Etwa zehn Kinder ohne Platz: Zusätzliche Kita-Gruppe kann endlich eingerichtet werden

Der Eingang eines Kindergartens.
Erst vor ein paar Jahren wurde die Kita in Weißensberg angebaut. Der Platz reicht trotzdem nicht aus. Foto: Thomas Bergert

Was bewegt Weißensberg? Bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend werden einige Themen angesprochen. Gute Nachrichten gibt es bezüglich des Kindergartens – aber ein Problem bleibt.

Erst vor ein paar Jahren wurde an den Weißensberger Kindergarten St. Markus angebaut. Für etwa 3,1 Millionen Euro sind neue Räume, ein neuer Garten und noch mehr entstanden. Trotzdem reicht der Platz nicht. Oder besser gesagt: Es ist Platz da, aber der kann nicht genutzt werden.

Der Kindergarten war nur eines der Themen, auf die Bürgermeister Hans Kern vor etwa 60 Weißensbergerinnen und Weißensbergern bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend eingegangen ist. Es ging außerdem um höhere Abwassergebühren, ein neues Geländer – und um den Baumbestand in der Gemeinde.

Zehn Kinder ohne Kita-Platz

Aber zunächst zurück zur Kita: Eigentlich gibt es im Obergeschoss des Neubaus in der Kirchstraße noch zwei Räume, die ausgebaut werden könnten. Kostenpunkt: 800.000 Euro. Auch schon eine Förderung über 500.000 Euro vom Freistaat Bayern ist in den Startlöchern.

Bislang fehlt aber die Genehmigung der Diözese. „Ohne die sind uns leider die Hände gebunden“, sagte Bürgermeister Kern bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend. „Mit jedem Tag, den wir später anfangen, steigen die Kosten“, gibt er zu Bedenken.

Ein Kindergarten-Gebäude.
2022 wurde die Erweiterung und der Umbau der Kita fertiggestellt. Foto: Thomas Bergert

Die Auswirkungen spüren aber vor allem Weißensberger Eltern: Zehn Kinder aus der Gemeinde haben schon seit September keinen Kindergartenplatz. „Sie haben auch anderswo nichts gefunden“, sagte Kirchenpfleger Franz Steib am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit Kolumna. Der Kindergarten sei vergangenes Jahr von der starken Nachfrage überrascht worden. „Damit konnten wir nicht rechnen“, sagte Steib, der als Trägervertreter für die Kita St. Markus zuständig ist.

Eigentlich wollte die Kita eine zusätzliche Gruppe im Pfarrheim einrichten. Aber dafür fehlte bislang noch das Personal. Die gute Nachricht:

Es schaut so aus, als hätte sich das erledigt

, so Steib. Die zwei Stellen können wohl bald besetzt werden. Im Pfarrheim wäre Platz für etwa zehn Kinder. „Die Gruppe ist also gleich wieder voll.“ Wann die Gruppe dann in das neue Gebäude umziehen kann, hänge von der Diözese und der Geschwindigkeit des Umbaus ab.

Abwassergebühren steigen

Was auf jede und jeden in Weißensberg zukommt, sind höhere Abwassergebühren. „Zum 1. Januar 2026 werden die Kosten sicherlich spürbar steigen“, kündigte Bürgermeister Kern an.

Das hänge mit der Kläranlage in Lindau zusammen. Die wird nach und nach saniert. Weil auch Abwasser aus Weißensberg in das Lindauer Klärwerk fließt, muss die Gemeinde ihren Anteil zu den Baukosten beisteuern. Der liegt bei etwa 1, 25 Millionen Euro – und die wiederum gibt die Gemeinde über den Abwasserpreis an die Bürgerinnen und Bürger weiter. „Anders können wir uns das nicht leisten.“

Unmut darüber war unter den Weißensbergerinnen und Weißensberger bei der Versammlung in der Festhalle nicht spüren. Sie sei eher froh, dass es der Gemeinde finanziell so gut geht“, sagte eine Frau auf der Versammlung.

Viele Menschen sitzen an Tischen.
Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger waren bei der Versammlung am Donnerstagabend in der Festahalle. Foto: Ronja Straub

Weißensberg geht es finanziell mehr als gut

Während viele andere Kommunen in diesen Zeiten hohe Schulden machen oder zumindest keine Rücklagen mehr haben, steht Weißensberg mehr als gut da. Die Gemeinde hat keine Schulden, muss keine Kredite aufnehmen und hat sogar noch Rücklagen von mehr als 6 Millionen Euro auf der hohen Kante.

