Am 1. Oktober startet in den Gemeinden Sigmarszell, Hergensweiler und Weißensberg ein Projekt, das die Mobilität im Alltag nachhaltig verbessern soll: das Bürgermobil „Paule“. Getragen von einem Verein, richtet sich der Fahrdienst insbesondere an ältere Menschen und Personen mit Mobilitätseinschränkungen.
Der Gedanke hinter „Paule“ ist ebenso schlicht, wie wertvoll: Wer kein eigenes Auto mehr nutzen kann oder möchte, soll dennoch zu Arztterminen, Therapien, Einkäufen oder Treffen gelangen. Der Service ist kostenlos, lediglich freiwillige Spenden werden erbeten, um die laufenden Kosten wie Versicherung, Kraftstoff und Wartung zu decken.
Der Verein Bürgermobil Paule organisiert das Projekt komplett ehrenamtlich. Rund 100 Mitglieder haben sich in der Gründungsphase angeschlossen. Aktuell engagieren sich rund 20 Fahrerinnen und Fahrer, vier Koordinatorinnen und die Vorstandsmitglieder.
Ausstattung und Finanzierung
Das Herzstück des Projekts ist ein Peugeot Partner, der bereits rollstuhlgerecht umgebaut war, als er dem Verein im Frühsommer 2025 aus Reutin angeboten wurde, wie Bärbel Schmid, die Vorsitzende des Vereins erzählt. Mit seiner Rampe und der seitlichen Schiebetür ermöglicht er auch Menschen mit schweren körperlichen Einschränkungen einen komfortablen Einstieg.
„Die Bürgerschaft freut sich sehr, dass es endlich losgeht“, sagt Bärbel Schmid. „Wir sind im Sommer schon immer wieder gefragt worden, wann der Paule denn losfährt.“
TÜV, Werkstatt und Gutachten haben bestätigt: Das Fahrzeug ist in bestem Zustand. Die Gemeinden Sigmarszell, Hergensweiler und Weißensberg leisten jeweils 7.000 Euro Anschubfinanzierung. Hinzu kommen Mitgliedsbeiträge.
Für das Jahr 2026 hat das Landratsamt zudem eine einmalige Unterstützung von 20.000 Euro zugesagt, um die Finanzierung zu stabilisieren. Künftig muss sich das Bürgermobil aber aus den Mitgliedsbeiträgen und Spenden selbst tragen.
Vorbereitung und Organisation
Bärbel Schmid, Seniorenbeauftragte in Sigmarszell und im lokalpolitischen Umfeld bekannt, hat das Projekt initiiert. Bei der Gründungsversammlung im Mai wurden Kathrin Garloff als stellvertretende Vorsitzende und Andreas Hauber als Kassier benannt. Beide unterstützen das Bürgermobil von Anfang an. „Der Bedarf für das Bürgermobil ist enorm“, sagt Hauber.
Die Sommerpause haben die Initiatoren intensiv genutzt: Das Fahrzeug wurde im Juni gekauft und zwischenzeitlich wurde eine Garage im Haus Sonne in Sigmarszell als Standort gefunden. Anschließend absolvierten die rund 20 Fahrerinnen und Fahrer aus allen drei Gemeinden eine Erste-Hilfe-Auffrischung mit besonderem Fokus auf ältere und gehandicapte Menschen.




