Mit dem Mountainbike durch den Wald, im Verein aktiv und bald auch im Gemeinderat? Oliver Hoppe aus Niederstaufen zeigt, wie viel man bewegen kann, wenn man anfängt.
Oliver Hoppe brettert gerne mit dem Mountainbike über Waldpfade – aber mindestens genauso wichtig sind ihm der Verein dahinter und die Menschen. Der 17-Jährige hat Vereinsarbeit im Blut. Der Niederstaufener ist nicht nur Jugendleiter beim Sportverein, er engagiert sich auch beim Kinderfest und anderen Events im Dorf und ist Mitglied bei der Feuerwehr. Doch damit nicht genug: Jetzt will er in den Gemeinderat.
Vor einigen Jahren hat Oliver Hoppe zusammen mit den anderen aus der Mountainbike-Abteilung etwas erreicht, das es vorher in dem Dorf noch nicht gab: Sie haben hinter dem Sportplatz Sprünge und bei einem Maisfeld Mountainbike-Trails gebaut. Für den 17-Jährigen ein Herzensprojekt. „Da habe ich gemerkt, dass ich etwas bewegen kann.“
Sprünge für Mountainbikes: Oliver Hoppe hat das gemeinsam mit anderen initiiert und umgesetzt. Foto: Oliver Hoppe
Als er dann als Jugendleiter in den Vorstand des Vereins gewählt wurde, ist seine Verantwortung gewachsen – und damit seine Motivation. „Ich habe gemerkt, es ist wichtig, dass man sich einsetzt und etwas vorangeht.“ Regelmäßig nimmt der 17-Jährige an Vereinssitzungen teil, übernimmt Schichten bei Festen oder organisiert Fahrten für Jugendliche.
Und dann kam der Tag, an dem der 17-Jährige mit seinem Vater, der sich auch beim TSV Niederstaufen engagiert, in eine Sitzung des Sigmarszeller Gemeinderats gegangen ist. An diesem Abend wurde über einen Antrag seines Vereins entschieden. „Ich habe gesehen, wie dort gesprochen wird und wie wichtig viele Themen sind“, erinnert sich der 17-Jährige. Er hat gemerkt: Dort werden Entscheidungen getroffen.
„Wenn nicht jetzt, wann dann?“
Das habe ihn beeindruckt – und nicht mehr losgelassen. „Ich dachte mir: Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Schließlich liege die übernächste Wahl noch einige Jahre in der Zukunft. Dass er natürlich noch jung ist – und eigentlich noch genug Zeit hat, weiß der 17-Jährige. Aber ein Argument ist das für ihn nicht. „Man kann nicht alles verändern, aber irgendwo muss man anfangen.“
Anfangen wird er mit seiner Aufstellung zum Gemeinderatskandidaten. „Auch das ist schon eine Erfahrung“, findet sein Vater Andreas Hoppe, der seinen Sohn „voll und ganz“ unterstützt. „Ich dachte am Anfang, er macht einen Scherz, als er erzählt hat, dass er in den Gemeinderat möchte.“ Aber Oliver Hoppe meint es ernst.
Am 8. März ist Kommunalwahl, Ende Februar feiert er seinen 18. Geburtstag. Eine Punktlandung also. Damit ist der Niederstaufener der jüngste Kandidat auf einer Liste in den Gemeinden des unteren Landkreises.
Ideen, wofür sich Oliver Hoppe einsetzen will, hat er bereits. Zum Beispiel Fahrradwege. Den zwischen den beiden Ortsteilen Dornach und Niederstaufen müsse man dringend ausbauen – genauso wie den zwischen Bösenreutin und Lindau. „Wenn ich mit dem Fahrrad in die Schule gefahren bin, war das wirklich ein Problem“, sagt Oliver Hoppe, der mittlerweile eine Ausbildung zum Raumausstatter macht.
Komplizierte Anträge verstehen, Entscheidungen treffen, Konzepte erstellen – setzen ihn die Aufgaben, die im Gemeinderat auf ihn zukommen, gar nicht unter Druck? „Ich denke, man wächst da so rein“, sagt Oliver Hoppe gelassen.
Er habe sich lange Gedanken dazu gemacht und sei zu dem Entschluss gekommen, dass er das könne. „Niemand ist von Anfang an Profi“, sagt er. Zuspruch habe er von seinen Freunden in den Vereinen jedenfalls jede Menge bekommen. „Das motiviert mich noch mehr.“
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