Wie sieht die Zukunft der Obstbauschule in Schlachters aus?

Die Versuchsstation für Obstbau in Schlachters von oben – allerdings im Sommer.
Archiv: Christian Flemming

Seit über hundert Jahren wird in der Obstbauschule Schlachters über alles geforscht, was mit Äpfeln, Birnen und Co zu tun hat. Seit einiger Zeit gibt es aber Unklarheiten wegen des Kooperationsvertrags, den der Landkreis, die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Förderverein 2009 abgeschlossen haben.

Der bereits verlängerte Kooperationsvertrag, der für das Bestehen der Schule entscheidend ist, läuft Ende des Jahres aus. Der Kreisausschuss musste nun entscheiden, wie es weitergeht.

Eigentlich habe die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf signalisiert, dass sie an einer Fortführung der Kooperation interessiert ist, heißt es in der Sitzungsvorlage zum Kreisausschuss. Auf einen neuen Vertrag hatte man sich aber 2024 nicht geeinigt. 

Nach längerem Hin und Her wurde der bestehende Kooperationsvertrag dann bis Ende 2025 verlängert. Nun ist das Jahr fast vorbei – doch passiert ist nicht viel.

Rückmeldung kam erst spät

Offenbar waren die Absprachen schwierig. „Wir haben mehrmals versucht, die Hochschule zu erreichen“, sagte Andreas Hiel von der Abteilung Liegenschaften des Landratsamts in der Sitzung des Kreisausschusses am Donnerstag. Aber auf die vielen E-Mails habe es keine Antwort gegeben. „Erst im Oktober haben wir endlich eine Info bekommen.“

Die Hochschule habe mitgeteilt, dass künftig die „Immobilien Freistaat Bayern“ (IMBY) für die Mietverträge und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf – eventuell unter Einbindung weiterer Partner, wie des Förderkreises Schlachters für den Kooperationsvertrag verantwortlich sei.

Anfang November habe es dann einen Onlinetermin mit allen Beteiligten gegeben, in dem es um die „künftigen organisatorischen Strukturen“ und die Anforderungen an die Räumlichkeiten ging, heißt es.

Schulgebäude ist alt und marode

Das Schulgebäude ist der Knackpunkt. Es ist mehr als hundert Jahre alt und in einem schlechten Zustand, vieles muss erneuert und saniert werden.

Im Falle eines Umbaus oder einer Erweiterung müsste ein Pachtvertrag mit der Hochschule geschlossen werden, sagte Landrat Elmar Stegmann. Bislang stellt der Landkreis kostenlos die Liegenschaften und damit die Fläche zur Verfügung sowie das Schulgebäude samt Halle und Werkstatt.

Offenbar konnte man sich bisher aber nicht auf eine Lösung einigen. Laut Hiel könnte von der Hochschule im ersten Schritt ein Ersatzcontainer für Pflanzenschutzmittel aufgestellt werden. Allerdings müsse erst noch geprüft werden, ob das möglich ist. Das grundsätzliche Problem würde das aber nicht lösen.

„Die Schule ist wichtig für den Obstbau im Landkreis und wir wollen die Zusammenarbeit sichern“, sagte Landrat Elmar Stegmann (CSU) in der Sitzung. Aber die Vertragsverhandlungen seien schwerfällig.

Auch Ausschussmitglied Thomas Kühnel (Die Grünen) hob die Bedeutung der Obstbauschule hervor. Vor allem in Zeiten, in denen Hagel, Dürre und Regen dem Obstbau zusetzen, sei es wichtig, neue Sorten zu entwickeln. Ein einzelner Landwirt oder eine Landwirtin könne das nicht leisten.

Da noch viel abgestimmt werden müsse, sei es besser, den bestehenden Kooperationsvertrag um ein weiteres Jahr bis Ende 2026 zu verlängern, empfahl die Verwaltung. Der Kreisausschuss stimmte dem einstimmig zu.

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