Claudia Alfons tritt wieder als OB-Kandidatin an – wer noch?

Claudia Alfons
Sie tritt an, um Oberbürgermeisterin der Stadt Lindau zu bleiben: Claudia Alfons.
Foto: Stadt Lindau

In weniger als einem Jahr ist Kommunalwahl. Und das Kandidatenkarussell beginnt langsam, sich zu drehen. Wer die möglichen Gegenkandidatinnen und -kandidaten sind und wen die verschiedenen Stadtrats-Gruppierungen unterstützen wollen.

Claudia Alfons möchte gern Oberbürgermeisterin von Lindau bleiben. Darum wird sie bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 wieder antreten. „Wenn man etwas bewirken möchte, braucht man die zweite Amtszeit“, findet sie.

Dass die Mühlen in Politik und Verwaltung zum Teil langsam mahlen, habe ihr zum Beispiel das Thema Schulentwicklung gezeigt. In den kommenden Jahren würde sie sich gern weiter darum kümmern, dass Lindaus Grundschulen und die Mittelschule fit für die Zukunft gemacht werden.

Auch bei anderen Themen brauchte sie einen langen Atem. „Ich wollte gleich am Anfang einen Wirtschaftsförderer einstellen – das hat dann vier Jahre gedauert.“ Die Zusammenarbeit mit ihm hat gerade erst begonnen.

Die ersten positiven Signale bekommen

Eine Voraussetzung dafür, dass sie sich wieder zur Wahl stellt, war, dass ihr Sohn gesund zur Welt kommt. Vor fünf Wochen ist Alfons zum dritten Mal Mutter geworden.

Von der ein oder anderen Stadtratsgruppierung habe sie bereits „positive Signale“ bekommen, dass sie sie im Wahlkampf unterstützen würden. „Das freut mich natürlich sehr“, sagt Alfons. Grundsätzlich sei sie offen für alle Parteien, die auf dem „demokratischen Boden“ stehen.

Sie betont, dass sie auch die CSU nicht ausschließe. Mit manchen CSU-Mitgliedern hatte es in der Vergangenheit die ein oder andere Differenz gegeben. „Ich hatte beim letzten Wahlkampf auch das Gespräch mit der CSU gesucht, aber die CSU wollte mit mir nicht sprechen.“

Was sich die Oberbürgermeisterin wünscht: „Ich fände es gut, wenn wir ein möglichst breites Bündnis für die anstehenden Aufgaben in Lindau schmieden könnten. Wir haben einen so zersplitterten Stadtrat.“ Insgesamt gibt es dort zehn Gruppierungen.

Jasmin Sommerweiß ist bei der CSU in der engeren Auswahl

Mindestens eine Gegenkandidatin oder einen Gegenkandidaten wird Claudia Alfons auf jeden Fall bekommen. „Wir sind gerade mit drei, vier möglichen Kandidaten im Gespräch“, sagt Jasmin Sommerweiß, Fraktionsvorsitzende der CSU. Und auf Nachfrage gibt sie zu: Sie selbst ist eine davon. Ob es am Ende wirklich sie oder jemand anderes sein wird, der gegen Claudia Alfons antritt, stehe noch nicht fest.

Jasmin Sommerweiß ist die Vorsitzende der CSU-Fraktion im Lindauer Stadtrat und will OB von Lindau werden.
Foto: Privat

In der Vergangenheit hieß es, dass auch Robert Kainz, ehemaliger Kommandant der Lindauer Feuerwehr und ehemaliger Vorsitzender der Interessengemeinschaft „Zukunft Insel“, eine eigene Liste für die Kommunalwahl 2026 aufstellen wolle. „Wir wollten mal eine Liste machen, aber das haben wir wieder verworfen“, sagt Kainz im Gespräch mit Kolumna. „Von meiner Seite ist da keine Aktivität geplant.“ Um selbst als OB-Kandidat anzutreten, sei er zu alt, so Kainz.

Was ist mit Yassine Douar?

