Gedanken- und Ideenaustausch mit Jugendlichen leitet die selbst verordnete Verjüngungskur des Clubs ein. Manche Wünsche der jungen Leute waren vorhersehbar, manche Hinweise haben das Team aber auch überrascht.
Wie muss sich der Club Vaudeville verändern, damit er auch für junge Leute wieder attraktiver wird – und damit diese jungen Leute sich auch selbst dort engagieren? Fragen, die das Team des Clubs sich seit geraumer Zeit nicht nur selber stellt, sondern am Dienstagabend auch direkt mit Jugendlichen diskutiert hat.
Freunde der härteren musikalischen Gangart werden im Club Vaudeville seit bald fünf Jahrzehnten zuverlässig versorgt. Das Stammpublikum ist treu, im Lauf der Zeit aber auch älter geworden. Weil der Club schon immer auch den Anspruch hatte, ein Ort für die Jugend(-kultur) zu sein, hat sich der Verein eine Verjüngungskur verordnet. „Unser Ziel ist, das Programm breiter aufzustellen. Wir wollen ja Kultur für alle machen“, hat Vorstandsmitglied Florian Hedig vor einigen Wochen im Gespräch mit Kolumna festgestellt. Dazu wird auch Nachwuchs fürs Team gesucht.
Mancher Hinweis der Jugend überrascht
Und weil niemand besser wissen kann, was junge Leute wirklich wollen und vom Club Vaudeville erwarten, hat der Club sie nun selbst zu einem Gedanken- und Ideenaustausch eingeladen. Etwa 20 sind der Einladung am Dienstag gefolgt. „Von der Resonanz war ich positiv überrascht“, sagt Florian Hedig. Überrascht hat ihn dann auch der eine oder andere Hinweis der Jugendlichen.
Kommunikation nach außen verbessern
„Selbstkritisch nehmen ich mit, dass wir einen leichteren Zugang zum Team ermöglichen müssen“, so Hedig. Denn: „Wir haben von vielen die Rückmeldung bekommen, dass sie gar nicht wussten, dass sie sich im Club auch selber engagieren und dafür verschiedene Benefits bekommen können. Da müssen wir an unserer Kommunikation arbeiten.“
Eine gute Möglichkeit, die junge Zielgruppe zu erreichen, sind zum Beispiel Schülerpartys. Die sollen künftig vermehrt im Club Vaudeville stattfinden – zumal die Rückmeldungen aus den Schulen zu den bisherigen Partys laut Hedig durchweg sehr positiv waren.
Elektronische Musik soll präsenter werden
Nicht überrascht hat Florian Hedig der von den jugendlichen Gesprächsteilnehmern geäußerte Wunsch, dass neben Metal, Hard- und Punkrock auch andere Musikrichtungen im Club präsenter werden. Dass zum Beispiel mehr Events mit elektronischer Musik stattfinden. „Da befinden wir uns schon im Aufbau. Um die in der Szene angesagten Künstler herzubekommen, müssen wir uns bei den entsprechenden Agenturen aber erst noch einen Namen machen. Das braucht Zeit“, sagt Hedig.
Jugendliche zeigen Bereitschaft, sich zu engagieren
Zur Organisation entsprechender Veranstaltungen oder auch zur Umsetzung ganz neuer Ideen – angeregt wurde zum Beispiel ein Art Tanz-Battle – würde er aber gerne auch die jungen Leute gleich mit ins Boot holen. Die grundsätzliche Bereitschaft, sich im Club zu engagieren, hätten am Dienstag einige signalisiert. „Jetzt brauchen wir aber noch jemanden aus dem Team, der sich die Zeit nimmt, neue Leute an die Hand zu nehmen und bei der Umsetzung eigener Ideen zu unterstützen“, sagt Florian Hedig.
Wichtig sei ihm gewesen, den Jungen zu signalisieren, dass der Club Vaudeville für alle da und für alles offen sei. Ob mit dem Treffen bereits der Grundstein für eine Neuausrichtung gelegt worden ist, wird sich zeigen. Weil der Abend aus seiner Sicht auf jeden Fall sehr produktiv war, könnten, so Hedig, „weitere Veranstaltungen dieser Art“ vielleicht noch folgen.
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