Vor fast einem Jahr hat Melanie Mayer ihrem guten Freund Frederic Rupfle vorgeschlagen, gemeinsam ein Café zu eröffnen. Seitdem ist viel passiert, Monate der Planung, des Umbaus und der Vorbereitung liegen hinter ihnen. Nun steht die Eröffnung kurz bevor. Worauf sich Oberreitnauer in Zukunft freuen können.
Wer öfter auf der Bodenseestraße den Oberreitnauer Ortskern durchquert, dem ist vielleicht schon mal aufgefallen, dass sich in dem leeren Gebäude mit den großen Glasfenstern gegenüber der Bodenseebank etwas tut. „Café Melfred – Coming soon“ steht dort auf einem grünen Zettel auf der Tür.
Drinnen wird man von leiser Musik und einem angenehmen Geruch von frischem Holz, neuen Möbeln und einem Hauch von Kaffee empfangen. Noch herrscht in einigen Ecken Baustellenchaos. Hier fehlt noch eine Tür, da hängen noch lose Kabel.
Aber auf dem Tresen steht bereits die blitzende, nagelneue Siebträger-Kaffeemaschine bereit, kleine Tische an großen Fensterscheiben laden zum Sitzen ein und schwarze Buchstaben an der Wand kündigen an, welche Kaffeespezialitäten es hier bald zu genießen gibt.
Oberreitnaus erstes eigenes Café
Oberreitnau bekommt ein Café – das erste in dem Lindauer Stadtteil, der sich den Charakter eines Dorfes bewahrt hat. Zwar gibt es hier bereits zwei Gasthöfe und ein Restaurant – aber ein Ort, an dem man gemeinsam etwas trinken und auch mal länger gemütlich zusammensitzen kann, hat den beiden Oberreitnauern Melanie Mayer und Frederic Rupfle noch gefehlt. So entstand die Idee für das Café Melfred.
Bisher wird das Projekt gut angenommen. Immer wieder gäbe es nette Begegnungen. Mal sei das ein freundliches Winken durchs Fenster, manchmal auch ein Oberreitnauer, der neugierig an der Tür klopft, erzählen die beiden.
Das Motto des Cafés: „Cool und cozy“ – so fasst es Melanie Mayer zusammen. „Ein modernes Café im ländlichen Raum“ nennt es Frederic Rupfle.
Alles neu: In die Gestaltung des Cafés ist viel Zeit geflossen.
Ein Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft
Das Café Melfred ist ein Herzensprojekt von Melanie Mayer und Frederic Rupfle, das merkt man ihnen deutlich an. Sie sind beide in Oberreitnau aufgewachsen und seit dem Kindergarten befreundet. Jetzt, mit Ende zwanzig, sind beide schon lange aktive Mitglieder im Dorfleben. Mayer im Vorstand des Musikvereins, Rupfle ist Vorsitzender der Theatergruppe Oberreitnau.
Nur logisch also, dass die beiden nun einen weiteren Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft schaffen wollen – auch wenn die Betriebswirtin und der IT-ler mit ihrer Gastronomie Neuland betreten.
„Wir sind beide gesellige Personen, die gern Kaffee trinken“, erklärt Mayer. Von ihr stammt auch die Idee für das Café. Vergangenen August hat die 29-jährige Frederic Rupfle mit der Idee „überfallen“, wie sie selbst sagt.
„Und mir ging sie dann nicht mehr aus dem Kopf“, ergänzt Rupfle.
Wie eröffnet man denn ein Café?
In den vergangenen Monaten haben die beiden viel gelernt. „Am Anfang stellt man sich natürlich die Frage: Wie funktioniert das, was muss ich tun?“, erzählt Rupfle von dem Prozess vor der Eröffnung. Da sei so viel zu bedenken, Schulungen zu besuchen, die Gewerbeanmeldung.
„Anstrengend war das schon“, sagt er. Doch er sei froh gewesen, dabei nicht allein zu sein. „Wir ergänzen uns recht gut“, findet auch Mayer.
