Der mit 5000 Euro dotierte Preis ehrt herausragende journalistische Leistungen. Die Madsack-Stiftung hat ihn am Donnerstagabend zum vierten Mal in Hannover verliehen. Neben unserer wurden drei weitere großartige Journalistinnen und Journalisten sowie eine Wissenschaftlerin geehrt.
Ganz ehrlich: So richtig fassen kann ich es noch nicht, dass ich nun diese kleine Skulptur in der Hand halte.
Unsere Kolumna-Recherche rund ums Lindauer Bauamt ist am Donnerstagabend mit dem renommierten Madsack-Award ausgezeichnet worden.
Ich habe „einen handfestenlokalen Skandal aufgedeckt“, findet Hendrik Brandt, Geschäftsführer der Madsack-Stiftung, der die Laudatio gehalten hat.
Die Madsack-Mediengruppe ist eines der größten Medienunternehmen Deutschlands. Ihr gehören verschiedene regionale Tageszeitungen, Anzeigenblätter und das Redaktionsnetzwerk Deutschland an.
Die Stiftung will, so schreibt sie, im Sinne des Verlagsgründers August Madsack dabei helfen, dass unabhängiger Journalismus auch in Zukunft seine Aufgabe in unserer demokratischen Gesellschaft erfüllen kann.
Nicht selbstverständlich
Wenn der Leiter des Bauamts und sein Stellvertreter eine Firma gründen, die diejenigen berät, die später wahrscheinlich einen Bauantrag bei ihnen stellen – dann muss das an die Öffentlichkeit. Finden wir zumindest.
„Aber je lokaler die Zusammenhänge sind, desto weniger selbstverständlich ist das“, sagte Brandt in seiner Laudatio. Neben der Rechercheleistung an sich hat die Madsack-Stiftung auch die Tatsache gewürdigt, dass wir uns an diese heikle Geschichte überhaupt herangetraut haben.
„Ich frage mich manchmal, ob es nicht mutiger und für die Nutzerinnen und Nutzerauch wesentlicher ist, solche Enthüllungen allein und im unmittelbaren Umfeld sauber und integer aufzuarbeiten, als in Hauptstädten im Journalisten-Tross über dieses oder jenes zu spekulieren“, so Brandt.
Und wie ihr wisst, war die Gründung der Beraterfirma ja lediglich die Spitze eines Eisbergs, der immer mehr Fragen aufwarf, je größer sein Unterbau zum Vorschein trat.
Fragen nach zu viel Nähe zwischen Verwaltungsmitarbeitern, Bauträgern und Kommunalpolitikern. Danach, wie transparent damit umgegangen werden muss, wenn Politiker Beteiligungen an Firmen haben, die auf eine Genehmigung aus der Verwaltung angewiesen sind.
Und letztlich auch die juristische Frage, ob im Lindauer Bauamt Akten verschwunden sind, um bestimmte Bauprojekte unkompliziert durchzubringen. Bis das geklärt ist, gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.
Der Madsack-Award. Foto: Tim Schaarschmidt
Und dann sprach Brandt, der viele Jahre lang Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung war, sogar noch von einem „journalistischen Doppelerfolg“.
Denn die Enthüllung sei eben nicht in einer klassischen Zeitung erschienen, sondern bei Kolumna, das Ronja und ich mit der Hilfe von Thomas, Wolfgang, Jens und vielen anderen vor zwei Jahren in einem großen Kraftakt auf die Beine gestellt haben.
Gemeinsam haben wir, findet Brandt, unser Angebot „journalistisch kompetent und kompakt ausgebaut – und es mittlerweile so in Lindau verankert, dass es sich (und das ist nun wirklich selten) weitgehend selbst trägt“.
Publizistische Arbeit hängt nicht vom Medium ab
Unsere Recherche zeige, „dass die publizistische Arbeit vor Ort eben nicht vom Medium abhängt – sondern einzig vomMut zum journalistischen Machen und von Qualität und Relevanz der Inhalte“.
Stifterin Sylvia Madsack hat die mit jeweils 5000 Euro dotierten Auszeichnungen in Hannover höchstpersönlich überreicht. Mehr als 70 Bewerbungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum seien eingegangen – ein neuer Bewerberrekord für den Preis, der seit 2023 vergeben wird.
„Dieses große Interesse steht auch für die gesteigerte Wahrnehmung des Lokaljournalismus – ein wichtiges Zeichen in diesen Zeiten“, sagte Sylvia Madsack.
