Lindauer Bund Naturschutz fordert Böllerverbot

Wunderkerzen können eine Alternative sein zum Böllern.
Foto: Canva

Feuerwerk ja oder nein? Die Diskussion rund um diese Frage wird in den Tagen vor Silvester häufig geführt. Die Kreisgruppe des Lindauer Bund Naturschutz weist auf die Folgen für Natur, Umwelt und Tiere hin – und fordert ein Verbot des privaten Feuerwerks.

„Enorme Müllmengen, hohe Schadstoffbelastungen und massive Störungen der Tierwelt sind die Kehrseite des lauten Spektakels“, schreibt der BN in einer Mitteilung. Die Kreisgruppe appelliert an die Bevölkerung, auf ein eigenes Feuerwerk zu verzichten und umweltfreundlichere Alternativen zum Feiern des Jahreswechsels zu wählen.

Der Jahreswechsel 2024/2025 habe der Feuerwerksbranche einen Rekordumsatz von rund 197 Millionen Euro beschert, heißt es weiter. Für Silvester 2024 seien fast 50.000 Tonnen Feuerwerk nach Deutschland importiert worden – eine Steigerung von etwa 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gleichzeitig werden jährlich etwa 2000 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt, der überwiegende Teil davon in der Silvesternacht. „Diese Schadstoffe belasten nicht nur die Umwelt, sondern auch die menschliche Gesundheit.“

Dramatische Auswirkungen auf Wild- und Haustiere

Lärm und grelle Lichtblitze verursachen Panik und Stress, führen zu Orientierungsverlust und könnten tödliche Fluchtreaktionen auslösen. „Vögel werden von ihren Schlafplätzen aufgescheucht, steigen hoch in die Luft und verbrauchen dabei wertvolle Energiereserven, die sie im Winter dringend benötigen. „Auch Winterschlaf haltende Tiere werden mitunter durch den Krach aufgeschreckt und verbrauchen dadurch unnötig viel Energie, was ihre Überlebenschancen deutlich mindert.

Der Verzicht auf privates Feuerwerk schont die Natur, die eigene Gesundheit und auch den Geldbeutel

, betont die Kreisgruppe Lindau des BN.

Jeder Verzicht trage dazu bei, die enormen Müllmengen aus Verpackungen und Feuerwerksresten zu reduzieren, die oft in Parks, Wäldern oder am Bodenseeufer zurückbleiben. An die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Lindau appelliere der BUND Naturschutz Lindau: „Setzen Sie ein Zeichen für Natur- und Tierschutz und kaufen Sie erst gar keine Raketen und Böller.“ Wer dennoch böllern möchte, sollte keine Feuerwerkskörper oder Abfälle in der Natur hinterlassen und Abstand halten zu sensiblen Bereichen wie dem Bodenseeufer, Wäldern und Schutzgebieten.

Der BN sehe auch die derzeitige Rechtslage kritisch. Die bestehenden gesetzlichen Grundlagen erlaubten den Kommunen nur sehr begrenzte Eingriffe beim Silvesterfeuerwerk, meist nur punktuelle Verbote unter engen Voraussetzungen.

Der BN fordert daher von der bayerischen Staatsregierung mehr Handlungsspielraum für die Gemeinden. „Langfristig setzt sich der BUND Naturschutz für ein bundesweites Böllerverbot ein und unterstützt ausdrücklich die aktuellen entsprechenden Petitionen für ein Verbot von Silvesterfeuerwerk von Privatpersonen.“

Teile diesen Artikel mit deinen Freund*innen

Dir brennt ein Thema auf der Seele? Wir kümmern uns!

Bei Kolumna wollen wir uns um die Themen kümmern, die dir wichtig sind. Schicke uns deine Anregungen oder Recherche-Hinweise über unseren Briefkasten, den wir extra dafür eingerichtet haben.

Das könnte dich auch interessieren