Welche Regeln braucht es in der Asylpolitik? Über wohl kein anderes Thema wird in diesem Wahlkampf so viel gesprochen. Wie die Kandidatinnen und Kandidaten aus dem hiesigen Wahlkreis damit umgehen wollen, beantworten sie hier – und auch, wie Integration besser gelingen kann.
SPD will Kommunen mehr unterstützen
„Populismus und Menschenfeindlichkeit muss Einhalt geboten werden“, schreibt Konstantin Plappert von der SPD. Seine Lösung dafür: Kommunen müssten vom Bund mehr in ihrer Integrationsarbeit unterstützt werden. „Es muss das Arbeitsrecht und die Anerkennung von Berufsabschlüssen für Flüchtlinge erleichtert werden.“ In Kombination mit mehr Sprach- und Integrationskursen und Fluchtursachenbekämpfung könnten die Menschen endlich vernünftig integriert werden.
CSU ist für härtere Migrationspolitik
Schutz für diejenigen, die ihn wirklich benötigen, aber keine Toleranz gegenüber Straftätern oder Gefährdern,
schreibt Mechthilde Wittmann von der CSU. Ihre Partei setzt auf eine „konsequente, gerechte und kontrollierte Migrationspolitik„. Nur so könnten laut Wittmann Kommunen sicherer und nachhaltig entlastet werden.
Ende Januar hatte die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag einen Antrag für einen härteren Kurs in der Migrationspolitik vorgelegt. In dem Fünf-Punkte-Plan verlangen CDU und CSU unter anderem die umfassende Zurückweisung von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen. Diese und weitere Punkte, wie dauerhafte Grenzkontrollen und eine Inhaftnahme vollziehbar ausreisepflichtiger Ausländer, fordert auch Mechthilde Wittmann in ihrer Antwort.
Der Antrag fand zunächst mit Stimmen der AfD eine Mehrheit. SPD und Grüne warfen der Union vor, die politischen Mitte verlassen zu haben. Wenig später lehnte der Bundestag den Gesetzentwurf allerdings ab.
Die Grünen sind für menschenwürdige EU-Asylpolitik
„Show-Anträge mit den Rechtsextremen im Bundestag zu beschließen, wie es die CSU und FDP taten, löst kein einziges Problem“, schreibt Andrea Wörle (Die Grünen).
Ihre Partei setzte sich für eine funktionierende und menschenwürdige EU-Asylpolitik ein, bei der alle EU-Staaten einen fairen Beitrag für einen solidarischen Umgang mit Fluchtmigration leisten müssten.
Mehr Sprach- und Kulturvermittlung wollen die Freien Wähler
Die Forderungen der Freien-Wähler-Kandidatin erinnern an jene der CSU. Es brauche einheitliche Regeln in der EU, es müssten „schnelle Entscheidungen getroffen werden, wer bleiben darf und wer wieder ausreisen muss“, so Indra Baier-Müller. Außerdem müssten Menschen, die in Deutschland bleiben dürfen, gezielt durch Sprach- und Kulturvermittlung sowie Ausbildung und Arbeit integriert werden.
Die Linke ist für eine schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse
Zuwanderung sei notwendig, um den demographischen Wandel zu bremsen, findet Gabriel Bruckdorfer von den Linken. Ausländische Abschlüsse sollten schneller anerkannt werden, um den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, schreibt er. Asyl sei ein Menschenrecht.
Wenn Reiche wählen können, wo sie leben, sollten auch Arme die Freiheit haben, ihren Aufenthaltsort zu wählen.
Gabriel Bruckdorfer, Die Linken
Die AfD sieht ein großes Potential für „Remigration“
Laut Rainer Rothfuß (AfD) müsse der seiner Ansicht nach „völkerrechtswidrige Angriffskrieg der NATO auf Libyen 2011“ sowie „Umsturz-Interventionen durch islamistische Terrororganisationen“, als „Fluchtursache Nummer eins“ vermieden werden.“ Er schreibt von „Befriedung und Wiederaufbau“, die großes Potenziale für „Remigration“ hätten.
Der Begriff „Remigration“ ist umstritten. Das Bundesamt für Verfassungsschutz definiert „Remigration“ in seinem Glossar als einen Begriff der Neuen Rechten, mit dem eine Ausweisung aller zugewanderten Deutschen gefordert wird.
Klare Regeln und „mehr Ordnung“ schaffen will die FDP
Laut Stephan Thomae von der FDP ist die Kehrtwende in der Migrationspolitik eingeleitet. Man müsse „Arbeitsmigration und Asyl klar trennen“, schreibt er und „irreguläre Migration begrenzen und durch klare Regeln mehr Ordnung schaffen“.