Mit mir standen noch vier weitere, beeindruckende Preisträgerinnen und Preisträger auf der Bühne.
Die Preisträgerinnen und Preisträger Julia Baumann-Scheyer, Josa Mania-Schlegel, Antonie Rietzschel, Erik Westermann und Nina Kolleck (von links) mit Stifterin Sylvia Madsack (Mitte). Foto: Tim Schaarschmidt
Erik Westermann, Gerichtsreporter der Braunschweiger Zeitung, hat den Madsack-Award für ein umfangreiches Dossier über den Justizskandal im Fall „Josephine R.“ bekommen.
Die psychisch kranke Frau hatte mit falschen Missbrauchsbeschuldigungen ihre eigenen Eltern ins Gefängnis gebracht. Westermann analysierte, wie das Gericht sich hatte täuschen lassen – und reflektierte dabei auch seine eigene Rolle als Reporter.
In der Recherche von Antonie Rietzschel und Josa Mania-Schlegel, die bei der Leipziger Volkszeitung arbeiten, geht es um Clan-Kriminalität in Leipzig. Sie tauchten in die Welt einer kriminellen syrischen Großfamilie ein, deren Mitglieder regelmäßig das Gesetz brechen.
Nina Kolleck hat den Sachbuch-Award gewonnen, den die Madsack-Stiftung jährlich neben den Lokaljournalismus-Preisen vergibt. In ihrem Buch „Der Kampf in den Köpfen“ beschreibt sie, wie sehr soziale Medien insbesondere junge Menschen manipulieren.
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Auch von uns herzlichen Glückwunsch. Es ist super wenn es Journalistinnen und Journalisten gibt, die engagiert recherchieren und kein Blatt vor den Mund nehmen! Danke für eure Berichterstattung! Isolde und Bernd
Wie schön das Kolumna diesen Preis gewonnen hat. Mauscheleien und intransparent getroffene Entscheidungen sollten auch in Zukunft nicht unaufgedeckt bleiben.
Liebes Kolumna-Team🍄
Herzlichen Glückwunsch von der anderen Seeseite zu diesem wertvollen Preis. Völlig verdient und so schön, dass euer Mut und eure Ausdauer auch überregional gewürdigt werden.
Liebe Grüsse aus der 🇨🇭 nach Lindau.
Gratulation an Euch alle für euren journalistischen Einsatz!
Gerade auch im lokalen Umfeld ist es wichtig, dass Journalismus Umgereimtheiten, Auffälligkeiten inkl. Spezlwirtschafen sauber und objektiv sichtbar macht, denn Compliance und Governance müssen auch in der lokalen Politik nach festen Regeln fair gehandhabt werden, ansonsten verliert der Bürger das Vertrauen in die öffentliche Verwaltungen, Gesetz und Bürger in verantw. Positionen.
Danke, dass ihr da draufschaut und diese zumindest für die öffentliche Diskussion überhaupt sichtbar und diskutierbar macht.
Liebes Kolumna-Team, herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Auszeichnung. Eure Berichte, Nachfragen und Recherchen machen Kolumna zu dem was es in der Zwischenzeit geworden ist, einfach nur gut. Besonders freut mich, dass ihr diesen Preis in Hannover bekommen habt, da ich einige Zeit in Hannover gearbeitet habe. Wenn ich mich recht erinnere, dann ist die Skulptur eine Abbildung des Verlagsgebäudes. Ein markantes Gebäude in der Mitte der Stadt.
Ganz, ganz toll. Ihr könnt stolz auf den Award und auf das sein, was ihr in den vergangenen Monaten auf die Beine gestellt habt. Chapeau und herzlichen Glückwunsch!
Das freut mich riesig für euch. Es ist stets eine große Freude, eure gut formulierten Artikel zu lesen, die auch noch im Gegensatz zur anderen Zeitung grammatikalisch korrekt und ohne Schreibfehler sind (mir ist bisher nichts aufgefallen). Macht bitte weiter so! Danke.
Herzlichen Glückwunsch an Euch! Das ist doch ein schöner Lohn für den Mut ein Online-Magazin auf die Beine zu stellen. Es sind immer spannende und gut recherchierte Artikel. Toll, dass ihr es gewagt habt. Ich drücke die Daumen, dass Kolumna auch langfristig wirtschaftlich funktioniert & Lindau weiterhin bereichert.
Herzliche Gratulation! In der Laudatio ist eine treffende Beschreibung zu finden: Mutmacherin für den Lokaljournalismus – so empfinde ich Kolumna auch. Tolle Arbeit und bitte weiter so!
