Restaurant im Myos-Turm bekommt 2026 einen Pächter

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Lindau
Im April 2024 hat der 28 Meter hohe Turm am Esso-Kreisel in Lindau eröffnet
Foto: Bpm/Patrick Dunst

Die bislang ungenutzte Fläche soll bald von einem Betreiber mit italienischem Konzept übernommen werden. Auch zu den Geschäften Dm und Alnatura im Erdgeschoss und ersten Stock und zur bisherigen Entwicklung des Projekts äußert sich Investor Patrick Meier.

Er ist 28 Meter hoch, hat 600 Quadratmeter Fläche und von oben blickt man über den Bodensee aufs Alpenpanorama: Der Myos-Turm ragt am Esso-Kreisel im Lindauer Stadtteil Reutin in die Höhe. Wohnen, Gewerbe und Einzelhandel sind dort untergebracht. Knapp zwei Jahre nach der Fertigstellung stellt sich die Frage nach einer ersten Bilanz.

Schon lange bevor der Turm 2024 fertig wurde, sorgte das Projekt für Aufmerksamkeit: Jahre zuvor markierten ein riesiger Bohrer und eine tiefe Baugrube den Beginn der Arbeiten. In den folgenden Monaten wuchs das Hochhaus Stück für Stück in die Höhe. Für Patrick Meier, Geschäftsführer der Lindauer Investorenfirma Bpm, war der Bau ein Großprojekt. Das Investitionsvolumen lag bei rund 30 Millionen Euro.

Ein ohnehin schon aufwendiges und kompliziertes Projekt, das durch den Ukrainekrieg nochmal mehr zur Herausforderung wurde. Der Beton sei damals plötzlich um ein Vielfaches teurer geworden, erinnert sich Patrick Meier heute, während er in seinem Büro im vierten Stock des Myos-Turms sitzt. Trotzdem: „Ich würde das Investment wieder machen“, resümiert Meier und zeigt sich zufrieden mit dem Projekt. „Da nimmt man auch in Kauf, dass die finanziellen Herausforderungen größer sind als anfangs geplant.“

Patrick Meier, Geschäftsführer der Lindauer Firma Bpm. Foto: Julia Baumann-Scheyer

 

Allein für seine Firma, die im kommenden Jahr ihr Zehnjähriges feiert, sei der Umzug wichtig gewesen, sagt Meier. „Wenn ein Unternehmen wächst, braucht es verfügbare Flächen und Platz für weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Die Immobilie darf nicht das Nadelöhr für das betriebliche Wachstum werden.“ Seine Firma habe mittlerweile 40 Mitarbeitende.

Italienisches Konzept soll einziehen

Mystisch, offen und spannend – dafür steht Myos. Auf den 600 Quadratmetern sind Wohnen, Gewerbe, Einzelhandel untergebracht. Die große Dachterrasse und die 240 Quadratmeter große Restaurantfläche sind allerdings unbenutzt. Eigentlich war dort von Beginn an ein Lokal geplant. Interessenten hatte es gegeben, das Restaurant gepachtet hat aber bislang niemand.

Noch steht das Restaurant mit Dachterrasse leer. Foto: Julia Baumann-Scheyer

 

„Der Schuss muss sitzen“, sagt Meier. „Der Pächter muss zum Gebäude und der Nutzstruktur passen.“ So jemanden zu finden, sei in der aktuellen wirtschaftlichen Lage nicht einfach.

Bevor da irgendjemand reingeht, der kein Gastronomieprofi ist, lassen wir die Fläche lieber leer stehen und warten auf den richtigen.

Mittlerweile ist der Richtige gefunden. Ab September wolle ein Pächter mit italienischem Konzept das Restaurant übernehmen, sagt Patrick Meier. Wer derjenige ist, könne er noch nicht sagen. Nur so viel: Lounge, Bar und Restaurant sollen vereint werden. Das Restaurant soll ein Anziehungspunkt für die Stadt werden – und der Turm so auch mehr von der Öffentlichkeit genutzt. „Donnerstags könnte es beispielsweise auch mal ein Afterwork geben.“

Sind Alnatura und Dm zufrieden mit dem Umsatz?

In den Märkten gehen bereits täglich Menschen ein und aus. Die Lebensmittelkette Alnatura und der Drogeriemarkt Dm sind damals im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss eingezogen.

Die Kundenzahlen von Alnatura seien zunächst geringer gewesen als erwartet, räumt Patrick Meier ein, der vor kurzem mit Verantwortlichen des Marktes gesprochen hat. Grund dafür sei die monatelange Sperrung der Kemptener Straße gewesen, die von Reutin zum Myos-Turm führt.

Wegen Erdarbeiten war die Straße letztes und dieses Jahr längere Zeit gesperrt. Seit die Straße wieder offen ist, laufe das Geschäft deutlich besser, so Meier. Mittlerweile seien die Märkte „richtig gut frequentiert“ und die Wachstumsraten teilweise höher als von den Unternehmen ursprünglich erwartet.

Der Drogeriemarkt Dm sei ohnehin von Beginn an erfolgreicher gewesen. „Wir sind mit dem Kundenzuspruch sehr zufrieden“, teilt ein Sprecher auf Nachfrage mit.

Wohnungen sind vermietet

Auch die zehn möblierten Wohnungen, die in dem Turm untergebracht sind, seien ständig vermietet, sagt Meier. Die kleinen Appartements werden kurzfristig vermietet – zum Beispiel dann, wenn Meiers Firma Bpm Mieterinnen und Mieter bei anderen Bauprojekten umsiedeln muss. „Auch, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzuwerben, ist es gut, die flexiblen Wohnungsangebote zu haben“, sagt Meier. „Schließlich ist der Mietwohnungsmarkt angespannt.“

Alles in allem sei er zufrieden mit dem Projekt. Eines in ähnlicher Größenordnung plane er aktuell nicht. „In Lindau haben wir aktuell eher kleine Wohnbauprojekte mit zwischen acht und 12 Wohneinheiten.“ Der nächste Schritt beim Myos-Turm ist für Patrick Meier der Einzug des Pächters für das Restaurant.

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