In besonderen Räumen wird die Vielfalt regionaler Kunstschaffender gezeigt

Andrea Klaib aus Balingen ist zufällig in der Ausstellung gelandet. Sie ist hingerissen von der Atmosphäre. Im Bild steht sie vor den Gemälden der Malerin Maria Maier aus Tettnang. Alle Fotos: Susi Donner

Gemeinsam mit dem Kunstverein Wasserburg hatte Astrid Westermann zu einem Ausstellungswochenende eingeladen. Eine Kooperation, die auch in Zukunft weiter Früchte tragen soll.

Statt neutraler Galerieräume begegnen Besucher im Haus Sonne in Schlachters den Kunstwerken in historischen Zimmern, Nebengebäuden und Scheunen. Alte Holzböden und die Spuren der langen Geschichte des Anwesens prägen das Ambiente.

Malerei, Skulpturen, Fotografie und Kunsthandwerk verteilten sich über das gesamte Gelände – drinnen wie draußen.

Die Idee entstand aus den Ausstellungen im Hotelgasthof Stift auf der Lindauer Insel, den Westermann ebenfalls betreibt. Mit dem Haus Sonne eröffnete sich die Möglichkeit, Kunst in einem anderen Umfeld zu zeigen, erzählt sie. „Das Gelände hat einfach Potenzial“, sagt sie mit Blick auf die historischen Gebäude, die Wiesen und den denkmalgeschützten ehemaligen Kuhstall.

Machen künftig noch mehr „gemeinsame Sache“ (von links): Jeannette Dubielzig, Malerin, Grafikerin, 2. Vorsitzende im Kunstverein Wasserburg, Vera Noé, Kuratorin, Vorsitzende des Kulturvereins Wasserburg, Astrid Westermann, unter anderem Betreiberin Haus Sonne in Schlachters, haben in Sachen Kunst und Kultur noch viel vor.

 

Das Anwesen wurde von Friedrich von Thiersch entworfen, der vor allem für repräsentative Großbauten wie die Thierschbrücke in Lindau bekannt ist. Umso bemerkenswerter sei es, so Westermann, dass er nur zwei Privathäuser plante: das Haus Sonne und das Hotel Rößle in Scheidegg.

Vielfalt regionaler Kunstschaffender

Die Ausstellung zeigte die Vielfalt regionaler Kunstschaffender. Der Konstanzer Künstler Manuel Díaz verarbeitet in seinen Werken Erinnerungen an seine spanische Herkunft und die Geschichte seines Vaters, der als Gastarbeiter nach Deutschland kam. Ausgangspunkt ist oft ein altes Familienfoto.

Lissi Traub aus Tettnang präsentiert Engelsskulpturen. Für sie stehen Engel weniger für Religion als für Menschen, die im richtigen Moment helfen oder begleiten.

Der in Konstanz lebende Künstler Manuel Díaz greift in seinen Arbeiten Erinnerungen an seine spanische Herkunft und die Geschichte seines Vaters auf, der als Gastarbeiter nach Deutschland kam.

 

Der Lindenberger Künstler Max Schmelcher arbeitet unter anderem mit jahrtausendealtem Torf aus Allgäuer Mooren. Neben der Präsentation der eigenen Werke schätzt er vor allem den Austausch mit anderen Kunstschaffenden. Das Haus Sonne sei ein ungewöhnlicher Ausstellungsort, dessen besondere Atmosphäre den Reiz ausmache.

Auch Besucher zeigten sich beeindruckt. Andrea Klaib aus Balingen war zufällig auf die Ausstellung gestoßen. „Der Ort übt einen besonderen Zauber auf mich aus“, sagte sie.

Kooperation mit Perspektive

An der Ausstellung war der Kunstverein Wasserburg maßgeblich beteiligt. Dessen Vorsitzende Vera Noé sieht in der Zusammenarbeit mit neuen Partnern eine wichtige Zukunftsperspektive. Der Kunstbahnhof Wasserburg, Sitz des Vereins, steht derzeit vor einer ungewissen Zukunft. Umso wichtiger seien neue Kooperationen wie jene mit dem Haus Sonne.

„Die Begegnung mit Astrid Westermann entstand über eine frühere Ausstellung und entwickelte sich zu einer Zusammenarbeit, die wir gerne fortsetzen möchten“, sagt Noé.

Neben Kunstausstellungen finden im Haus Sonne weitere kulturelle Veranstaltungen statt. Besonders beliebt seien die offenen Tanznachmittage am Sonntag, erzählt Astrid Westermann. Sie versteht das als Teil ihres Konzepts, das historische Anwesen mit Leben zu füllen.

Die nächsten Kunsttage des Hauses Sonne und des Kunstvereins Wasserburg sind für den 26. und 27. September geplant.

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