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24 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Award! So gut, dass es euch gibt. Kolumna ist aus Lindau nicht mehr wegzudenken.
Beeindruckend! Glückwunsch! Weiter so!!
Bei, herzlichen Glückwunsch. Das habt ihr verdient!
Ebenfalls herzlichen Glückwunsch. Auch uns im Heuriedweg haben Sie schon häufig durch Ihre Recherche unterstützt. Weiter so. Danke
Klasse, ganz herzlichen Glückwunsch 🎉
Herzlichen glückwunsch auch von mir.. Verdient. Macht weiter so
Gratulation zu dieser Auszeichnung.
Tolle Arbeit und so wichtig !
Liebe Julia, herzlichen Glückwunsch Dir und dem ganzen Kolumna-Team für diesen Preis!
Auch von uns herzlichen Glückwunsch. Es ist super wenn es Journalistinnen und Journalisten gibt, die engagiert recherchieren und kein Blatt vor den Mund nehmen! Danke für eure Berichterstattung! Isolde und Bernd
Gratulation zu diesem tollen Preis, den ihr euch wahrlich verdient habt und es ist jeden Tag eine Freude „Kolumna“ zu lesen.
Wie schön das Kolumna diesen Preis gewonnen hat. Mauscheleien und intransparent getroffene Entscheidungen sollten auch in Zukunft nicht unaufgedeckt bleiben.
Gratulation und damit verbundenen Rückenwind genau dort weiterzumachen, wo ihr erfolgreich begonnen habt.👍🚀
Liebes Kolumna-Team🍄
Herzlichen Glückwunsch von der anderen Seeseite zu diesem wertvollen Preis. Völlig verdient und so schön, dass euer Mut und eure Ausdauer auch überregional gewürdigt werden.
Liebe Grüsse aus der 🇨🇭 nach Lindau.
Gratulation an Euch alle für euren journalistischen Einsatz!
Gerade auch im lokalen Umfeld ist es wichtig, dass Journalismus Umgereimtheiten, Auffälligkeiten inkl. Spezlwirtschafen sauber und objektiv sichtbar macht, denn Compliance und Governance müssen auch in der lokalen Politik nach festen Regeln fair gehandhabt werden, ansonsten verliert der Bürger das Vertrauen in die öffentliche Verwaltungen, Gesetz und Bürger in verantw. Positionen.
Danke, dass ihr da draufschaut und diese zumindest für die öffentliche Diskussion überhaupt sichtbar und diskutierbar macht.
Herzlichen Glückwunsch an die mutigen Gründerinnen zu dieser großartigen Award-Auszeichnung.
Liebes Kolumna-Team, herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Auszeichnung. Eure Berichte, Nachfragen und Recherchen machen Kolumna zu dem was es in der Zwischenzeit geworden ist, einfach nur gut. Besonders freut mich, dass ihr diesen Preis in Hannover bekommen habt, da ich einige Zeit in Hannover gearbeitet habe. Wenn ich mich recht erinnere, dann ist die Skulptur eine Abbildung des Verlagsgebäudes. Ein markantes Gebäude in der Mitte der Stadt.
Tolle Arbeit. Herzlichen Glückwunsch und weiter so.
Ganz, ganz toll. Ihr könnt stolz auf den Award und auf das sein, was ihr in den vergangenen Monaten auf die Beine gestellt habt. Chapeau und herzlichen Glückwunsch!
Das freut mich riesig für euch. Es ist stets eine große Freude, eure gut formulierten Artikel zu lesen, die auch noch im Gegensatz zur anderen Zeitung grammatikalisch korrekt und ohne Schreibfehler sind (mir ist bisher nichts aufgefallen). Macht bitte weiter so! Danke.
Herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung für die wichtige, oft mutige, sehr gute Arbeit!
Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung. Weiter so. „Daumenhoch“.
Ganz herzlichen Glückwunsch. Weiter so!!!!
Herzlichen Glückwunsch an Euch! Das ist doch ein schöner Lohn für den Mut ein Online-Magazin auf die Beine zu stellen. Es sind immer spannende und gut recherchierte Artikel. Toll, dass ihr es gewagt habt. Ich drücke die Daumen, dass Kolumna auch langfristig wirtschaftlich funktioniert & Lindau weiterhin bereichert.
Herzliche Gratulation! In der Laudatio ist eine treffende Beschreibung zu finden: Mutmacherin für den Lokaljournalismus – so empfinde ich Kolumna auch. Tolle Arbeit und bitte weiter so!