Sowohl die Einkommens- als auch die Gewerbesteuer ist in Weißensberg in den letzten Jahren immer weiter angestiegen. „Das sind Werte, wovon andere Kommunen nur träumen können“, sagte der Bürgermeister. 

Feuerwehrhaus, Anbau an die Grundschule und ein Geländer

Geld ausgeben wird die Gemeinde für das ein oder andere Bauprojekt. Erst kürzlich hat der Gemeinderat den Standort für das neue Feuerwehrhaus beschlossen. Es handelt sich um ein Grundstück am südlichen Ortseingang von Rothkreuz, zwischen B12 und Giebelhalde. 

Das Feuerwehrhaus in Weißensberg platzt aus allen Nähten. „Wir brauchen dringend mehr Platz“, sagte Kommandant Tobias Zenker im Gespräch mit Kolumna.

Für den Neubau wurden in den Haushaltsplänen 2025 bis 2028 Gesamtkosten von rund 3,7 Millionen Euro veranschlagt. Für den Kauf des Grundstücks sind 180.000 Euro eingeplant.

Außerdem wir an die Grundschule angebaut. Weil ab Sommer 2026 stufenweise ein bundesweit gültiger Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder eingeführt wird, soll die Grundschule Weißensberg einen Anbau an der Nordost-Seite bekommen. Der Neu- und Umbau soll fast 3,7 Millionen Euro kosten. 

Für mehr als eine halbe Million Euro wurde schon 2024 der Geh- und Radweg entlang der Bahnstrecke von der Kirchstraße nach Rehlings ausgebaut. Ein Stück des Geländers an der Kirchstraße fehlt aber noch. „Eigentlich sollte es diese Woche zum Abschluss kommen“, sagte Hans Kern. Aber das habe sich nochmal verzögert. Das Geländer sei richtig teuer. „800.000 Euro kommen nochmal oben drauf.“

Wie geht es den Bäumen in Weißensberg?

Fragen von Bürgerinnen und Bürgern gab es bei der Versammlung nur zwei. Ute Wilhelm interessiert sich für den Baumbestand der Gemeinde. Sie wollte wissen, wie viele Bäume die Gemeinde seit 2013, als ein Baumkataster angelegt wurde, verloren hat.

Laut Bürgermeister Hans Kern mussten 142 Bäume gefällt werden, „weil sie nicht mehr standsicher waren.“ Eine Liste zu Nachpflanzungen gebe es nicht. „Aber diese werden wir jetzt anlegen.“ Außerdem will Kern dafür sorgen, dass Mittel für „klimagerechte Bäume“ eingestellt werden. Sieben Bäume sollen im Herbst in der Ortsmitte im Rahmen des Bauabschnitts 2 „Neue Ortsmitte“ gepflanzt werden.

Ein Weißensberger interessierte sich außerdem für den aktuellen Stand bezüglich der alten Bahnhalte in Weißensberg, Hergensweiler, Sigmarszell und Oberreitnau, die wieder aktiviert werden sollen. Dazu gibt es bald einen ausführlichen Artikel bei Kolumna.

Eine Musikkapelle.

Zum Abschluss bedankte sich Bürgermeister Hans Kern bei den vielen Ehrenamtlichen im Dorf, „die das Gemeindeleben Jahr für Jahr am Laufen halten.“ Dabei sprach er neben der Freiwilligen Feuerwehr, dem Gemeinderat und dem Musikverein – der den Abend musikalisch umrahmte – auch „all‘ die anderen Vereine“ an.

Teile diesen Artikel mit deinen Freund*innen

Dir brennt ein Thema auf der Seele? Wir kümmern uns!

Bei Kolumna wollen wir uns um die Themen kümmern, die dir wichtig sind. Schicke uns deine Anregungen oder Recherche-Hinweise über unseren Briefkasten, den wir extra dafür eingerichtet haben.

Das könnte dich auch interessieren

LindauWasserburg

Wie geht es mit dem Verkehr in Bad Schachen weiter?

Anwohnerinnen und Anwohner haben Sorge, dass durch den Lindauer Stadtteil und die bald sanierte Enzisweilerstraße künftig mehr Fahrzeuge fahren – auch wegen des Wasserburger Wohnmobilstellplatzes, der im Frühjahr eröffnen soll. Die Lindauer Stadtpolitik widmet sich dem Thema Anfang Oktober. Eine Streitgemeinschaft aus Wasserburg hat inzwischen rechtliche Schritte eingeleitet.