Das Fundament steht – In gut einem Jahr soll das neue Lindauer Business-Hotel schon eröffnen

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Lindau
Armin Fäßlin, Leiter Schlüsselfertigbau und Prokurist beim Memminger Bauunternehmen Kutter, Sven Köllmann, geschäftsführender Gesellschafter der Fibona GmbH und Lindaus Oberbürgermeisterin Claudia Alfons (von links) bei der offiziellen Grundsteinlegung des neuen Légère-Hotels. Foto: Christian Flemming

Wo noch bis vor Kurzem das ehemalige Hallenbad Limare vor sich hin rottete, entsteht nun ein Hotel-Neubau. Schon bald sollen dort die ersten Gäste empfangen werden. Wie der neue Betrieb die Lindauer Hotellandschaft verändern wird.

Die Erinnerungen an Lindaus altes Hallenbad sind noch nicht ganz verblasst. Nicht nur Oberbürgermeisterin Claudia Alfons hat dort schwimmen gelernt, auch Armin Fäßlin von der Baufirma Kutter hat dort als Kind im Schulsport unzählige Stunden verbracht. „Es war ein bewegendes Gefühl, den Abriss mitzuerleben“, sagt er. „Auch wenn das Limare in den letzten Jahren kein schöner Anblick mehr war.“

Jahrelang stand das alte Hallenbad leer – und verfiel immer mehr. Zuletzt zog es nur noch Vandalen an. Wer das 4000 Quadratmeter große Grundstück haben wollte, musste auch bereit sein, Abriss und Entsorgung des alten Hallenbads zu übernehmen. Vor etwa anderthalb Jahren kaufte die Fibona GmbH es schließlich für rund 2,6 Millionen Euro. Insgesamt will die Firma mit Sitz in Wiesbaden 27 Millionen Euro in ihr neues Business-Hotel der Kette „Légère“ investieren.

50 Euro – für alle Fälle

Sven Köllmann, geschäftsführender Gesellschafter der Fibona GmbH, hat zur offiziellen Grundsteinlegung am Dienstagvormittag eine Zeitkapsel dabei, die er gemeinsam mit Claudia Alfons und Armin Fäßlin vergräbt.

In seiner Firma sei es Tradition, dass darin nicht nur eine aktuelle Tageszeitung enthalten ist, sondern auch ein Brief. Er soll demjenigen, der sie in vielen Jahren vielleicht einmal ausgräbt, erklären, was es mit dem Projekt einst auf sich hatte.

50 Euro Bargeld hat Köllmann ebenfalls in die Kapsel gesteckt. „Wer weiß, in welcher Verfassung derjenige ist, der sie einmal findet“, scherzt er.

 

Sven Köllmann zeigt das Innere seiner Zeitkapsel. Neben ihm steht Lindaus OB Claudia Alfons. Foto: Christian Flemming

 

Gemeinsam wird die Zeitkapsel verbuddelt. Foto: Christian Flemming

 

Der Akt der offiziellen Grundsteinlegung symbolisiere zwar den Abschluss des Fundaments „als die tragende Säule eines Gebäudes“. Allerdings sei das eigentliche Fundament für dieses Projekt bereits viel früher verhandelt worden.

Er habe vorher noch niemanden erlebt, die die Interessen der Stadt „so knallhart“ vertreten habe, wie OB Alfons, sagt Köllmann. „Sie war hart in der Sache, aber danach war es ein wunderbares Miteinander.“

Auch Claudia Alfons lobt die gute Zusammenarbeit und die unkomplizierten Absprachen zwischen Stadtverwaltung und der Fibona GmbH. „Ich freue mich, dass das Projekt so gut vorankommt.“

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt den vollen Kaufpreis für das Grundstück bekommen – eingeplant gewesen war der erst für 2026.

Wellnessbereich mit Pool auf der Dachterrasse

Zur Légère-Hotel-Gruppe gehören bereits acht Hotels in Deutschland und Luxemburg. Der Neubau in Lindau wird Nummer neun. Hier soll ein Business-Hotel mit 143 Zimmern (knapp 300 Betten) in drei Kategorien entstehen.

Für Geschäftsreisende und Veranstalter werden vier flexible Tagungsräume mit einer Größe von insgesamt 300 Quadratmetern gebaut. Dazu kommen zwei Besprechungsräume mit jeweils 40 Quadratmetern sowie ein Aufenthaltsbereich für bis zu 250 Personen.

So soll das neue Hotel in Légère-Hotel in Lindau aussehen. Visualisierung: Fibona GmbH

 

Geplant ist auch ein großzügiger Wellnessbereich mit Sauna, Ruheraum, Fitnessstudio, Tiefgarage, Außenbereichen und einem Pool auf der Dachterrasse. Restaurant und Bar sollen nicht nur Hotelgästen, sondern auch Besucherinnen und Besuchern von außen offenstehen.

Verantwortliche sehen Bedarf für das Hotel

„Wir brauchen ein Business-Hotel“, sagt Oberbürgermeisterin Claudia Alfons. Das habe nicht nur eine Bedarfsanalyse ergeben, die die Stadt vor einigen Jahren in Auftrag gegeben hatte. Auch Tagungsveranstalter und Lindauer Firmen meldeten immer wieder zurück, dass sie Übernachtungs- und Besprechungsmöglichkeiten benötigten.

Lindaus Standortförderer Niklas Ringeisen ist ebenfalls überzeugt, dass mit dem neuen Hotel „eine Lücke geschlossen wird“, wie er im Gespräch am Dienstagvormittag sagt. Wenn das neue Hotel mal ein, zwei Jahre laufe, müsse die Hotel-Bedarfsanalyse aktualisiert und fortgeschrieben werden.

Denn ein neues Hotel nehme den alteingesessenen Betrieben nicht zwangsläufig Gäste weg. „Es gibt auch Ausstrahlungseffekte“, so Ringeisen. Nachdem das neue Premier Inn (ehemals Best Western) im Gewerbegebiet an der Autobahn eröffnet hat, ist die Bettenauslastung in Lindau laut Stadt insgesamt gestiegen. „Und eine gewisse Konkurrenz kann für die bestehenden Hotels auch ein Denkanstoß sein – zum Beispiel, um zu renovieren“, so Ringeisen.

Das sieht auch CSU-Stadtrat Marc Hübler so, der mit der Alten Schule auf der Insel selbst ein Hotel betreibt. „Es sollte nur nicht passieren, dass sich im Winterhalbjahr, wenn die Auslastung geringer ist, alle mit den Preisen unterbieten“, findet er.

Eröffnung zur Nobelpreisträgertagung 2027 geplant

Noch vor ein paar Wochen haben Lindauerinnen und Lindauer dabei zugeschaut, wie Bagger ihr altes Hallenbad Stück für Stück dem Erdboden gleichgemacht haben. Für Kinder war es ein Spektakel, für so manchen Erwachsenen ein Abschied.

Jetzt sind die Rohbauarbeiten bereits in vollem Gange. In dieser Geschwindigkeit soll das Projekt weitergehen. In etwas mehr als einem Jahr will Sven Köllmann sein neues Hotel eröffnen – pünktlich zur Nobelpreisträgertagung 2027.

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