Lea Schäfer übernimmt die Volksbühne Hergensweiler von Alfred Biesenberger

Der 68-jährige Alfred Biesenberger gibt die Verantwortung an die 28-jährige Lea Schäfer weiter. Erfahrung trifft auf neue Ideen. Die ältere Generation macht Platz, bleibt aber an Bord. Foto: Susi Donner

Nach 36 Jahren an der Spitze der Volksbühne Hergensweiler gibt Alfred Biesenberger den Vorsitz des Vereins in jüngere Hände. Seine Nachfolgerin Lea Schäfer ist mit dem Theater aufgewachsen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Seit fast 50 Jahren prägt Alfred Biesenberger das Theaterleben in Hergensweiler. Mit 18 Jahren stand er erstmals auf der Bühne, später engagierte er sich als Schauspieler, Organisator und Vorsitzender.

Bei seinem letzten Bericht während der Generalversammlung wurde es für den 68-Jährigen emotional. „Da sind mir beinahe die Tränen gekommen“, sagt er. Nach 36 Jahren gibt er den Vorsitz des Vereins ab. Damit endet für ihn nicht nur eine Aufgabe, sondern ein Lebensabschnitt.

Theater bedeutete für Biesenberger stets weit mehr als die Aufführungen im Dezember. Neben Proben und Vorstellungen waren es gemeinsame Ausflüge, Musicalbesuche und die vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die den Verein ausmachten. „Die Kameradschaft musst du haben und die Harmonie muss stimmen“, sagt er.

Schon im Bauch der Mama auf der Volksbühne

Die neue Vorsitzende Lea Schäfer gehört der Volksbühne praktisch seit ihrer Geburt an: Als ihre Mutter 1998 im Stück „Die Schwabenkinder“ auftrat, war sie mit Lea Schäfer schwanger.

Als Kind verbrachte Schäfer unzählige Stunden hinter den Kulissen, half später in der Garderobe und an der Bar und stand schließlich selbst auf der Bühne. Zuletzt überzeugte sie als „Frieda“ in „No amol an Lausbua sei“ – Biesenbergers Abschiedsstück.

Die 28-Jährige arbeitet als technische Redakteurin bei Doppelmayr in Wolfurt, spielt Saxofon im Musikverein und engagiert sich in der Fasnacht.

Am Vereinsleben schätzt sie vor allem das generationenübergreifende Miteinander. „Ich finde, jeder junge Mensch sollte in einem Verein sein“, sagt sie. Dort lerne man Verantwortung, Rücksicht und Gemeinschaft.

Als Schauspieler bleibt Biesenberger dem Verein erhalten

Dass die Volksbühne auch künftig gut aufgestellt ist, davon ist Biesenberger überzeugt. Dem Verein bleibt er als Schauspieler und Ratgeber erhalten.

Mit Lea Schäfer an der Spitze und einer jungen Vorstandschaft sieht er die Zukunft der Volksbühne in guten Händen: „Nach 36 Jahren gebe ich den Verein an eine Generation weiter, die den gleichen Theaterzauber spürt wie ich selbst.“ Der Vorhang schließt sich nicht – er hebt sich für die nächste Generation.

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