Auf wackeligen Beinen: Dem Lindauer Tierheim fehlen sichere Einnahmen

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Lindau
Martina Schwendner (links) ist Leiterin des Lindauer Tierheimes, Petra Meier to Bernd-Seil die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Sie berichteten jetzt den Landkreis-Bürgermeistern über die aktuelle Situation.
Foto: Olaf Winkler

Das Gebäude bröckelt, Einnahmen sind unsicher: Die Vorsitzende des Tierschutzvereins sieht Handlungsbedarf. Sie fordert: Die Gemeinden sollen sich finanziell mehr engagieren.

Das Lindauer Tierheim ist in die Jahre gekommen. 1963 ist das Hauptgebäude entstanden, in den 1990er-Jahren dann ein Anbau mit dem Hundetrakt. „Es bröckelt“, beschreibt Petra Meier to Bernd-Seidl die Situation. Sie ist die Vorsitzende des Tierschutzvereins, der Träger der Einrichtung ist. Doch nicht nur das Gebäude ist marode – auch finanziell steht das Tierheim auf wackeligen Beinen.

Der Jahresbericht 2024, den sie den Landkreis-Bürgermeistern bei ihrer Tagung in Schlachters vorstellt, ist zwar positiv: 368.000 Euro hat das Tierheim ausgegeben, aber 378.000 Euro hat es eingenommen. Aus Sicht von Seidl gibt es jedoch ein großes Aber: „Die sicheren Einnahmen fehlen“.

Einzig mit der Tierschutzpauschale von einem Euro pro Jahr und Einwohner unterstützen die Kommunen das Tierheim, die Argentalgemeinden überweisen sogar nur 50 Cent pro Einwohner. Insgesamt kommen so jährlich 75.000 Euro zusammen.

Alle weiteren Einnahmen unterlägen dem „Prinzip Hoffnung“. 2024 gingen Spenden in Höhe von 96.000 und Erbschaften in Höhe von 119.000 Euro ein. Beides sei „nicht vorhersehbar“. Mitgliedsbeiträge des Vereins helfen – und auch vom Amtsgericht verhängte Bußgelder, die an die Einrichtung gehen.

Insgesamt aber richtete Seidl den Appell an die Bürgermeister, sich mit ihren Gemeinden finanziell stärker zu engagieren. Denn: Für Fundtiere sind die Kommunen zuständig. Ihre Unterbringung gehört zu den Pflichtaufgaben der Städte und Gemeinden.

Einige schwer vermittelbare Fälle

Martina Schwendner, Leiterin des Tierheimes, sieht die Wertschätzung der Bevölkerung für die Arbeit. Aber: „Wir haben aktuell einige schwierige Fälle, die schwer zu vermitteln sind“.

Gesunde Tiere bleiben in der Regel zwei oder drei Monate im Heim, bis sie in ein neues Zuhause kommen. „Manchmal reißt man uns die Tiere auch aus den Händen“, berichtet Schwendner. Haben Tiere allerdings gesundheitliche Probleme, dann sei die Vermittlung schwierig, weil auch potenzielle Neubesitzer die Folgekosten für Medikamente und Arztbesuche sehen.

Auf denen bleibt bei fehlender Vermittlung aber das Tierheim sitzen. Zudem gibt es „Dauergäste“: Meist handelt es sich dabei um Hunde, die nicht mehr vermittelbar sind.

Die Zahl der Fundtiere bleibt auf einem hohen Niveau. 2023 waren es landkreisweit 194, im Jahr 2024 189 und heuer bis Oktober 157. Ganz überwiegend handelt es sich dabei um Katzen. In Lindau zählten in diesem Jahr aber auch zwei Hunde und ein Kanarienvogel dazu.

Zusätzlich kümmert sich das Tierheim auch um jene Tiere, die vor Ort abgegeben werden. Oft stecken persönliche Schicksale dahinter: Personen, die sich aufgrund von Alter oder Krankheit nicht mehr um ein Tier kümmern können oder verstorben sind.

Ob sich Gemeinden im Landkreis künftig mit höheren Beträgen am Tierheim beteiligen, ist unklar. Eine Diskussion dazu gab es beim Bürgermeistertreffen nicht.

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