Bauprojekt auf der Steig: Arbeiten beginnen in zwei Wochen, Nachbarn haben Klage eingereicht

Auf dem Gelände von ehemaliger Steigbrauerei und Kinderfest soll eine neue Siedlung entstehen.
Foto: Christian Flemming

Gabriele und Markus Mayer haben ihre Ankündigung vom vergangenen Dezember wahr gemacht: Sie klagen gegen die Baugenehmigung für die geplanten 56 Wohnungen auf der Steig.

Das Ehepaar sieht die sogenannte drittschützende Norm bei der Baugenehmigung verletzt, sagt Gabriele Mayer auf unsere Nachfrage. Sie und ihr Mann kritisieren unter anderem die Höhe der geplanten Bebauung und fürchten, dass durch den Schatten eines der neuen Nachbargebäude die Leistung ihrer Photovoltaikanlage zurückgeht. Zudem haben sie Sorge, dass das Ableiten von Regenwasser nicht richtig funktioniert und dieses auf ihrem Grundstück landet.

Das Verfahren ist am Verwaltungsgericht Augsburg anhängig, wie dessen Pressesprecher Florian Jung auf unsere Nachfrage bestätigt. „Die Nachbarn möchten, dass die Baugenehmigung aufgehoben wird.“

Aktuell fehle noch die Erwiderung der Stadt Lindau, die in diesem Fall die Beklagte ist. Wann es zu einer Verhandlung komme, sei derzeit noch nicht absehbar.

Firma ist in Gesprächen mit den Nachbarn

Patrick Meier, Geschäftsführer der Firma bpm, die das Baugebiet über die Steig Projekt GmbH verwirklicht, weiß von der Klage. „Wir sind mit den Nachbarn im Gespräch“, sagt er und hofft, dass es zu einer außergerichtlichen Einigung kommt.

Seiner Ansicht nach sind die Anmerkungen der Familie Mayer alle im Bauausschuss im vergangenen Dezember abgearbeitet worden. „Wir haben alles getan, was in unserer Macht steht“, so Meier. So seien die Abstände zu den Nachbargebäuden zum Beispiel um einiges größer als vorgeschrieben.

Der Bauausschuss hatte dem Projekt im Dezember ohne Gegenstimme zugestimmt. Die Wohnbebauung auf der Steig beschäftigt Stadträtinnen und Stadträte sowie den Gestaltungsbeirat schon seit ein paar Jahren, den Plänen liegt ein Wettbewerb zugrunde.

Sie hatten von Anfang an viel Lob bekommen. Zuletzt hatte die Steig Projekt GmbH nochmal umgeplant und das Projekt von 80 auf 56 Wohneinheiten verkleinert.

Grundsätzlich verzögert eine Klage den Baubeginn nicht. „Der Stadt liegt kein Eilantrag vor, die Baugenehmigung mittels einer einstweiligen Verfügung zu untersagen“, schreibt Bettina Wind, Sprecherin der Stadt, auf unsere Nachfrage. Weiter äußert sich die Stadt mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

Die Steig Projekt GmbH plant, bald mit dem Bau zu beginnen. „In zwei Wochen starten wir mit den Abrissarbeiten der alten Gebäude“, sagt Patrick Meier, der aktuell den Termin für den Spatenstich plant.

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