Hier können Kinder eine Woche in das Leben eines Erwachsenen schlüpfen

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Lindau
Ein Junge sitzt an einem Tisch
Hier füllt ein Junge gerade den Wahlzettel in der Wahlkabine aus.
Foto: Emma Willig

Die Grundschule Hoyren hat diese Woche eine Spielstadt aufgebaut. Wir haben sie besucht und Stadtluft von Hoyerlingen geschnuppert.

Der Duft von frisch gebackenen Waffeln und das Lachen der Kinder begrüßen einen direkt in der Stadt Hoyerlingen. Beim Second-Hand-Shop gehen die Scheine nur so über die Theke und beim Arbeitsamt fliegen die Arbeitskarten. Denn natürlich sind die Bürger in Hoyerlingen auch fleißig am Arbeiten.

Es gibt mehrere Themen, wozu es verschiedene „Arbeitsstellen“ gibt. Es gibt das Thema Verwaltung, Produktion, Versorgung, Dienstleistung und Aktivitäten. Arbeitsstellen dazu sind unter anderem das Rathaus, Werkstätte, eine Disco, eine Bank, ein Café, einen Zirkus und eine Zeitung. Die Spielstadt soll den Kindern eine Vorstellung davon geben, wie das Leben nach der Schule aussieht. Man merkt, wie motiviert und eigenständig die Kinder dadurch sind.

„Ich kann mir gut vorstellen, wie das später ist“, sagt eines der Mädchen.

Wie ist das System der Spielstadt?

Wie heißt wohl das Geld in Hoyerlingen? Na klar, Hoy! Jeder „Bürger“ bekommt am Anfang vom Arbeitsamt ein Startkapital von zehn Hoy. Und Betriebe bekommen ein Startkapital von 100 Hoy.

Außerdem bekommt man einen Bürgerpass, einen Arbeitspass und eine Arbeitskarte. Auf der Arbeitskarte steht drauf, wo du arbeitest. An seinem Arbeitsplatz muss man jeweils mindestens eine halbe Stunde arbeiten.

Nachdem die Bürger genug gearbeitet haben, können sie nun endlich zur Bank. Dort bekommt man dann einen Stempel in den Bürgerpass und natürlich sein Geld ausgezahlt. Gleichzeitig werden Steuern abgezogen und ans Finanzamt überwiesen. Der Stundenlohn beträgt zwölf Hoy, wovon zwei Hoy Steuern abgezogen werden.

Wenn man nun eine neue Arbeitsstelle möchte, muss man sich beim Arbeitsamt eine neue Karte holen und sich informieren, ob es noch eine freie Arbeitsstelle bei seinem ausgesuchten Arbeitsplatz gibt.

Mit seinem verdienten Geld kann man dann zum Beispiel als Kunde in ein Café gehen, sich etwas bei dem Second-Hand-Shop kaufen oder in die Disco gehen, wo einem die Musik, schon beim Hochlaufen der Treppen, gute Laune macht.

Außerdem gibt es, am Anfang und am Ende vom Tag, eine Bürgerversammlung. Diese wird durch die Lautsprecher mit dem Lied „Wellerman“ einberufen.

Bürgermeisterwahl und Gemeinderatswahl

Eine Stadt braucht natürlich einen Bürgermeister – oder eine Bürgermeisterin. Für diese, und die Gemeinderätinnen, konnte man ab 10 Uhr im Rathaus freiwillig wählen.

Überall hört man die aufgeregten Bürger rufen „Ich muss noch wählen gehen“, und vor dem Rathaus herrscht dementsprechend auch keine Ruhe. Im Rathaus konnte man sich dann einen Wahlzettel holen, den man dann in der Wahlkabine ausfüllen musste.

Die Kandidierenden der Wahlen mussten Plakate erstellen und in allen Klassen vortragen. Damit haben sie versucht, ihre Wähler und Wählerinnen von sich zu überzeugen.

Natürlich sind die Bürger auch fleißig wählen gegangen. Denn bei der Bürgermeisterwahl haben sich 99 Prozent der Bürger beteiligt, und bei der Gemeinderatswahl 97 Prozent der Bürger.

Um 12 Uhr haben sich alle vor dem Gebäude bei der abschließenden Bürgerversammlung versammelt.  Alle, vor allem aber die Kandidierenden, waren sehr aufgeregt, bis dann schließlich die Wahlergebnisse verkündet wurden.

Bürgermeisterin wurde Amina, ihre Stellvertreterin Marlene. Zu Gemeinderätinnen gewählt wurden Lotte, Anni, Runa und Elisa.

Viele kleine Kinder vor einem Gebäude
Die Kinder stehen vor dem Gebäude und warten auf die Verkündung der Ergebnisse der Bürgermeister und Gemeinderatswahl.
Foto: Emma Willig

Was sind die Aufgaben des Bürgermeisters und des Gemeinderats?

Es gibt ein sogenanntes Bürgerbeschwerdebuch, in dem die Bürger Anmerkungen, Ideen oder Dinge, die sie verändern wollen, eintragen können. Um diese Anliegen kümmert sich dann der Bürgermeister, oder die Bürgermeisterin, und der Gemeinderat.

Die Bürgermeisterin und die Gemeinderätinnen sind fest angestellt, haben jedoch trotzdem mal ein oder zwei Stunden Zeit, um in einem anderen Betrieb zu arbeiten – oder einfach in die Disco zu gehen.

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