Seit wann genau es am Berliner Platz einen Kreisverkehr gibt, konnte der Bauamtsleiter nicht herausfinden. In den 1960er-Jahren sei er jedenfalls schon da gewesen. Vor der Gartenschau baute die Stadt ihn um zu einem sogenannten Turbokreisel, bei dem der Verkehrsfluss durch die bestimmte Führung der Fahrstreifen beschleunigt werden soll.
Eine Notlösung, um die Besucherströme abzufangen, so Koschka. „Als Dauerlösung ist der Turbokreisel völlig ungeeignet“, sagt er. „Gerade für Fußgänger und Radfahrer ist die Verkehrssituation ungenügend.“
Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern will die Verwaltung nun Lösungen erarbeiten, die die Situation für alle Verkehrsteilnehmer verbessert. Ob das am Ende mit einer hoch technisierten Ampellösung gelingt (eine Vorprüfung hat bereits ergeben, dass dies die leistungsfähigste Lösung wäre) oder mit einer anderen Idee – auch das lässt die Stadt bewusst offen.
„Der Berliner Platz kann einen riesigen Beitrag dazu leisten, dass der Verkehr in der Stadt entlastet werden kann“, ist Koschka überzeugt. Das große Ziel der Stadt: Besucherinnen und Besucher sollen in Zukunft ihr Auto in Reutin abstellen und auf Zug, Bus, Fahrrad oder Elektroscooter umsteigen.
Das ist der Zeitplan
Der Bürgerbeteiligungsprozess wird bis November dauern. Dann wird sich die Verwaltung in einer „Ruhephase“ etwa ein halbes Jahr lang mit dessen Ergebnissen befassen. Im kommenden Frühjahr soll sich dann der Stadtrat das nächste Mal mit dem Thema beschäftigen und einen städtebaulichen Wettbewerb ausloben.
Auch dafür habe die Stadt bereits eine Förderzusage von 60 Prozent. Die Kosten für den Wettbewerb seien ebenso wie die für die Bürgerbeteiligung bereits in Haushalt und Finanzplan eingearbeitet, sagt Alfons. Laut Stadtverwaltung sind noch gut eine Million Euro Restmittel für Projekte der Städtebauförderung vorhanden, die abgerufen werden können.
Wie teuer die komplette Umgestaltung des Berliner Platzes wird, lasse sich jetzt noch nicht abschätzen. Fest steht aber: Die Kosten muss die Stadt mithilfe von Förderungen allein stemmen. „Die Bahn macht sich da einen schlanken Fuß“, sagt Alfons. Der Konzern beteiligt sich an dem Projekt nicht.
Um das Bahnhofsgebäude zu realisieren, will die Stadt mit einem Investor zusammenarbeiten. Den gibt es noch nicht, wie Koschka auf Nachfrage sagt. Noch ist dafür Zeit, denn bis der neue Berliner Platz fertig ist, wird es laut Alfons etwa zehn Jahre dauern. Mit dem Bahnhofsneubau will die Verwaltung sich dann auch nochmal um das Thema Barrierefreiheit kümmern.
Die Vorplanungen sind abgeschlossen, die Förderanträge bewilligt. Er freue sich darauf, jetzt endlich ins Tun zu kommen, sagt Koschka. „Und die Zukunft des Berliner Platzes gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu gestalten.“
1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort
Zunächst müsste es einen professionell ausgearbeiteten Masterplan geben, der folgende Themen detailliert bearbeitet:
Durchgangsverkehr in Richtung Insel, Friedrichshafen, Kempten, Bregenz;
Fernverkehr und Regionalverkehr Bahn und Bus; ÖPNV (Bus);
eine große Zahl an Supermärkten und Geschäften im Umkreis von 500 Metern mit starkem Einkaufstourismus aus Vorarlberg und der Schweiz; Freizeit und Sportzentren im Eichwald und dann auch noch Anwohner! Das alles über den Knoten Berliner Platz zu realisieren ist eine Herkulesaufgabe und sollte zuerst sehr detailliert von Profis analysiert werden, bevor es eine Bürgerbeteiligung gibt und Stadträte diskutieren.