetischer Kraftstoff auf Methanolbasis. Dessen Produktion soll der Atmosphäre mehr Kohlenstoffdioxid (CO2) entziehen als beim Autofahren ausgestoßen wird. Dadurch wäre der Kraftstoff klimafreundlich.
Um den neuen Kraftstoff zu nutzen, hat Obrist ein serielles Antriebskonzept entwickelt. In sogenannten Hyper-Hybrid-Motor wirken ein Akku und ein Zwei-Zylinder-Motor, der Strom erzeugt, zusammen. In der Praxis tankt man einen kleinen Verbrenner-Motor, fährt dann aber mit einem Elektromotor.
Eine kleine Chance gibt es noch
Zuletzt hatte die Obrist-Gruppe verkündet, sie stehe kurz davor, dass ein Automobilhersteller mit dem Konzept in Serienproduktion gehe. Das habe nicht geklappt, erklärt Rixmann auf Nachfrage. Der Hersteller forsche nun selber an einer ähnlichen Technologie. „Dafür sind wir jetzt mit einem Autohersteller in China an Vertragsverhandlungen für den Hyper Hybrid.“
Geplant ist zudem, große Anlagen zu bauen, um das „aFuel“ in großer Menge herzustellen. Unter anderem dafür sei das Geld der Investoren – oder eben aus dem Verkauf des Gebäudes – gedacht.
Aufgeben will das Unternehmen seine größte Erfindung nicht, wie Rixmann auf Nachfrage sagt. Mit dem Verkauf des Wankel-Gebäudes solle die gesamte Firmengruppe erhalten und die Technologie weiterentwickelt werden. „Wir sind davon überzeugt und werden dranbleiben, wenn auch vielleicht zunächst in einer abgespeckten Variante.“
Vom jeweiligen Käufer hänge letztlich ab, ob die Obrist-Gruppe weiter als Mieter im Wankel-Gebäude und damit in Lindau bleiben kann oder ob Bereiche in andere Industriegebäude in Österreich ausgelagert werden.
Auch die Chance, dass die Obrist-Gruppe das futuristische Gebäude am Wäsen behält, ist laut Rixmann noch nicht vom Tisch. „Wenn wir bald Investoren finden, ziehen wir den Verkauf zurück.“