Mit weit reichenden Ankündigungen hält sich Werner Mang derzeit zurück, nachdem von den Ideen und Gedankenspielen, die er vor eineinhalb Jahren in einem Artikel der Lindauer Zeitung kundgetan hatte, bislang noch nicht allzu viel konkret geworden ist. Das eigentlich für 2025 vorgesehene Filmfest plant Mang nun für 2026 – „in enger Zusammenarbeit und mit Unterstützung der Stadt Lindau“, wie es in einer Mitteilung im Namen der Familienstiftung heißt.
Verschoben ist auch die Feier zum 70-jährigen Bestehen des Parktheaters. Laut Mang sind zunächst „umfangreiche Sanierungsmaßnahmen“ geplant.
Dazu gehört auch die Sanierung der Außenfassade, was mit dem Denkmalamt abgestimmt werden muss.
Diesbezüglich stehe die Stiftung in Kontakt mit der Stadt Lindau und dem Betreiber des Kinos.
Passen Leinwand auf dem Dach und Denkmalschutz zusammen?
Nach der Übernahme durch die Familienstiftung Professor Mang war zunächst auch die Rede von einer Erweiterung der Gastronomie, zudem von einer versenkbaren Leinwand auf dem Dach, mit der man den Park im Sommer als Open-Air-Kino bespielen könnte. Zu diesen beiden Punkten äußert sich Werner Mang gegenüber Kolumna derzeit nicht.
Dass es solche Überlegungen gibt, bestätigt Peter Basmann zwar. Ob beziehungsweise wann sie tatsächlich konkret werden könnten, dazu mag er aber noch keine Prognose abgeben – im Hinblick auf eine versenkbare Leinwand auch deshalb, weil mit Stadt und Denkmalschutz erst mal geklärt werden müsste, unter welchen Bedingungen so etwas überhaupt genehmigungsfähig wäre.
Eine Investition, die aus Basmanns Sicht wohl früher kommen müsste, betrifft die Vorführtechnik – konkret die Umstellung auf Laserprojektion. Die soll die Bildqualität noch weiter verbessern und zugleich weniger Strom verbrauchen. Eile ist aus Basmanns Sicht aber noch nicht geboten.
Die großen Kinos fangen gerade erst mit der Lasertechnik an.
Zudem sei es nicht immer ratsam, gleich in die noch nicht voll ausgereifte, aber teure erste Generation einer neuen Technik zu investieren.
Dass das kleine Lindauer Kino mit seinen 200 Plätzen im Hauptsaal im Wettbewerb mit den großen Multiplex-Kinos in der Region untergehen könnte, befürchtet Basmann nicht. Bild- und Tonqualität sei vergleichbar mit den Großen, und auch die Erneuerung von Bestuhlung sowie Heizungs- und Lüftungsanlage liegen noch nicht lange zurück.
14 Kinosäle an fünf Standorten
Gegenüber den großen Häusern sieht er das Parktheater sogar im Vorteil. Weil diese im Verhältnis sehr viel mehr Besucher benötigten, um schwarze Zahlen zu schreiben. Weil überzeugte Kinofans auch die charmant-nostalgische Atmosphäre des 50er-Jahre-Bauwerks schätzen. Und nicht zuletzt weil die Eintrittspreise niedriger sind.
Außerdem hat sich der größte Vorteil, den die Multiplex-Kinos einst hatten, mit der digitalen Vorführtechnik relativiert. Vor der Digitalisierung mussten kleine Kinos zum Teil sehr lange warten, bis sie Kopien der aktuellen Filme erhielten. Und deren Qualität ließ dann bisweilen auch zu wünschen übrig, insbesondere dann, wenn es sich um Kopien von Kopien handelte.
In Spitzenzeiten betrieb Peter Basmann in der Region auch deshalb insgesamt 14 Kinosäle an fünf Standorten, um seine Position gegenüber den Filmverleihern zu verbessern. Auf der Lindauer Insel hatte er neben dem Parktheater bis vor elf Jahren auch noch den Filmpalast, mit ebenfalls 200 Plätzen.
Dass praktisch zeitgleich zum Umstieg auf digitale Vorführtechnik die Stadt Interesse anmeldete, auf dem Grundstück des Filmpalasts einen Nahversorger anzusiedeln, bezeichnet Basmann im Rückblick als „glückliche Fügung“. „Die Insel hat damals schon keine zwei Kinos mehr getragen“, sagt er.
Hoffnung auf den Nachwuchs
Auf dem Grundstück des Parktheaters will die Stadt in absehbarer Zeit offenbar keine anderen Interessen verfolgen. „Für Lindau ist das Parktheater ein kleines Juwel, das auch unter Denkmalschutz steht. Wir sind sehr froh, dass es von Herrn Basmann nun schon so lange und mit viel Hingabe als Kino betrieben wird. Es ist ein tolles Angebot für alle Lindauerinnen und Lindauer und wir wünschen uns das gerne auch für die Zukunft“, schreibt Oberbürgermeisterin Claudia Alfons in einer Stellungnahme.
Dass die Besucherzahlen in den Kinos in den vergangenen Jahren steil gesunken sind, führt Peter Basmann übrigens auch auf nachlassende Qualität der Filme beziehungsweise fehlenden Mut oder Ideenreichtum ihrer Macher zurück. „Die müssen wieder mehr für große Bilder produzieren“, sagt er. Sprich: Bilder, die die große Leinwand brauchen, um ihre volle Wirkkraft zu entfalten. „Wenn gute Filme laufen, dann kommen die Leute auch wieder ins Kino“, glaubt Peter Basmann. Hoffnung setzt er in die neue Generation der Filmemacher, die in den nächsten Jahren die Filmhochschulen verlässt: „Da kommt Tolles auf uns zu.“