Zusammen mit den Bewohnerinnen und Pflegrinnen des Maria Martha Stifts ist Michael Scheyer auf dem Lindauer Markt drehen gegangen. Foto: Julia Baumann-Scheyer
Mit seinem neuen Kurzfilm „Was ist echt?“ ist der Bodolzer Journalist und Filmemacher Michael Scheyer auf den Filmtagen Oberschwaben im Wettbewerb. Der Film beschäftigt sich mit der Wirkung und den Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz (KI).
Der Einstieg des Kurzfilms ist noch real und echt: Ins Bild rückt ein Plattenspieler, ein Song ist zu hören und eine Stimme im Hintergrund fragt: „Kennst Du Bob Dylan?“ Die Antwort im Film kommt dann aber über ein Handy, über eine künstliche Stimme von Chat-GPT. Sie klingt täuschend echt und menschlich und gibt verständliche und logische Antworten, auch zu der Frage nach dem Sinn des Lebens – das ist für den Betrachter der Filmsequenz ziemlich irritierend und verwirrend.
Kurzfilm über KI bei den Filmtagen Oberschwaben eingereicht
Genau das ist die Absicht von Michael Scheyer. Der Journalist und Filmemacher aus Bodolz will mit seinem neuen Kurzfilm „Was ist echt?“, den er jetzt bei den fünften Filmtagen Oberschwaben eingereicht hat, einfach nur zeigen, was die künstliche Intelligenz (KI) mittlerweile kann. Wie menschlich diese Technik schon daherkommt und wie verstörend es sein kann, wenn der Mensch nicht mehr unterscheiden kann, was von menschlicher und was von künstlicher Hand erstellt worden ist.
„Eigentlich geht es bei der sogenannten generativen Intelligenz, die Bilder, Musik und Videos herstellen kann, auch nur um Mathematik“, sagt Michael Scheyer, „was sie kann und was nicht, ist nur eine Frage der Rechenleistung.“ Deshalb brauche es auch Supercomputer dafür, die so groß sind wie Städte. Im Gespräch mit Kolumna kann er geradezu fasziniert und elektrisiert von der Entwicklung der KI und ihrer fatalen gesellschaftlichen Wirkung erzählen.
Screenshot: Auch über ethische gesellschaftliche Fragen diskutiert Scheyer mit Chat-GPT.
Hochaktuelles Thema in 15 Minuten
„Was ist echt?“ Sein selbstproduzierter Kurzfilm beschreibt in 15 Minuten ein hochaktuelles Thema, dessen Wirkung und Dimension in der Gesellschaft noch gar nicht vollständig wahrgenommen werde, erklärt Michael Scheyer. „Wir sind im Zeitalter der künstlichen Intelligenz angekommen. Jeden Tag fasziniert uns die KI aufs Neue, ihre Fähigkeiten sind aktuell noch begreifbar.“ Aber nicht mehr lange, dann werde sich das vermutlich ändern. Die Kapazitäten der Supercomputer wachsen vor allem in den USA rasant. Insofern sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis die künstliche die menschliche Intelligenz überholen werde.
Diese Überzeugung hat den Filmemacher und Journalisten auch zu seinem neuen, aktuellen Filmwerk motiviert. „Künstliche Intelligenz ist ja nicht sichtbar“, sagt Scheyer, „deshalb war es mir wichtig, ein künstlerisches Werk herzustellen, das man sich ansehen kann, um danach über das zu diskutieren, was man da gesehen und gehört hat“. Teile des Films, wie die Musik zum Beispiel, wurden mit generativer Intelligenz hergestellt. Aber wer das nicht weiß, wird es vermutlich nicht erkennen.
In den vergangenen Jahren hat er bereits mit seinen beiden Dokumentarfilmen „Kilimandscharo – diesmal mit Krücken“ und „Bis auf die Knochen – Leben mit FOP“, einer Doku über eine der seltensten Erkrankungen der Welt, für Aufmerksamkeit gesorgt. Beide Filme wurden im Wettbewerb Filmtage Oberschwaben uraufgeführt und beide haben das Prädikat „Wertvoll“ der Filmbewertungsstelle Wiesbaden erhalten.
Präsentation in den Kinos in Weingarten und Ravensburg
Nun wird auch sein neuester Beitrag bei den Filmtagen, die vom 9. bis 12. Oktober in Ravensburg und Weingarten stattfinden, Premiere feiern: am Samstag, 11. Oktober, um 16.30 Uhr in der Linse in Weingarten und am Sonntag, 12. Oktober, um 14 Uhr im Kinozentrum Frauentor in Ravensburg. Insgesamt haben die Filmemacherinnen und Filmemacher in fünf verschiedenen Kategorien (Spielfilm, Kinder- und Jugendfilm, Dokumentar- und Kurzfilm sowie die Sonderreihe) 36 Beiträge eingereicht, die eine Jury betrachtet und bewertet.
Das aktuelle Programmheft können die Kinofans unter filmtage-oberschwaben herunterladen. Die Preisverleihung geht am Sonntag, 12. Oktober, um 18.30 Uhr im Kino Frauentor über die Bühne.
Hier sehen Sie den Trailer von „Was ist echt?“:
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