Hagel hinterlässt Schäden in Obstplantagen

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Lindau
Davor Knappmeyer hat das Gewitter von der Weißensberger Halde aus mit der Drohne fotografiert. In Möggers (kleines Bild rechts unten) sorgte der starke Hagel für einen komplett weißen Boden.
Foto: Davor Knappmeyer

Am Donnerstagabend zieht eine Hagelzelle über den östlichen Landkreis und die Nachbargemeinden in Österreich. In Vorarlberg waren die Hagelkörner zum Teil größer als Zwei-Euro-Stücke. Obstbauern verzeichnen Schäden an Äpfeln und Birnen. Und beim Versicherungs-Vertreter klingeln die Telefone heiß.

Eine große Hagelzelle ist am Donnerstagabend über den östlichen Landkreis Lindau gezogen. In Teilen von Lindau sowie in Sigmarszell und Weißensberg zum Beispiel hat es stark gehagelt. Noch heftiger war’s in Scheidegg oder in Lochau und Möggers, wo die Hagelkörner zum Teil riesengroß waren.

Im unteren Landkreis Lindau gab es zwar keine nennenswerten Feuerwehreinsätze wegen des Unwetters. Aber Thomas Freilinger, Versicherungsvertreter für die Allianz in Bodolz, hat am Freitagmorgen alle Hände voll zu tun. Privatleute melden jede Menge Hagelschäden – nicht nur an Autos. „Glasfenster mit Alu-Rollläden zu schützen, ist bei diesem Wetter keine gute Idee“, sagt Freilinger. Viele dieser Rollläden hätten den Hagel nicht überstanden.

Die Hagelkörner, die in Möggers runterkommen, sind riesengroß.
Foto: Davor Knappmeyer
Die Körner bei Sigmarszell-Thumen sind etwa so groß wie ein Eurostück.
Foto: Davor Knappmeyer

Die Obstbauern sind am Freitagnachmittag noch dabei, sich einen Überblick über die Verluste in ihren Apfel- und Birnenplantagen zu verschaffen. „Wir haben auf jeden Fall einen Schaden“, sagt Florian Nüberlin. Wie groß der ist, das wisse er erst in ein paar Tagen. „Wenn das Obst aufgeschlagen ist, sieht man das sofort“, sagt er. Um Dellen und andere Schäden zu erkennen, müsse man durch die einzelnen Baumreihen gehen und die Bäume genauer inspizieren.

„Bei Birnen machen ein paar Dellen nicht so viel aus“, sagt Nüberlin. Doch sicher sei schon jetzt: „Wir haben dieses Jahr mehr Mostäpfel als sonst.“ Die Plantagen Nüberlins – die meisten stehen bei Oberhochsteg – waren beim Sturm im Juli schon einmal starkem Hagel ausgesetzt.

Hagelnetze nutzt die Familie nicht – bisher. „Wir waren eigentlich nie wirklich von Hagel betroffen“, sagt Nüberlin, „so schlimm wie in diesem Jahr war es jedenfalls noch gar nie“.

Florian Nüberlin
Foto: Christian Flemming

Auch Daniel Willhalm kann noch nicht genau sagen, wie viel von dem Obst, das in seinen Plantagen in Streitelsfingen hängt, noch für den Verkauf zu gebrauchen ist – und wie viel am Ende in die Saftpresse kommt. „In ein, zwei Tagen wissen wir mehr.“ Nur einn Teil seiner Obstbäume sei mit Netzen geschützt. Auch er hatte schon im Juli Hagelschäden zu verzeichnen.

Beim Obsthof Strodel haben vor allem die Äpfel in den Plantagen direkt am Hof in Weißensberg Schäden abbekommen. „Die haben Dellen“, sagt Nina Strodel. Manche davon kann sie als zweite Wahl im Hofladen verkaufen, der Rest geht in die Mosterei. Die meisten Plantagen der Strodels stehen in Oberreitnau. „Da haben wir Hagelnetze“, sagt Nina Strodel. Die haben die Bäume gut geschützt.

In Oberreitnau kamen am Donnerstagabend zwar keine dicken Hagelkörner vom Himmel. Doch den Lindauer Stadtteil hat’s beim Sturm am Montagabend erwischt. Da war der Wind so stark, dass er eine komplette Plantage des Obst- und Winzerhofs Haug einfach umgelegt hat. Bei den Winzern in Nonnenhorn haben zehn Minuten Starkregen, Wind und Hagel Anfang der Woche ausgereicht, um einen großen Schaden anzurichten. Sie müssen jetzt retten, was noch zu retten ist.

Die Hagelzelle über Sigmarszell, Lochau und Möggers.
Foto: Davor Knappmeyer

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