Im Januar haben die beiden dann mit dem Umbau der Räume begonnen. Ein anderer Boden und eine neue Decke mussten her, Wände wurden eingerissen und neu gestrichen.
Im Januar haben Frederic Rupfle und Melanie Mayer mit dem Umbau gestartet.
Hier werden die Holzpaneele an der Decke instaliert.
Nun strahlt der Fliesenboden in einem matten Weiß, die moderne Holzdecke sorgt für eine gute Raumakustik und der satte Grünton der Wand harmoniert gut mit den kleinen Blumensträußen, die die Tische schmücken.
Ein erster Einblick in die Karte.
„Da fließen viel Zeit, Arbeit und Liebe hinein“, sagt Melanie Mayer.
Weil die beiden nach wie vor berufstätig sind, können sie nur in Teilzeit an der Renovierung und dem Aufbau arbeiten. „Deswegen dauert es auch so lange“, erklärt sie. „Aber wir wollten uns nicht mit weniger zufrieden geben.“
Die Eröffnung steht kurz bevor
Geplant ist die Eröffnung für Freitag, 26. Juni. Bis dahin ist jedoch noch einiges zu tun. Noch sind nicht alle Möbel fertig, einige Geräte müssen noch angeschlossen werden und vor allem fehlt noch das Geschirr. Auch steht noch nicht ganz fest, was denn nun final auf die Karte soll. „Die nächsten Wochen müssen wir alle Produkte nochmal ausprobieren“, erklärt Rupfle.
Beide haben zur Vorbereitung einen Barista-Kurs bei der Wangener Kaffeerösterei Jehle absolviert. Nun geht es an die letzten Feinheiten: Schmeckt der Latte macchiato so, wie er soll? Und klappt das mit der Latte-Art, den kreativen Mustern im Milchschaum?
Eine gute Kaffeezubereitung erfordert viel Übung.
Hier ist Frederic Rupfle das Herz auf dem Kaffee perfekt geglückt.
„Wir sind nicht die Vollprofis, aber wir geben uns bei allem wahnsinnig viel Mühe“, sagt Frederic Rupfle.
Demnächst wollen die beiden dann mit einem sogenannten „Soft-Launch“ starten. Das bedeutet: Erst einmal wird es ein etwas kleineres Angebot geben. So können Mayer und Rupfle sich einen Überblick verschaffen, was bei den Gästen gut ankommt.
Zunächst einmal können sich Besucher auf kalte oder warme Kaffeespezialitäten der Rösterei Jehle sowie Matcha, hausgemachte Blechkuchen und verschiedene Kaltgetränke der Marken Meckatzer und Fritz freuen.
„Es gibt Sachen, die wir selbst auch gern mögen“, sagt Mayer. Die beiden hätten in den vergangenen Monaten viel Verschiedenes probiert, erzählt sie. Dabei habe vor allem die Suche nach der richtigen Limonade einige Zeit in Anspruch genommen. Auch Freunde und Familie wurden als Geschmackstester eingebunden.
Das sind Projekte für die Zukunft
Das Café Melfred wird immer an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag geöffnet sein. Am Freitag auch bis in den Abend hinein. Wer sich wohlfühlt, soll dann gern noch länger sitzen und eine belegte Pinsa oder einen anderen Snack genießen können.
Später sollen in dem Café am Wochenende auch Workshops stattfinden. Mögliche Ideen sind Bastelkurse, Stricken oder Malen. Das sei jedoch eher ein Projekt für die Zukunft. Ebenso der angrenzende Raum, der als Kursraum vermietet werden soll. Erste Interessenten hätten sich dafür bereits gemeldet, verrät Mayer.
Die beiden haben einige Ideen, wohin sich das Café in Zukunft noch entwickeln wird. Doch erstmal kommen die Eröffnung und die Sommersaison. Was dann im Herbst ist, das werde man sehen.
„Aber das ist ja auch der Charme vom Projekt“, sagt Rupfle und lacht. „Wir wissen noch nicht genau, wo es hingeht.“
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