Feneberg meldet Insolvenz an: Was das für Lindau bedeutet

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Feneberg ist insolvent. Doch der Lindauer Markt ist nicht defizitär.
Foto: Christian Flemming

Am Freitag wurde offiziell, was sich schon über längere Zeit angekündigt hatte: Die Feneberg Lebensmittel GmbH, die auch im Lindaupark eine Filiale hat, hat beim Amtsgericht Kempten ein Insolvenzverfahren beantragt. Welche Auswirkungen hat das auf den Lindauer Standort?

Schon seit Längerem ist die wirtschaftliche Situation von Feneberg angespannt. Jetzt ist das Unternehmen insolvent.

Mit einem sogenannten Schutzschirmverfahren soll ein Weg aus der wirtschaftlichen Schieflage gefunden werden, wie die beratende Kanzlei Grub Brugger aus Stuttgart mitteilt. Ziel eines solchen Verfahrens sei es, das Unternehmen unter eigener Verantwortung wirtschaftlich neu aufzustellen – bei laufendem Geschäftsbetrieb.

Belastet sei Feneberg hauptsächlich von Verlusten, hohen Pensionsverpflichtungen und strukturellen Defiziten im Filialnetz sowie von den Folgewirkungen der Insolvenz der früheren Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods.

Im Mittelpunkt der Sanierung stehe eine Überprüfung und Neuordnung des Filialnetzes. Dabei gehe es um Fragen wie: „Welche Filialen werden wie weitergeführt? Welche werden, wann und wie geschlossen? Oder an wen abgegeben?“, schreibt Stephan Leibold auf unsere Nachfrage. Er verantwortet die operative Sanierung und bildet dafür nun gemeinsam mit Amelie Feneberg die Geschäftsführung. 

Für Lindau gibt es zunächst gute Nachrichten: „Der XL-Markt in Lindau ist nicht defizitär“, so Leibold. Deshalb sei momentan „davon auszugehen, dass dieser weiter betrieben wird“.

Neben Schließungen prüfe Feneberg auch, ob Filialen oder Filialgruppen auf einen oder mehrere Investoren übertragen werden können, so die Kanzlei. Ziel sei es, möglichst viele Standorte in geeigneter Struktur fortzuführen. In den Filialen solle sich während des Verfahrens grundsätzlich nichts ändern.

Feneberg-Gutscheinkarten sind nicht mehr gültig

Eine Auswirkung spüren Kundinnen und Kunden aber ab sofort. Alle Gutscheinkarten und Gutscheine von Feneberg können nicht mehr eingelöst werden. Das teilt das Unternehmen auf seiner Homepage mit. Auch die Erlebnisgutscheine aus dem „VonHier-Bonusprogramm“ sind betroffen.

Wer allerdings einen Lindaupark-Gutschein hat, kann diesen weiterhin bei Feneberg einlösen, sagt Michael Schneckenburger, Center–Manager des Lindauparks. Das Verfahren habe mit dem Lindaupark schließlich „rein gar nichts zu tun.“ Die Feneberg Lebensmittel GmbH sei Mieter im Lindaupark wie alle anderen Geschäfte auch.

Auch das neue Parkhaus und die 64 Wohnungen im Vierlinden-Quartier hinter dem Lindaupark, in die die Feneberg-Thomas Entwicklungs GmbH investiert hat, sind völlig unabhängig von der Feneberg Lebensmittel GmbH und damit von dem Insolvenzverfahren. Denn es handle sich um zwei komplett unterschiedliche Unternehmen.

Die Vermarktung der Wohnungen habe bereits begonnen. Das Parkhaus mit seinen 380 Parkplätzen soll in etwa zwei Wochen in Betrieb gehen, so Schneckenburger. Das Parkdeck werde dann geschlossen.

Der komplette Lindaupark hat früher der Feneberg Grundstücksgesellschaft gehört. Sie hat ihn vor etwa zwei Jahren an ein Unternehmen der Schulz Group mit Sitz in Ravensburg verkauft. Mit der Feneberg Lebensmittel GmbH, die jetzt insolvent ist, habe die Feneberg Grundstücksgesellschaft nichts zu tun, so Schneckenburger. Gesellschaftsrechtlich gebe es „überhaupt keinen Zusammenhang.“

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