Erst vor Kurzem hatte die Unabhängige Liste Sigmarszell (ULS) in einer Pressemitteilung Kritik an dem Bürgermeister geübt. Darin ging es um schlechtes Klima im Gemeinderat, verzögerte Projekte und fehlende Niederschriften aus den Sitzungen. Die Liste kündigte außerdem an, dass sie einen Kandidaten oder eine Kandidatin für die Bürgermeisterwahl 2026 suche.
Zweite Liste stellt auch Kandidaten
Diesen oder diese haben sie jetzt gefunden. Die ULS werde einen Kandidaten oder eine Kandidatin aufstellen, wie sie diese Woche gegenüber Kolumna bekannt gab. Damit wird Jörg Agthe bei der Kommunalwahl im März 2026 nicht als einziger Bürgermeisterkandidat auf dem Wahlzettel stehen.
Die ULS wolle einen „echten Wechsel in der Gemeindeführung und eine konsequent sachorientierte Weiterentwicklung Sigmarszells“, schreibt die Gruppierung in eine Pressemitteilung. Die Unabhängige Liste stehe für eine Gemeindeführung, die sich durch ein Höchstmaß an Effektivität und Transparenz auszeichnet und Bürgernähe sowie Verwaltungsbelange gleichermaßen berücksichtigt. Die Kandidatin oder der Kandidat verkörpere diese Haltung, heißt es.
Den Namen möchte die Gruppierung allerdings noch nicht nennen. Man wolle andere, die sich eine Kandidatur eventuell auch vorstellen können, nicht vor den Kopf stoßen, heißt es von der ULS. Im Laufe der nächsten Tage möchte die ULS den Namen bekanntgeben.
Wird es eine Gemeinschaftsliste geben?
Gemeinderat Michael Dlugosch (Freie Bürgerschaft) sprach in der Sitzung am Donnerstagabend das Thema Gemeinschaftsliste an. „Wir sind offen dafür“, sagte er.
Sein Fraktionskollege Bernhard Krepold sprang daraufhin ein und sagte, dass er mit Sebastian Seigerschmidt (ULS) telefoniert habe und dieser das „im Grunde ausgeschlossen“ habe.
So sei das nicht gewesen, sagte Seigerschmidt dazu. Von Ehrlichkeit und Vertrauen erwarte er sich etwas anderes. Daraufhin beantragte Norbert Kurzemann (ULS), die öffentliche Sitzung zu beenden. „Das gehört nicht in die öffentliche Sitzung“, sagte er. Danach wurde diese per Abstimmung beendet.
Kolumna hat nach der Sitzung mit Sebastian Seigerschmidt gesprochen. Er habe in dem Telefonat mit Bernhard Krepold klar gemacht, dass seine Liste abwarten möchte, ob Jörg Agthe noch einmal kandidiert oder nicht. „Jetzt wissen wir es und müssen uns besprechen“, sagt er. „Nach der gestrigen Attacke“ stelle sich aber ohnehin die Frage, ob eine gemeinsame Liste „fruchtbar ist“.