Zukunft des Stadtfestes ist ungewiss: Großer Aufwand bringt wenig Ertrag

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Lindau
Die Stimmung auf dem Lindauer Stadtfest war gut, bei den Organisatoren eher weniger, weil der Umsatz zurückging. Archivfoto: Christian Flemming

Dieses Jahr findet das Lindauer Stadtfest nochmal statt. Aber seine Zukunft ist nicht gesichert: Die Kosten steigen, die Gewinne und die Motivation der Helfenden sinken.

Die Zukunft des Lindauer Stadtfestes steht auf der Kippe. Die Veranstalter des Clubs Vaudeville in Lindau, die alle gemeinsam und ehrenamtlich die Organisation stemmen, sind nicht mehr unbedingt überzeugt davon, ob das Fest noch eine Zukunft hat. Dieses Jahr soll die Veranstaltung auf jeden Fall stattfinden. Wie es danach weitergeht, ist offen, weil der Aufwand riesig ist und unterm Strich wenig übrig bleibt.

Das Team des Clubs Vaudeville steckt derzeit mitten in den Planungen für das 41. Lindauer Stadtfest. Am Samstag, 12. Juli 2025, soll nochmal gefeiert werden. Nach vielen Gesprächen und Sitzungen sind die Organisatorinnen und Organisatoren fest entschlossen: „Wir ziehen das Ding noch einmal durch, die Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren“, sagt Simon Sutter vom Organisationsteam des Clubs Vaudeville auf Anfrage von Kolumna. „Wenn wir am Ende schwarze Zahlen schreiben, könnte es weitergehen, ansonsten ist die Zukunft des Stadtfestes gefährdet.“

Stadtfest war eine wichtige Einnahmequelle

Die Planung des Stadtfestes liegt seit vielen Jahren federführend beim Club Vaudeville. Die Mitglieder waren immer hochmotiviert, auch die Koordination mit der Stadt Lindau und mit den teilnehmenden Vereinen liegt beim Club: „Für uns war das Stadtfest immer eine wichtige Einnahmequelle“, sagt Simon Sutter. „Mit dem Erlös konnten wir auch unsere anderen Club-Veranstaltungen unterstützen oder ein Defizit ausgleichen.“

Die Motivation schwindet: Viel Arbeit, wenig Ertrag

Die Situation hat sich für den Club in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. Einmal sei es schwierig, genügend Helfende zu finden, die beim Auf- und Abbau und am Tag der Veranstaltung mitarbeiten: „Die Motivation schwindet zunehmend“, sagt Simon Sutter. Wenn am Ende auch noch weniger Geld eingenommen wird, ist die Stimmung am Boden.

Besonders bitter war es wohl beim Stadtfest im vergangenen Jahr. Weniger Umsatz und Erlös, obwohl die äußeren Bedingungen optimal waren. Die Menschen strömten bei tollem Wetter zum Stadtfest, aber der große Andrang schlug sich nicht im Umsatz nieder. Eine frustrierende Bilanz nach einem Großeinsatz der vielen Helferinnen und Helfer. „Viel Arbeit, wenig Ertrag“, fasst Sutter zusammen. Die Festgäste geben weniger Geld für Essen und Trinken aus – eine Erfahrung, die viele andere Vereine auch gemacht haben.

Dem Umsatzrückgang steht ein immenser Aufwand für die Organisation gegenüber. Höhere behördliche Auflagen schlagen ebenfalls zu Buche. Da stellt sich die Frage, ob der Club Vaudeville im vergangenen Jahr nach Abzug aller Ausgaben noch einen Gewinn erwirtschaftet hat.

Simon Sutter: „Ja, jedoch nur einen gerade so vierstelligen Betrag. Und wir hatten sehr großes Glück, dass unser Mischpult, welches dem Unwetter am Vorabend zum Opfer gefallen ist, von uns wieder repariert werden konnte.“

Stadt solle sich auch einbringen

Einen Ausweg oder gar eine Lösung sehen die Organisatoren nicht. Gespräche mit der Stadt und den Stadtwerken haben mindestens dazu geführt, dass alle Beteiligten gemeinsam nach Wegen suchen, damit das Stadtfest weiterhin stattfinden kann.

Nach Aussagen Sutters lag der Zuschuss der Stadt letztes Jahr bei insgesamt 7.669 Euro. „Diese Unterstützung inklusive einer Spende der Stadtwerke in Höhe von 6000 Euro ist bei einem gerade mal vier-stelligen Gewinn mit einkalkuliert.“ Ohne Zuschuss und Spende, die dank der Initiative von Oberbürgermeisterin Claudia Alfons möglich wurde, wäre das Ergebnis negativ ausgefallen. Der Spendenbetrag habe ungefähr die Kosten für die Stromkästen gedeckt.

Die stark gestiegenen Kosten für die Bereitstellung der gesamten Infrastruktur wie Stromversorgung, Toilettenwagen und vieles mehr müsse nach Ansicht des Clubs Vaudeville auf mehrere Schultern verteilt werden, auch die teilnehmenden Vereine nimmt Simon Sutter in die Pflicht. Denkbar sei, die Standgebühren zu erhöhen. Dies seien insgesamt schmerzhafte Eingriffe für alle Beteiligten, stellt Simon Sutter fest, aber für den Fortbestand des Festes eben dringend nötige Änderungen.

Für ihn und die insgesamt mehr als 100 Helferinnen und Helfer mit rund 3500 Ehrenamtsstunden geht es schließlich ganz einfach auch um die Wertschätzung. „Die vermissen wir vor allem dann, wenn es nicht so gut gelaufen ist.“

Jetzt blicken alle Beteiligten nach vorne, damit das 41. Stadtfest am Samstag, 12. Juli 2025 ein Erfolg wird. An insgesamt zwölf verschiedenen Plätzen auf der Insel wird es ein buntes und attraktives Programm geben, mit viel Musik, Unterhaltung und  Gastronomie. Ob die 42. Auflage im Jahr 2026 im Lindauer Terminkalender auftaucht, steht noch in den Sternen.   

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3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Cornelia Rädler
    19.03.2025 18:31

    Das U&D scheint schon verloren zu sein. Auch eine alternative Open Air Veranstaltung ist Kunst, Kultur und Werbung für Lindau. Ich hoffe die Verantwortlichen der Stadt sehen wenigstens beim Stadtfest Unterstützungs- und Handlungsbedarf. Bei der Werbewirkung für den Tourismus habe ich noch Hoffnung …

    • Daniel Obermayr
      20.03.2025 16:24

      Mein Lieblingsfest! Da ist für alle etwas geboten Ureinwohner, Zugereiste und Gäste haben denselben Spaß. Man kann mitmachen und der Ertrag bleibt bei den Vereinen.
      Da lohnt es sich, genauer hinzusehen wo es klemmt.

  • Ulrike Juana Lorenz-Meyer
    19.03.2025 18:40

    Ein Sommer in Lindau ohne Stadtfest ist einfach undenkbar. Bitte helft alle mit. Und esst und trinkt an diesem Tag an den Ständen. Schließlich müsst ihr keinen Eintritt bezahlen

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