Eine historische und typische Fasnachtsfigur der Narrenzunft Lindau: Die Kornköffler verkörpern den früheren Kornhandel in Lindau und sind beim Narrensprung dabei.
Das schwäbisch-alemannische Landschaftstreffen findet in diesem Jahr am 1. Februar auf der Lindauer Insel statt. Viele Zünfte aus Oberschwaben und dem Bodenseekreis werden erwartet.
„Wir sind stolz, dass wir in diesem Kreis dabei sind“, sagt Zunftmeister Christian Mayer. Die Narrenzunft Lindau lädt in diesem Jahr am Samstag, 31. Januar, und Sonntag, 1. Februar, zum großen Landschaftstreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN). 4500 Närrinnen und Narren werden in Lindau erwartet.
Die Narrenzunft Lindau hat sich bereits in den 60er Jahren vom Fasching verabschiedet und sich mit ihren historischen Masken und Figuren an der Tradition und der Geschichte Lindaus orientiert. So entwickelte sich früh die Hinwendung zur traditionellen Fastnacht. Heute ist die Narrenzunft Lindau als einziger bayerischer Narrenverein Mitglied bei der schwäbisch-alemannischen Vereinigung.
Insgesamt 68 Zünfte mit rund 70.000 Hästrägerinnen und Hästräger aus Baden-Württemberg, der deutschsprachigen Schweiz und eben die Narrenzunft Lindau als bayerische Narrenhochburg gehören zur VSAN und vertreten damit auch die tiefverwurzelten Bräuche der alemannischen Fastnacht.
Vor zehn Jahren fand das große Narrentreffen der Vereinigung in Lindau statt. Beim diesjährigen Landschaftstreffen und zum Narrensprung am Sonntag, 1. Februar, kommen die befreundeten Zünfte der schwäbisch-alemannischen Vereinigung hauptsächlich aus Oberschwaben und dem Allgäu auf die Lindauer Insel.
Die Moschtköpf der Lindauer Narrenzunft verkörpern den Handel mit Äpfeln und Birnen. Foto: Christian Flemming
100-jährige Fasnachtstradition
Es sei eine große Ehre für die Narrenzunft Lindau, Gastgeber für die Zünfte des VSAN zu sein, sagt Christian Mayer. Schließlich pflegt die schwäbische Vereinigung seit gut 100 Jahren eine große Fastnachtstradition und gehört damit zu den ältesten Zusammenschlüssen Deutschlands.
Seit gut 20 Jahren gebe es bei der VSAN einen Aufnahmestopp, weil es tatsächlich immer weniger neue Narrenzünfte gebe, die das traditionelle Brauchtum pflegen, sagt deren Pressesprecher Paul Martin. Er gibt deutlich zu verstehen, dass genau dies eine wichtige Aufgabe der Narrenzünfte sei, nämlich die Bewahrung traditioneller Figuren und Masken. Eben deshalb gehöre die Fastnacht mit ihrem historischen Brauchtum und ihren strengen Regularien auch zum Weltkulturerbe.
Auf die Frage, ob es nun „Fasnet“ oder „Fasnacht“ heiße, gibt Martin eine eindeutige Antwort: „Es geht immer um die Fastnacht, weil das närrische Treiben vom Fasten und der Fastenzeit kommt.“ Die Begriffe Fasnet und Fasnacht seien aber auch erlaubt. Wer vom „Fasching“ spricht, hat die Fastnacht nicht verstanden. Soweit die Formalien zum Thema Brauchtum.
Wilde Dämonen treiben in den Lindauer Gassen ihr Unwesen: die Pflasterbuzen der Lindauer Narrenzunft. Foto: Christian Flemming
Narrenzunft Lindau vertritt Bayern in Schwaben
Die Narrenzunft Lindau mit ihren insgesamt 360 Mitgliedern in fünf unterschiedlichen Gruppen kann als einziges bayerisches Mitglied in dieser traditionsbewussten Narrenrunde ganz gut mithalten, weil sie auch großen Wert auf die Tradition ihrer Masken und Gruppen legt. Deshalb bereiten sich derzeit „Moschtköpf“, „Binsengeister“, „Pflasterbuzen“ und „Kornköffler“ sowie der Fanfarenzug und die ganze Zunftregierung auf den großen Narrensprung auf der Insel.
Wir stecken gerade mitten in den Vorbereitungen für unseren Umzug
, berichtet Christian Mayer.
Es müsse alles sehr gut geplant werden, obwohl doch auch viel Routine mitspiele. Die Sicherheitsmaßnahmen entlang der Wegstrecke über die Insel seien mittlerweile sehr aufwendig. Verpflegungsstationen müssen aufgebaut und eingerichtet werden. Die Vorbereitungen eines solchen Narrensprungs erfordern einen großen Einsatz aller Mitglieder der Narrenzunft. „Wir freuen uns, wenn wieder viele Zuschauerinnen und Zuschauer zum großen Narrensprung kommen und natürlich auch ein Umzugsabzeichen kaufen“, stellt Mayer fest.
Am Samstag, 31. Januar, startet das närrische Event mit dem Kinderumzug. Im Anschluss wird der Narrenbaum aufgestellt und dann laden die Lindauer Narren zum Zunftmeisterempfang für die Ehrengäste. Mit der Narrenmesse im Münster zur Lieben Frau und Frühschoppen am Hafen starten die Gastgeber am Sonntag, 1. Februar. Ab 13 Uhr setzt sich dann dernärrische Zug in Bewegung. Insgesamt 41 Zünfte, Fanfarenzüge und Narrenvereine aus Oberschwaben und dem Allgäu, aber auch aus Stuttgart werden für gute Stimmung auf ihrem Weg über die Insel sorgen.
Das komplette Programm für die beiden Tage hat die Narrenzunft hier detailliert aufgelistet. Auch alle teilnehmenden Gruppen am Narrensprung sowie der Umzugsweg über die Lindauer Insel sind dort aufgeführt.
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