Noch verhältnismäßig jung ist hingegen Yassine Douar, der aktuelle Vorsitzende von „Zukunft Insel“. Sein Name fällt in Bezug auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr immer wieder. Vereinzelt wurden wohl schon Gespräche geführt, seine Kandidatur steht offenbar im Raum. Auf Nachfrage von Kolumna will Douar das „weder bestätigen noch dementieren“, wie er schreibt.

Portraitfoto von einem Mann.
Yassine Douar
Foto: Julia Baumann-Scheyer

Wahrscheinlich ist, dass die drei Gruppierungen, die Alfons 2020 als OB-Kandidatin unterstützt haben, dies im kommenden Wahlkampf wieder tun werden. „Wenn Frau Alfons sagt, sie macht weiter, dann brauche ich keinen Gegenkandidaten“, sagt Ulrich Jöckel (FDP), der findet: „Sie hat frischen Wind reingebracht.“

Die Lindau Initiative müsse das Thema zwar noch ausdiskutieren, sagt Jürgen Müller. „Aber meine Tendenz geht zu Claudia Alfons.“ Auch Roland Freiberg betont, dass der Vorstand der Bürgerunion das Thema zwar noch besprechen müsse. „Meine persönliche Meinung ist aber, dass wir Frau Alfons unterstützen sollten.“

SPD stellt keine eigene Kandidatin oder Kandidat

So geht es auch Katrin Dorfmüller, der Fraktionsvorsitzenden der SPD. „Ich persönlich unterstütze Claudia Alfons“, sagt die dritte Bürgermeisterin. „Wir haben eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

Offiziell entschieden habe sich die SPD allerdings noch nicht, auch andere Kandidatinnen und Kandidaten könnten sich bei der Fraktion noch präsentieren. Fest stehe aber in jedem Fall: „Eine eigene Kandidatin oder einen eigenen Kandidaten wird die SPD nicht aufstellen“, sagt Dorfmüller. Die Listen für die Stadtratswahl vollzubekommen, sei für alle gerade schwierig genug.

Auch die Bunten konzentrieren sich gerade auf ihre Listenkandidatinnen und -kandidaten, wie Daniel Obermayr sagt.

Die Liste hat jetzt Priorität.

Um die OB-Wahl kümmern wir uns später.“ Darüber, ob sie im kommenden Jahr eine eigene OB-Kandidatin oder einen eigenen OB-Kandidaten ins Rennen schicken, sei noch nicht entschieden.

Könnten auch sie sich vorstellen, Claudia Alfons zu unterstützen? „Ich finde grundsätzlich alles gut, was verlässlich ist“, sagt Obermayr. „Und das ist sie: verlässlich und engagiert.“

Die Freien Wähler haben bei der vergangenen Wahl gemeinsam mit der SPD eine Kandidatin gestellt. Bislang haben sie sich noch nicht festgelegt, wie Andreas Reich sagt. Dass sie Claudia Alfons unterstützen, sei allerdings eher unwahrscheinlich. „Wir liegen politisch nicht so nah bei einander.“

Bei der Freien Bürgerschaft werde sich wieder ein „kleines Gremium“ mit den denkbaren Kandidatinnen und Kandidaten auseinandersetzen, sagt Günther Brombeiß. Er könne sich vorstellen, Jasmin Sommerweiß zu unterstützen, sollte diese die Kandidatin der CSU werden. „Entscheiden muss das am Ende aber die Mitgliederversammlung“, betont er.

AfD konzentriert sich auf Landratskandidatur

Die ÖDP hat sich mit der Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr noch nicht auseinandergesetzt, sagt Christiane Norff. „Wir hoffen, dass wir eine Liste zusammenbekommen.“

Die AfD hingegen sei schon seit Ende vergangenen Jahres dabei, im ganzen Landkreis Kandidatinnen und Kandidaten für ihre Liste zu sammeln, sagt Rainer Rothfuß. Wird die AfD einen OB-Kandidaten stellen?

„Forcieren werden wir das zunächst nicht“, sagt er. Es sei schwierig, sowohl einen OB-Kandidaten als auch einen Landratskandidaten zu stellen. Und zweiteres werde die AfD in jedem Fall tun. Ob er selbst als Landratskandidat ins Rennen gehe oder jemand anderes, stehe noch nicht fest.

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