In der ersten Sitzung des Wasserburger Gemeinderats wurde es spannend. Beate Meßmer (CSU) ist nun zweite Bürgermeisterin und Thomas Baugartner dritte Bürgermeister der Gemeinde.
Beate Meßmer, die bisher dritte Bürgermeisterin, und Thomas Baumgartner, der zweiter Bürgermeister war, hatten sich eigentlich darauf verständigt, sich bei den Stellvertreterposten künftig abzuwechseln. Die ersten drei Jahre sollte Baumgartner zweiter Bürgermeister sein und Meßmer dritte, dann sollte getauscht werden. Aber es kam anders.
„Wir sehen uns als Team“, sagte Beate Meßmer nochmal vor der Stellvertreterwahl. Der Plan sei so auch mit den Gruppierungen besprochen gewesen.
Die Gemeindeordnung lässt jedoch kein Stellvertreterduo zu. So wählte das 16-köpfige Gremium zuerst den zweiten Bürgermeister. Philipp Kritzler (FB) hatte Thomas Baumgartner vorgeschlagen, Ulrich Epple (ULW) Markus Heitinger (ULW) und Brigitta Enderle-Kling (FB) wiederum Beate Meßmer (CSU).
Nach der Auszählung der Stimmzettel hatten Thomas Baumgartner und Beate Meßmer die gleiche Anzahl an Stimmen. Gleiches wiederholte sich bei der Stichwahl. Dann ließ Bürgermeister Pius Hummler das Los entscheiden – und das fiel auf Beate Meßmer. Somit ist sie die neue zweite Bürgermeisterin.
Bei der Wahl des dritten Bürgermeisters bekam Thomas Baumgartner dreizehn Stimmen. Die restlichen drei Stimmen fielen auf Markus Heitinger. UWL-Gemeinderat Andreas Heimpel war wegen Krankheit abwesend. Deswegen bestand das Gremium an diesem Tag aus 15 Gemeinderäten und dem Bürgermeister.
Von einem Wechsel während der Legislaturperiode sehen die beiden Bürgermeister nun doch ab, sagte Beate Meßmer auf unsere Nachfrage.
Pius Hummler (rechts) vereidigte Beate Meßmer und Thomas Baumgartner. Foto: Sylvia Senger.
„Nicht gegeneinander, sondern miteinander“
Außerdem vereidigte Thomas Baumgartner als ältester Gemeinderat den neuen Bürgermeister – und dieser wiederum vereidigte dann fünf neue Gemeinderäte. Dazu ließ Pius Hummler Verena Brasser, Susanne Kurdum, Michael Krammer, Patrick Rechtsteiner und Daniel Rogg einzeln vortreten und den Eid sprechen.
Die Vereidigung sei, so hatte der Bürgermeister zuvor in seiner Rede gesagt, mehr als ein formeller Akt. „Es ist ein Neubeginn.“ Zudem betonte er, dass Gemeinderatsarbeit nicht immer Applaus bedeute, sondern auch Gegenwind. Umso wichtiger sei ihm, dass sich jedes Mitglied im Gremium an den Werten „Ehrlichkeit, Zusammenhalt, Transparenz, Verlässlichkeit und Empathie“ orientiere.
„Ich sehe uns als Team und möchte gemeinsam mit euch etwas bewegen“, sagte er und betonte: „Nicht gegeneinander, sondern miteinander.“ In Wasserburg sieht Pius Hummler ein „enormes Potenzial“. Das wolle er zusammen mit dem Gremium ausschöpfen. Stets mit dem Ziel im Blick, das Beste für die Gemeinde und deren Bürger zu erreichen. „Ich bin voller Tatendrang. Ich hoffe, euch geht’s genauso.“
Sitzungsgeld erhöht
Der Rest der einstündigen Sitzung bestand aus Formalien. So beschloss der Rat, das Sitzungsgeld, das jeder Gemeinderat pro Sitzung bekommt, von bisher 40 auf 50 Euro zu erhöhen.
Zudem strich er den Tourismusausschuss ebenso wie den Gebäudeunterhaltausschuss. Künftig wird es also nur noch den Bau- und Umweltausschuss, den Haupt- und Finanzausschuss und den Rechnungsprüfungsausschuss geben.
Neu hinzugekommen ist der Kinder-, Jugend- und Sozialausschuss. Neu ist auch, dass die Gemeinderatssitzungen künftig schon um 19 Uhr beginnen, statt wie bisher um 19.30 Uhr. Geregelt wurde zudem, welche Verbandsräte Wasserburg in den Zweckverbänden Seniorenheim Hege, Friedhof und Abwasser Bayerische Bodenseegemeinden, vertreten.
Neu ist, dass der Rat die ehemalige Gemeinderätin Elisabeth Eisenbach zur Beauftragten für Senioren, Behinderte und Soziales bestellt hat. Zudem hat er Pius Hummler zum Standesbeamten bestellt.
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