Die Wagenbauer in Nonnenhorn haben noch alle Hände voll zu tun

Andreas Rissmann (links) und Maximilian Schnell sowie das Team der Wasserburger Landjugend machen den Apotheken-Notstand in Nonnenhorn zum Thema. Foto: Wolfgang Köhle

In Nonnenhorn laufen die Vorbereitungen für die Wagenfasnet auf Hochtouren. Die Gestaltung der Umzugswagen nimmt Form an. Zwei Wagenbauer geben Einblicke.

Die letzten Handgriffe müssen erledigt werden: Hier noch mal schleifen, da eine Schraube nachziehen, der endgültige Farbanstrich – auch in der Obsthalle in Hengnau laufen die finalen Arbeiten für den Nonnenhorner Umzug. Wenn die legendäre Wagenfasnet am Sonntag durch den Ort rollt, muss der Auftritt passen.

Dann muss der  Umzugswagen blitzblank dastehen und das Thema für die Schaulustigen am Straßenrand plakativ und klar erkennbar sein. Obwohl natürlich alles geheim und von der Außenwelt abgeschirmt abläuft, durfte Kolumna schon mal einen Blick in die Halle werfen.

Bis Sonntag haben auch Andreas Rissmann und Maximilian Schnell, beide Mitglieder der freien Landjugend Wasserburg, und ihre Kumpels noch alle Hände voll zu tun. „Wir müssen schon noch einen Zahn zulegen”, sagt Andreas Rissmann, der sich diese Woche noch öfter in der Obsthalle in Hengnau gemeinsam mit seinem Team trifft, um den Wagen und den Aufbau fertig zu machen. Apothekennotstand in Nonnenhorn, ein lokales Ärgernis, ist das Thema der Gruppe für Sonntag.

Andreas Rissmann (links) und Maximilian Schnell sowie das Team der Wasserburger Landjugend machen den Apotheken-Notstand in Nonnenhorn zum Thema. Foto: Wolfgang Köhle

„Im Ort hat die einzige Apotheke bereits im Dezember 2024 für immer geschlossen – und die ernste Tatsache muss selbstverständlich bei der Wagenfasnet mit einem Schuss Humor, aber auch mit dem nötigen Nachdruck aufgearbeitet werden“,

stellt Andreas Rissmann nüchtern fest und erklärt die Botschaft der Narrengruppe: Nonnenhorn im Notfallmodus, Selbsthilfe ist angesagt – soviel sei schon vorab verraten – ohne auf alle Details des Auftritts einzugehen.

Medikamente werden jetzt halt selbst hergestellt, die Giftküche brodelt und das Nonnenhorner Wunderwasser wird während des Umzugs an kranke Bürgerinnen und Bürger verteilt. Ohne Rezept versteht sich – in der Fasnet greifen die Närrinnen und Narren zur Selbsthilfe.

Viel Ehrgeiz und Leidenschaft

Die Vorbereitungen für die Wagenfasnet, die am Sonntag, 23. Februar, durch Nonnenhorn rollt, laufen in dieser Woche in vielen anderen Schuppen und Hallen auch auf vollen Touren, überall wird noch (in aller Stille) konzentriert gearbeitet. An den Aufbauten muss das eine oder andere Detail noch geändert werden, dann kommt der Feinschliff. Der Ehrgeiz ist groß, die einzelnen Teams hängen sich immer besonders rein, um beim Umzug einen guten Auftritt hinzulegen.

Seit 102 Jahren findet die Wagenfasnet in Nonnenhorn statt. Foto: Christian Flemming

Wenn die Wagenfasnet in Nonnenhorn alle zwei Jahre auf dem närrischen Kalender steht, ist das ganze Dorf auf den Beinen. Eine Geschichte, die über mehr als 100 Jahre gewachsen ist, wird hier gelebt und gefeiert. Die Organisatoren erwarten wieder Hunderte Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Zuschauende aus der ganzen Region.

Ein großer Tag für Narren und Närrinnen

Auch bei Tobias Hirlinger, Zunftmeister des Narrenvereins Nonnenhorn, ist die Freude groß. „Das ist für uns Narren und unseren Ort immer ein großer Tag“, sagt er. Der Aufwand sei für alle Beteiligten riesig, da stecke viel Arbeit in der Gestaltung der Wagen. „Wenn der Zug dann durch Nonnenhorn rollt und alles sichtbar wird, sind wir immer wieder erstaunt, welche Kreativität in unserem Ort steckt.“

Seit 102 Jahren ziehen der Narrenverein Nonnenhorn und die befreundeten Zünfte, Lumpenkapellen und Musikvereine immer im Wechsel mit dem Umzug in Kressbronn durch den Ort. Das Besondere ist, dass die Nonnenhorner mit rund 20 selbstgebauten Themenwagen unterwegs sind –  eben wie am Rosenmontag in Düsseldorf, Mainz und Köln. Aber am Sonntag schauen alle nach Nonnenhorn.

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